Katarina Witt: „Die Unternehmen baden das Missmanagement der Politik aus“

Katharina Witt: "Die Unternehmen baden das Missmanagement der Politik aus"
Katharina Witt: "Die Unternehmen baden das Missmanagement der Politik aus"

IMAGO / POP-EYE

17.03.2021 08:32 Uhr

Das Jahr mit dem Coronavirus hat tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen: "Wir sitzen in einem Boot" sei einfach "nicht der Fall". So beklagt Katarina Witt als Betreiberin eines Fitnessstudios in Potsdam die fehlende Öffnungsperspektive.

Katarina Witt, Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, will nicht nur für die Branche der Sport- und Fitnessstudios sprechen. Sie weise lediglich stellvertretend für viele Wirtschaftsbereiche auf die Ungleichbehandlung hin.

Kati Witt über das „Wir schaffen das“-Gefühl

In der rbb-Sendung „Wir müssen reden“ sagte sie am Dienstagabend: „Sie haben Unternehmer, Sie haben Branchen, die verdienen seit zwölf Monaten kein Geld, haben Kosten und die Hilfen, die kommen einfach nicht. Und baden tatsächlich das Missmanagement unserer Politik aus.“ Laut Witt sei man von dem Gefühl „Wir schaffen das“ weit entfernt.

Kein Gegensätze

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen verwies in der rbb-Sendung darauf, dass man Öffnungsperspektiven und den Schutz von Menschenleben nicht als Gegensätze begreifen dürfe: „Wir alle sind in einer furchtbaren Schicksalsgemeinschaft, die dieses Virus über uns gebracht hat.“ Ziel müsse sein, „dass wir aus der Konfrontation und diesen scheinbar aufeinander rasenden Zügen – Lockdown auf der einen, Lockerungen auf der anderen Seite – herauskommen“.

Janosch Dahmen forderte, an die Bundesregierung gerichtet, „eine Perspektive und ein Sicherheitsgeländer, um aus dieser Konfrontation herauszukommen“.

„Zum Nichtstun verurteilt“

Über ihr Fitnessstudio in der Potsdamer Innenstadt sagte Witt schon vor vier Wochen gegenüber dem „Deutschlandfunk“: „Es setzt mir natürlich zu, dass man zum Nichtstun verurteilt ist. Sie sehen ja selber, hier ist kein großer Verkehr, kein großer Menschenauflauf. Man kann das über Regeln hinkriegen, mit pro Person 20 Quadratmeter oder 30 Quadratmeter. Ich bin dafür, dass man das mit einem fairen Weg hinkriegt. Und zwar für alle.“