Sonntag, 27. Mai 2018 14:29 Uhr

Kinotipp „In den Gängen“: Liebesromanze im Neonlicht

Kollegen bei Nacht: „In den Gängen“ – seit Donnerstag im Kino – ist ein romantischer Film in den unendlichen Gängen eines Großmarktes für Lebensmittel. Die ungewöhnliche Romanze wurde im Rahmen der 68. Berlinale uraufgeführt.

Kinotipp "In den Gängen": Liebesromanze im Neonlicht

Foto: Zorro-Film

Marion (Sandra Hüller) und Christian (Franz Rogowski) arbeiten in einem Großmarkt. Es gibt nur eine Schicht im Angebot und das ist nachts. Christian ist neu, vor jeder Schicht achtet es sorgsam darauf, dass seine Tattoos nicht zu sehen sind. Seine Einweisung in die Welt der Gänge im Allgemeinen und die Regale der Getränkeabteilung im Besonderen, erhält er von Bruno (Peter Kurth).

Bruno ist streng und brummig, aber er redet Christian gut zu, denn so einfach ist das nicht, mit dem richtig stapeln und dem Ordnung halten im Reich der Getränkekästen.

Es gibt noch andere Reiche in der Welt der künstlichen Beleuchtung: die Tiefkühl-Abteilung und die Süßwaren. Christian hat sich sofort in Süßwaren-Marion verkuckt, aber wenn man schüchtern ist, wird das nicht einfacher. Wenn Marion mit Christian flirtet, dann sieht das so aus: sie stehen sich beide in dem schönsten aller Pausenräume bei Neonlicht am Kaffeeautomaten gegenüber und sie nennt ihn „Frischling“.

Zwischen ihren kargen Sätzen ist immer Pause, sehen sie sich mal durch eine Lücke in den Regalen, wird schnell weggeschaut, naja, Christian zumindest. Da er in der Probezeit ist und das Bestehen an den Staplerschein gebunden ist, üben Bruno und Christian ständig.

Kinotipp "In den Gängen": Liebesromanze  im Neonlicht

Foto: Zorro-Film

Ein krasser, stiller Film

Und auch sonst erklärt Bruno, wie dieses kleine Universum am Rande einer ostdeutschen Stadt zu tickt. Wie Bruno selbst tickt, wird Christian auch noch herausfinden.

„In den Gängen“ ist ein krasser, stiller Film, der die Arbeitsrountine von Menschen zeigt, die ihr tägliches Auskommen suchen. Im Leben. Und dann noch ein Fitzelchen Glück erhaschen wollen. Christian und Marion sind kein Paar. Marion ist verheiratet, ihr Mann bleibt ein schemenhafter Brutalo, der gerne schlägt. Vorzugsweise jemand, der sich nicht wehrt.

Kinotipp "In den Gängen": Liebesromanze  im Neonlicht

Foto: Zorro-Film

Als Marion nicht zur Arbeit erscheint, macht Christian sich auf den Weg. Denn das da was ist, zwischen ihnen, das weiss er. Und endlich kommt er mal ein Stück raus aus seinem Schneckenhaus!

Fazit: „In den Gängen“ ist die Bezeichnung des Arbeitsortes. Ein leiser Film, der den Mikrokosmos Großmarkt mit den Angestellten zeigt, die alle ausnahmslos nachts arbeiten und manchmal auch verlieben. (Katrin Wessel)

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