Dienstag, 11. Dezember 2018 22:43 Uhr

Klavierkonzert für thailändische Elefanten

Stellt euch vor: ein klassisches Klavierkonzert, der Pianist an seinem Klavier – die ersten sanften Töne erklingen, der Blick schweift ins Publikum, da wird geschnauft, gestampft und getrötet… Moment mal, was sollen das denn für Zuschauer sein? Na klar, Elefanten!

Klavierkonzert für thailändische Elefanten

Foto: Youtube/Paul Barton

Das mag total absurd klingen, doch in Thailand ist das offensichtlich vollkommen normal. Pianist Paul Barton spielt zwar nicht auf einer Bühne, dafür aber mitten in der freien Natur.

Das Leben der thailändischen Elefanten ist stets bedroht, aufgrund von Wilderei und Lebensraumverlust durch Abholzung. Der in Großbritannien geborene Musiker hat sich der Aufgabe verschrieben, den intelligenten, sensiblen und oftmals bereits vergessenen Tieren eine Art Rehabilitierung schenken. In „Elephants World“ – einer Art Reha-Zentrum für blinde und verletzte Elefanten – schenkt Barton den Dickhäutern wundervolle, beruhigende Melodien.

Und besonders eine hört gerne zu: Elefantendame Lam Duan. Die 62-jährige alte Elefanten-Lady liebt es, wenn der klassisch ausgebildete Pianist Musik von Johann Sebastian Bach spielt.

So fing alles an

Barton erzählte gegenüber der Website „Treehugger“, wie es dazu kam, dass er in dem heiligen Land begann, sein Klavier regelmäßig mit in die Elefanten-Reha-Station zu nehmen. „Das erste Mal, als ich dort spielte, war ein blinder Elefant namens Plara zufällig in der Nähe. Er frühstückte Bananengras, aber als er die Musik dann das erste Mal wahrnahm, hörte er auf zu essen. Während das Gras noch aus seinem Maul heraushing stand er vollkommen bewegungslos da und lauschte der Musik“.

Er fügte hinzu: „Ich kehrte mit dem Klavier dann irgendwann wieder zurück zu „Elephants World“ und blieb dann auch länger. Damals gab es noch nicht viele Besucher, so dass ich erstmal jeden Tag alleine mit Plara und den anderen Elefanten verbringen konnte. Plara mochte wirklich langsame, klassische Musik und jedes Mal, wenn ich Flöte oder Klavier spielte, krümmte sie ihren Rumpf, zitterte und aß nicht weiter, bis die Musik zu Ende war“.

Bach für die Heilung?

Im Laufe der Jahre habe sich Baron dann gefragt, ob das Klavierspielen möglicherweise wirklich eine heilende und beruhigende Wirkung auf die kranken Elefanten habe könne und er damit einen wertvollen Beitrag zur ihrer Rehabilitation leisten könne. „Für mich sind Elefanten schlicht und einfach wilde Tiere und ich wünschte, sie würden alle in der Wildnis leben, da wo sie hingehören. Aber ich akzeptiere auch, dass es in Thailand viele Elefanten gibt, die domestiziert oder in Gefangenschaft gehalten werden und ich verstehe die Geschichte dieser Situation“. Auf seine Weise wolle er diese nun zumindest verbessern.

Langsame Klaviermusik würde besonders die gefährlichen Elefantenbullen am meisten beruhigen. „Vielleicht hat diese sanfte Musik den blinden Elefanten, für die ich bereits gespielt habe, ein wenig Trost gespendet“. Deswegen hat Barton nicht nur zu Elefantendame Lam Duan ein besonderes Verhätnnis, sondern auch zu Elefantenbulle Romsai, der fast komplett blind ist. Er möge besonders „die langsamen Klavierstücke“.

Heute nun stellte er ein weiteres Video online, bei dem die herbeigeeilten Elefanten auch noch gleich dazu trompeten!

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