Kochsalz statt Impfstoff: Polizei durchsucht Impfzentren

Das Impfzentrum des Landkreises Friesland in Schortens.
Das Impfzentrum des Landkreises Friesland in Schortens.

Mohssen Assanimoghaddam/dpa

26.08.2021 08:35 Uhr

Eine Krankenschwester hat in einem Impfzentrum in Niedersachsen möglicherweise Tausende Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen. Die Polizei hat nun mehrere Durchsuchungen durchgeführt.

Bei den Ermittlungen wegen möglicher Impfungen mit Kochsalzlösungen hat die Polizei am Donnerstagmorgen mehrere Räumlichkeiten durchsucht. Die Durchsuchungen fanden vor allem im Landkreis Friesland in Niedersachsen statt, teilte das Polizeipräsidium Oldenburg mit.

Die Beamten der Ermittlungsgruppe „Vakzin“ suchten demnach in mehreren Impfzentren nach Beweismitteln. Weitere Details sollten im Lauf des Tages bekanntgegeben werden.

Geständnis von Krankenschwester

Ermittelt wird gegen eine examinierte Krankenschwester. Sie hatte eingeräumt, am Impfzentrum in Schortens am 21. April sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Ihr war beim Anmischen ein Fläschchen mit Impfstoff runtergefallen, was sie nach eigener Aussage vertuschen wollte. Vergangene Woche hatten Kreis und Polizei dann mitgeteilt, dass nach weiteren Zeugenaussagen nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösungen aufgezogen habe. Um die möglicherweise fehlenden Impfungen nachzuholen, sollen daher knapp zehntausend Betroffene als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.