Komödie „Die Schlikkerfrauen“ heute Abend im Fernsehen

30.09.2014 17:57 Uhr

Annette Frier, Katharina Thalbach, Shadi Hedayati und Sonja Gerhart spielen mit Elan, Witz und Herzblut in ‚Die Schlikkerfrauen‘ vier Damen, die um ihre Existenz kämpfen und sich dabei weder einschüchtern noch beirren lassen.

Lose an das Schicksal der vielen Angestellten der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker angelehnt, schrieben Uwe Janson und David Ungureit ein authentisches Drehbuch, das Janson sensibel und mit viel Augenmerk auf die Gefühlslage seiner Figuren in Szene setzte.

Und darum geht’s: Angie, Greta, Zari und Chris lieben ihren Job in der Schlikker-Filiale in Berlin-Moabit. Doch dem Konzern droht das Aus – ein Ansporn für die vier sehr unterschiedlichen Frauen, mit Überstunden und Gehaltsverzicht um ihre Arbeitsplätze zu kämpfen. Trotzdem geht Schlikker pleite, die Kündigung scheint unabwendbar. So leicht gibt sich das Quartett jedoch nicht geschlagen: Erst wird der Laden besetzt, und schließlich nehmen sie Konzernchef Theo Schlikker als Geisel…

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‚Die Schlikkerfrauen‘ sind nach dem Vorbild englischer Arbeiterkomödien aus den neunziger Jahren gestrickt. In Filmen wie ‚Ganz oder gar nicht‘ oder ‚Brassed off‘ schaffen sich abhängig Beschäftigte mit Fantasie und Chuzpe einen Weg aus der Arbeitslosigkeit. Ganz so fantasievoll wie bei den Briten, die es mit Striptease oder einer Blaskapelle versuchen, geht es bei den Frauen im hellblauen Kittel aber nicht zu.

Autor Uwe Janson, der unter anderem die Guttenberg-Satire ‚Der Minister‘ für Sat.1 schrieb, wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Arbeiter-Romantik und Klamotte. Er verschafft dem Drehbuch einige Nebenschauplätze, etwa der Liebesbeziehung zwischen der Muslimin Zari (Shadi Hedayati) und der blonden Chris (Sonja Gerhardt), die vom Erfolg in einer Casting-Show träumt. Anders als für die Filialchefin und die Alleinerziehende Angie ist für die beiden Mitstreiterinnen der Job nicht alles, Angestellte des Monats wollen sie sowieso nicht werden.

Ganz so rosig war die Schlecker-Wirklichkeit dann aber doch nicht. Mit der Pleite von Europas ehemals größter Drogeriekette verloren etwa 25. 000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Die Gläubiger forderten rund eine Milliarde Euro. Das Handelsunternehmen aus Baden-Württemberg hatte zu seinen Bestzeiten rund 9000 Märkte im In- und Ausland.

Die TV-Sender bleiben beim Thema Schlecker dran. Sat.1 zeigt im Anschluss an die Komödie eine Dokumentation zur Pleite. Am 13. und 15. Oktober strahlt das ZDF den Zweiteiler ‚Alles muss raus – Eine Familie rechnet ab‘ aus – als Drama mit Robert Atzorn als Firmenpatriarchen. (KT/dpa)

Fotos: SAT.1