Kritik an Polizei: Der Everard-Mörder durfte Parlament bewachen

Sir Lindsay Hoyle meldet sich zu Wort.
Sir Lindsay Hoyle meldet sich zu Wort.

Uk Parliament/Jessica Taylor/PA Media/dpa

03.10.2021 10:40 Uhr

Der Fall beschäftigt die britische Gesellschaft: Ein Polizist hat eine Frau ermordet. Nun kommen weitere Details zutage.

Der Parlamentspräsident des britischen Unterhauses, Lindsay Hoyle, hat eine Erklärung von Scotland Yard zum Einsatz des Everard-Mörders auf dem Parlamentsgelände gefordert.

Der Polizist wurde kürzlich zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er die 33-jährige Londonerin Sarah Everard unter falschen Behauptungen festgenommen, entführt, vergewaltigt und ermordet hatte. Der Fall löste eine Vertrauenskrise in die britische Polizei und eine Welle der Empörung über Gewalt gegen Frauen in dem Land aus.

Eines der bestbewachtesten Gebäude

Wie sich nun herausstellte, war der Mann im vergangenen Jahr mehrmals zum Schutz des britischen Parlaments mit Schusswaffe auf dem Gelände des Palace of Westminster im Einsatz. „Ich habe die Met (Metropolitan Police, Anm. d. Red.) um ein dringendes Gespräch gebeten, um zu diskutieren, wie diese Person als geeignet befunden werden konnte, um hier Dienst zu tun“, sagte Hoyle der Londoner „Times“.

Das britische Parlamentsgelände gilt als einer der bestbewachten Orte des Vereinigten Königreichs. Um eine Zugangsberechtigung zu erhalten, muss man sich einer eingehenden Sicherheitsüberprüfung unterziehen. Der Mörder Everards war zu diesem Zeitpunkt mindestens einmal wegen Exhibitionismus angezeigt worden und unter Kollegen wegen unangemessenen Verhaltens gegenüber Frauen aufgefallen.