20.09.2020 16:33 Uhr

Kulturhauptstadt-Bewerbung: Chemnitzer radeln nach Berlin

Eine «verrückte Idee» wurde Wirklichkeit: Um der Chemnitzer Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas mehr Aufmerksamkeit zu verleihen, stiegen zahlreiche Freizeitsportler in den Sattel.

Paul Zinken/dpa

Auf ungewöhnliche Weise hat Chemnitz das sogenannte Bid Book für seine Kulturhauptstadt-Bewerbung 2025 eingereicht. Am Sonntagmittag kam das gut 60-seitige Dokument per Fahrrad am Brandenburger Tor in Berlin an – nach einer 48 Stunden-Tour durch mehrere Bundesländer.

Die 39 passionierten Freizeitradsportler, die seit Freitag in Etappen rund 1200 Kilometer mit dem Bewerbungsbuch (Bid Book) im Rucksack zurücklegten, wurden mit großem „Hallo“ und einem Spalier aus Fans, Akteuren der Chemnitzer Bewerbung und Schaulustigen empfangen.

„Wir sind einfach froh, dass es geklappt hat“, sagte Initiator Kai Winkler der Deutschen Presse-Agentur. Er habe bis zur letzten der sechs in wechselnder Besetzung gefahrenen Etappen gezittert, ob die Aktiven aus der Chemnitzer Radsportszene es schaffen. „Das war ja auch für sie kein Kinderspiel.“ Ein 23-Jähriger saß dabei fast die komplette Zeit im Sattel und fuhr 1024 Kilometer mit. Die „verrückte Idee“ sei Wirklichkeit.

Das zuvor in einem großen „C“ über Landstraßen in Tschechien, Bayern, Hessen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg transportierte Bid Book wurde in den Briefkasten der Kulturstiftung der Länder gesteckt – einen Tag vor Fristablauf.

Chemnitz ist eine von fünf deutschen Bewerbern um den Titel Kulturhauptstadt Europas. Deutschland darf 2025 neben Slowenien eine der beiden Städte stellen. Ende Oktober soll feststehen, ob die sächsische Industriestadt es geschafft hat, sich gegen die Mitbewerber Hannover und Hildesheim (Niedersachsen), Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und Nürnberg (Bayern) durchzusetzen.

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