Landunter in Oberbayern – Katastrophenfall ausgerufen

Wasser fließt über einen Platz vor einem Haus. Der Landkreis Berchtesgadener Land hat nach starkem Regen wegen Hochwassers den Katastrophenfall ausgerufen.
Wasser fließt über einen Platz vor einem Haus. Der Landkreis Berchtesgadener Land hat nach starkem Regen wegen Hochwassers den Katastrophenfall ausgerufen.

Kilian Pfeiffer/dpa

18.07.2021 00:30 Uhr

Sintflutartige Regenfälle lassen Bäche und Flüsse anschwellen. Straßen werden überflutet, Hänge rutschen ab. Die Lage in Oberbayern ist dramatisch, die Feuerwehr im Dauereinsatz.

Überflutete Straßen, Erdrutsche und evakuierte Häuser – nach starkem Regen hat der Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern den Katastrophenfall ausgerufen. Die Feuerwehr ist seit Samstagabend im Dauereinsatz. Die Lage sei dramatisch, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein.

Betroffen seien vor allem die Orte Berchtesgaden und Bischofswiesen im äußersten Südosten Bayerns. Dort schieße das Wasser aus den Bergen, gleichzeitig stiegen die Pegelstände des Flusses Ache an. Wegen abrutschender Hänge seien schon einzelne Häuser geräumt worden. Die Bevölkerung sei aufgerufen, Keller zu verlassen und die Straßen zu meiden, da über diese viel Wasser schieße. Der Landkreis koordiniere ab sofort den Einsatz.

„Es kommen ständig Notrufe rein“, sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim. Im Landkreis Berchtesgadener Land seien sämtliche Feuerwehren gefordert. „Die Lage ist unübersichtlich“, sagte der Sprecher. „Es regnet stark.“ Bundesstraßen seien überflutet oder wegen Murenabgängen gesperrt worden. Zunächst war auch die Feuerwehr in Reit im Winkl im Nachbarlandkreis Traunstein gefordert. Dort beruhigte sich die Lage aber im Laufe des Abends.

Medien berichteten von Rekord-Pegelständen an der Ache – bis 22.00 Uhr lagen sie schon bei etwa 3,75 Metern. Bilder zeigen reißende Fluten in den Straßen. Menschen stehen knietief im Wasser.

Auch das österreichische Hallein bei Salzburg wurde nach sintflutartigen Regenfällen überflutet. Ein Bach war am Abend nach Polizeiangaben zu einem reißenden Strom angeschwollen. Einsatzkräfte bargen mit Booten und Lastwagen Menschen, die in ihren Häusern eingeschlossen waren. Nach Angaben der Feuerwehr lagen am späten Abend keine Meldungen über Vermisste, Verletzte oder gar Tote vor.

Das Wasser floss laut Behörden am späten Abend teilweise wieder ab. Dennoch bleibe die Lage in der 22 000-Einwohner-Stadt angesichts möglicher neuer Regenfälle angespannt.