Montag, 11. März 2019 13:03 Uhr

Lars Eidinger: Zu intelligent um glücklich zu sein?

Erfolgreicher Schauspieler als Hauptberuf – DJ als Hobby und Nebenjob. Lars Eidinger ist für seine vielfältigen Rollen und seine exzentrischen Auftritte sowohl bekannt als auch beliebt. Sein Talent wird im Theater und TV gefeiert und der letzte enorme Erfolg liegt mit dem Kinofilm „25 km/h“ nicht lange zurück.

Lars Eidinger: Zu intelligent um glücklich zu sein?

Foto: AEDT/WENN.com

An diesem Multitalent hat natürlich auch Hollywood Interesse und so schafft der 40-Jährige es immer wieder in internationale Verfilmungen. In dem kommenden Remake des Disney Klassikers „Dumbo“ ist er mit einer kleinen, aber tragenden Rolle zurück auf der Kinoleinwand. Im Gespräch mit „Cosmopolitan“ erklärt der Künstler, was ihm bei seinen Auftritten den Kick gibt, warum er Probleme mit Klischees hat und weshalb er nie richtig glücklich sein kann.

Quelle: instagram.com

„Könnte ich besser singen, wäre ich Sänger geworden“

Ursprünglich wollte er Popstar werden, stünde da nicht die Stimme im Weg: „Könnte ich besser singen, wäre ich Sänger statt Schauspieler geworden, weil ich finde, dass man allein über die Stimme viel direkter die Herzen der Menschen erreichen kann.“

Sowohl bei seinen Rollen als auch bei seinen DJ Gigs versucht der Künstler sich durchgehend zu fordern: „Meine inneren Widerstände zu besiegen, das gibt mir den Kick.“ Dass dabei auch mal der blanke Hintern entblößt wird, löst in dem eigentlich, laut eigener Angabe „schamhaften“ Menschen, die größte Euphorie aus. Durch diese Selbstdarstellung wirkt Lars Eidinger oft egozentrisch, beschreibt sich persönlich dennoch mit den Worten: „Widersprüchlich, ehrlich, menschlich.“

Quelle: instagram.com

Von Klischees ist er genervt und mag es nicht, dass Personen ihn klassifizieren. Vor allem mit einem Vorurteil stimmt der Darsteller gar nicht überein: „Mit der Behauptung, dass ich selbstverliebt sei. Das bin ich null Komma null.“ Er fügt hinzu: „Ich habe wahrscheinlich eine narzisstische Störung, das ist etwas anderes. Aber jemand, der selbstverliebt ist, wird nicht Schauspieler. Nein, der genügt sich selbst. Der muss nicht von anderen gespiegelt kriegen, du bist toll! Wir gucken dir zu, wir lieben dich! Und das brauche ich extrem. Ich brauche das Außen, um mich zu bestätigen, weil ich das aus mir heraus nicht schaffe.“

Quelle: instagram.com

Der Schauspieler zeigt, dass er mit seiner Selbstbeschreibung vollkommen richtig liegt, denn ehrlich steht er zu seiner Widersprüchlichkeit: „Es schwingt bei mir eben immer beides mit, Größenwahn und Zweifel. Der Triumph funktioniert auch nur in dem Wissen um die Möglichkeit des Scheiterns. Ich habe Angst abzustürzen.“ Nachdenklich, aber dennoch selbstbewusst, reagiert er auf die Frage, was ihn glücklich macht: „Ich bin nie vollkommen glücklich. Dafür bin ich viel zu intelligent.“

Quelle: instagram.com

Er zeigt seine menschliche und nahbare Seite: „In jedem glücklichen Moment schwingt auch immer eine gewisse Melancholie, ob dessen Vergänglichkeit, mit. Deshalb kann ich mich auch nie im Moment verlieren.“ Trotzdem wäre Lars Eidinger nicht gerne weniger intelligent und plädiert dafür, dass man sich selber treu bleiben muss, denn gerade das macht die Menschen einzigartig.

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren