Lauterbach will Ausgangssperre ab 20 Uhr

Lauterbach will Ausgangssperre ab 20 Uhr
Lauterbach will Ausgangssperre ab 20 Uhr

© IMAGO / Future Image

25.03.2021 20:15 Uhr

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert Ausgangssperre ab 20.00 Uhr: "Ich sehe keinen anderen Weg".

Der Gesundheitsexperte der SPD Karl Lauterbach forderte im ARD-Mittagsmagazin einen harten Lockdown. „Wir müssen eine Stabilität reinbekommen und diese Stabilität bekommen wir nicht, ohne dass wir den Lockdown jetzt deutlich verschärfen“, sagte Lauterbach am Donnerstag angesichts der Lockerungsdebatte, die der Saarländische Ministerpräsident Tobias Hans heute eröffnet hatte.

Ausgangssperre für zwei Wochen

„Man muss es ganz ehrlich sagen, ich sehe keinen anderen Weg, als hier mit einer Ausgangssperre ab 20 Uhr zu arbeiten, zumindest für eine befristete Zeit für zwei Wochen“. Bis dahin, so Lauterbach weiter, sollten Tests weiter ausgebaut werden, damit auch in Betrieben regelmäßig getestet werden könne. Lauterbach plädierte, dass dies verpflichtend geschehen muss: „Sonst verlieren wir weitere zwei Wochen und haben dann Fallzahlen Mitte oder Ende April um 200 oder 300 pro Tag, und das ist sehr schwer zu stoppen.“

Kritik am Saarland

Lauterbach befürchtet durch das Modellprojekt im Saarland eine Verschärfung der Corona-Lage in Deutschland. „Man kann das drehen und wenden wie man will, bei den Modellprojekten geht es um zusätzliche Lockerungen (…) und genau das brauchen wir ja derzeit nicht, wir brauchen keine Lockerungen, sondern wir brauchen eine Verschärfung“, so der Gesundheitsexperte im ARD-Mittagsmagazin weiter und kritisiert Ministerpräsident Tobias Hans für seine Entscheidung vom Vormittag.

Lauterbach will Stopp des Wachstum

„Das Saarland ist ein Mutationsgebiet. Wir haben dem Saarland auch aus diesem Grunde zusätzlichen Impfstoff gegeben. Der Impfstoff ist von anderen Bundesländern zur Verfügung gestellt worden und wir hätten uns daher gewünscht, dass entsprechend vorsichtig im Saarland operiert wird.“ Oberstes Ziel müsse es sein, „erst einmal wieder aus dem exponentiellen Wachstum herauskommen“, so Lauterbach. Erst wenn das exponentielle Wachstum wieder im Griff sei, könne über Teststrategien nachgedacht werden, um in einem zweiten Schritt weiterer Lockerungen auf den Weg zu bringen.