Montag, 30. September 2019 22:29 Uhr

Leichtathletik-WM: Doch keine tiefen Einblicke mehr durch Skandalkamera

Foto: photomak/Shutterstock

Derzeit messen sich die besten Leichtathleten der Welt in verschiedensten Disziplinen in Doha. Allerdings macht die WM nicht nur mit sportlichen Rekorden Schlagzeilen. Vor allem die neu eingeführte Kamera, die unmittelbar vor dem Start die Gesichter der Athleten vor deren Läufen aufzeichnet, sorgte zuletzt für Diskussionen. Das Problem an der Technik: neben der Mimik der Sportler reicht der Blickwinkel der installierten Geräte bei den Startvorbereitungen eben auch bis tief in den Schritt…

Während der Leichtathletik-WM wurden erstmals sogenannte Startblock-Kameras installiert, die die emotionale Mimik der Athleten unmittelbar vor dem Start in Großaufnahme zeigen soll. Doch vor allem den weiblichen Sportlerinnen passt diese neue Technik gar nicht. Das Problem daran: der Winkel der Kamera fällt bis auf die Hinterteile der Läuferinnen.

Nun reagierte der Leichtathletik-Weltverband IAAF auf die international geäußerte  Kritik an den Startblock-Kameras. Vor allem die deutsche Staffelläuferin Gina Lückenkemper (22) machte ihrem Ärger über die intimen Einblicke ordentlich Luft. „Ich wage zu bezweifeln, dass eine Frau an der Entwicklung der Block-Kameras beteiligt war“, so die 22-Jährige gegenüber der ARD. „Wir müssen immer in diesen kurzen Sachen darüber steigen, finde ich ziemlich doof als Frau“, beschwerte sich die Athletin ziemlich diplomatisch.

So reagiert der IAAF

Offensichtlich zeigte die verärgerte Reaktion der deutschen Teilnehmerinnen Wirkung. Der Deutsche Leichtathletik-Verband legte nämlich in deren Namen eine offizielle Beschwerde beim IAAF ein. Mit Erfolg. Die beiden Verbände einigten sich darauf, dass das Bild beim Besteigen der Startblöcke zunächst schwarz werden soll. Erst wenn die Läuferinnen im Block stehen soll das Signal wieder hergestellt werden.

Leichtathletik-WM: Doch keine tiefen Einblicke durch Arsch-Kamera

imago images / Xinhua

„Die Signale der ‚Upper Cameras‘ im Startblock werden im Kontrollraum auf dem Hauptscreen schwarz geschaltet und auf einem Nebenscreen so verkleinert dargestellt, dass nichts mehr zu erkennen ist. Erst wenn die Athleten im Block ’sitzen‘ wird das Signal wieder groß dargestellt und ggf. auch im TV bzw. im Stadion gezeigt“, teilte der Deutsche Leichtathletik-Verband der ARD mit.

Die Startblock-Kameras sind somit mal wieder ein gutes Beispiel dafür, dass Modernisierung nicht immer gleich ein Fortschritt bedeutet. Vor allem im Sport nicht.

 

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