Leon Goretzka rät aktiven Spielern zum Outing

Leon Goretzka rät aktiven Spielern zum Outing
Leon Goretzka rät aktiven Spielern zum Outing

© IMAGO / Poolfoto

12.05.2021 10:37 Uhr

Leon Goretzka versteht nicht, dass es im Deutschen Fußball noch immer ein großes Homophobie-Problem gibt. „Aber wir leben im Jahr 2021. Hier sind wir als Team, als Fans, als Vereine und als Gesellschaft gefordert".

Nationalspieler Leon Goretzka kritisiert das Homophobie-Problem des deutschen Profifußballs. „Ich würde mich freuen, wenn ein aktiver Spieler den Mut hätte, sich zu outen, keine Frage. Ich glaube, dass das vielen den Weg ebnen würde, sich nicht mehr verstecken zu müssen“, sagte der FC-Bayern-Mittelfeldstar in einem Interview dem Magazin „Playboy“.

Goretzka widerspricht Lahm

Darin widersprach der 26-Jährige den jüngsten Aussagen von Ex-Bayern-Profi Philipp Lahm, der im Rahmen einer Buchvorstellung homosexuellen Profifußballern von einem Outing abgeraten hatte. „Bei einem Outing würden natürlich auch populistische und gestrige Kommentare kommen. Gerade in Stadien, wo die Hemmschwellen teilweise auch zu niedrig sind“, so Goretzka weiter.

Der 26-Jährige fügte hinzu: „Aber wir leben im Jahr 2021. Hier sind wir als Team, als Fans, als Vereine und als Gesellschaft gefordert, dass wir Spielern Mut machen und sie nach ihrer Leistung beurteilen, nicht nach ihrer Sexualität.“

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Emotionale Reaktionen gehören zum Fußball

Grundsätzlich sind die zum Teil hochemotionalen Reaktionen der Fans auf den Rängen aus Goretzkas Sicht ein wichtiger Bestandteil des Fußballs, die ihm wie anderen Profis zur Zeit der Geisterspiele sehr fehlten. „Ich weiß nicht, ob man zwingend besser oder schlechter spielt, aber es hat auf jeden Fall einen großen Einfluss auf das Spiel. Wenn man sich Statistiken anguckt, sieht man doch sehr deutlich, dass der Heimvorteil ohne Zuschauer wegfällt. Und gerade bei knappen Situationen kann das Publikum schon einen großen Einfluss haben – und ein Spiel in die eine oder andere Richtung lenken“.