04.11.2011 23:38 Uhr

Leonardo DiCaprio: Rauschende Weltpremiere für „J. Edgar“

Los Angeles. Mittwochabend fand im Grauman’s Theatre in Hollywood die Weltpremiere des neuen Clint Eastwood-Films ‚J. Edgar‘ statt – mit Leonardo diCaprio (36) in der Rolle des legendären FBI-Chefs John Edgar Hoover.

Das Staraufgebot zur Eröffnung des AFI Filmfests des American Film Institute war gewaltig: Neben Clint Eastwood (81), der mit seiner Gattin Dina kam, waren auch mit Scott (25) und Alison (39, siehe Foto unten) zwei seiner Kinder da, die ebenfalls als Schauspieler arbeiten.

Des weiteren zeigten sich auch die Darsteller Naomi Watts und Armie Hammer auf dem roten Teppich und als Gäste Ron Howard, Hilary Swank, Jennifer Love Hewitt, Brian Grazer, Brett Ratner, Ed Westwick und man will es nicht glauben auch Starlet Lindsay lohan drückte sich auf der Aftershow-Party herum. Die letzte, bevor sie für 30 Tage wieder in den Knast geht.

Hinter vorgehaltener Hand wird Leonardo diCaprio bereits für einen Oscar gehandelt und vielleicht auch die Maskenbildner, die eine bravouröse Leistung hinlegten, als sie Leo schließlich in einen alten Mann verwandelten. Aber nicht nur das: Der Star mußte auch innerhalb kürzester Zeit irdentlich an Gewicht zulegen.

„Es geht um Beziehungen“, sagt Clint Eastwood, „um intime Interaktionen zwischen Hoover und den Menschen in seinem Umfeld: seine engen Verhältnisse zu Clyde Tolson, Helen Gandy und seiner Mutter – aber auch seine Beziehung zu Robert Kennedy und anderen bekannten Politikern, sogar Präsidenten. Wenn es sich nur um eine filmische Biografie handeln würde, hätte sie mich wohl nicht interessiert. Ich schätze eher Filme, die Beziehungen zeigen, ich lote gern aus, warum Menschen bestimmte Dinge tun.“

Der Regisseur freute sich auch auf seine erste Zusammenarbeit mit DiCaprio. „Leo ist sehr intelligent, er übernimmt gern ausgefallene Rollen, die seine Fantasie anregen“, sagte er und fügte hinzu: „Mir war klar, dass Hoover ihn mental und auch körperlich sehr fordern würde, aber er bringt sich mit vollem Engagement in seine Aufgabe ein, und das merkt man seiner Darstellung auch deutlich an.“

„Schon beim Lesen merkte ich, dass ich es selten mit einer so schwierigen Rolle zu tun hatte“, sagt DiCaprio über das Drehbuch von Dustin Lance Black, das Hoovers gesamte Laufbahn umfasst – ab den bolschewistischen Invasionen 1919, als der Kommunismus auch in Amerika Einzug hielt. „Hoover hielt den Kommunismus fast für eine terroristische Bewegung – sein Leben lang hat er gegen ihn und andere vermeintliche Feinde gekämpft. Lance analysiert den jungen Hoover ebenso wie den alten und beleuchtet dabei jeden nur erdenklichen Aspekt.“

‚J. Edgar‘ kommt am 16. Februar in die deutschen Kinos.

J. Edgar Hoover war eine komplexe, mitreißende Persönlichkeit, die Amerika in ihrem Bann hielt und deren Vermächtnis auch heute noch in den Fluren jenes FBI-Gebäudes zu spüren ist, das nach ihm benannt wurde. Er beschleunigte die Einführung der modernen Forensik und schuf ein System von Bundesgesetzen, die die USA auf vielfältige Weise veränderten – was bis in die Gegenwart nachwirkt. Er wurde gefürchtet und verehrt, war ein Mann der Gegensätze, dessen öffentliches und privates Leben Gerüchte und Anspielungen provozierte. Doch weil er seine eigenen Geheimnisse eisern zu wahren wusste, sind wir in Bezug auf sein Leben nach wie vor weitgehend auf Spekulationen angewiesen.

Regisseur Clint Eastwood ist unter Hoovers Herrschaft aufgewachsen – ihn reizte es,diese Persönlichkeit zum Thema eines Films zu machen: „Hoover war ein Spitzen-Cop oder ‚GMan‘, wie man sie damals nannte. Aber ich wusste kaum etwas über ihn. Er sonnte sich im Licht der Öffentlichkeit, ließ sich auf Partys mit Filmschauspielern und beru?hmten Autoren fotografieren, aber viele Aspekte seiner Persönlichkeit bleiben rätselhaft.“

Fotos: wenn.com, Warner Bros.

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