03.07.2020 16:15 Uhr

Lidstraffung bis Fettabsaugen: Diese Schönheits-OPs boomen dank Corona

Die Corona-Krise hat weitreichende Folgen für alle Bereiche des Lebens. Auch in der Schönheitsbranche sind Auswirkungen der Pandemie zu beobachten.

HBRH/Shutterstock.com

Aufgrund des Corona-Lockdowns das Training schleifen lassen oder wegen der Maskenpflicht unfreiwillig das Augenmerk auf die ungeliebten Lachfältchen gelenkt? Seit nunmehr rund vier Monaten hat das Virus unseren Alltag fest im Griff – und damit auch die Art und Weise, wie wir einander und uns selbst wahrnehmen. Das zeigen auch die aktuellen Trends im Bereich der Schönheitschirurgie, die von der VDÄPC (Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen) anlässlich der Jahrespressekonferenz veröffentlicht wurden.

Die Tücken des Homeoffice

Für manch einen ist der wochentägliche Gang in die Arbeit quasi die einzige Form von sportlicher Betätigung. Doch selbst die fiel wegen des Lockdowns für die meisten Arbeitnehmer flach, hinzu kam zuweilen auch noch eine ungesündere Ernährung als vor der Pandemie. Die Folge: „Das Interesse an Fettabsaugungen ist seit der Corona-Pandemie bei Frauen und Männern deutlich angestiegen“, so Dr. med. Murat Dagdelen.

Vor- und Nachteile der Maskenpflicht

Der Mund-Nasen-Schutz, der in den vergangenen Monaten zum Alltag im öffentlichen Leben geworden ist, verdeckt einen großen Teil des Gesichts. Doch ebenso lenken die Masken dadurch den Blick auf ganz bestimmte Bereiche. Die kleinen Fältchen rund um die Augen etwa werden durch die Maskenpflicht zu sehr betont, scheinen sich viele Menschen zu denken. „Lidstraffungen erleben durch Corona einen Boom“, berichtet Dr. med. Karl Schuhmann.

Doch die Maskenpflicht hat auch etwas Gutes, zumindest für all diejenigen, die ohnehin eine Lippen-OP vorhatten: „Lippenkorrekturen können kurzfristig zu blauen Flecken, Rötungen oder Schwellungen führen. Eine Maske verdeckt Schwellungen nach einer Lippenkorrektur“, führt Schuhmann weiter aus.

Sorge am Arbeitsmarkt?

Neben der Sorge um die eigene Gesundheit und die der Liebsten treibt die Menschen seit Corona die Angst vor der Arbeitslosigkeit um. Auch dies könne im Schönheitssektor dazu führen, dass „der Wunsch nach einer frischen Optik“ für vermehrte Behandlungen sorgt, etwa mit Hyaluron und Botulinumtoxin, kurz Botox. „Viele Patienten wollen auf dem veränderten Arbeitsmarkt konkurrenzfähig sein“, sagt Prof. Dr. med. Dennis von Heimburg, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Präsident der VDÄPC.

In allen Fällen gelte aber und zu Zeiten von Corona umso mehr: „Gesundheit geht vor Schönheit“. Daher sei jedem empfohlen, vor einem Eingriff jedweder Art die Möglichkeit der Online-Beratung wahrzunehmen. „Nicht Masse, sondern Qualität zählt“, so Heimburg.

(stk/spot)