24.09.2020 13:58 Uhr

Linda Feller: „Dolly Parton ist bis heute eine Lehrerin für mich“

Linda Feller veröffentlicht am 25. September ein Jubiläumsalbum. Darauf ist ein Duett mit Country-Legende Dolly Parton zu hören. Wie die Zusammenarbeit mit dem US-Star lief, verrät Feller im Interview.

imago/STAR-MEDIA

Seit Jahren gehört sie zu den erfolgreichsten Country-Sängerinnen Deutschlands: Linda Feller (54, „Minuten im Fieber“). Mit einem Cover des Dolly-Parton-Klassikers „Apple Jack“ gelang ihr 1985 der Durchbruch. 38 Studioalben und zahlreiche Auszeichnungen folgten. Dieses Jahr feiert die gebürtige Thüringerin ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum. Aus diesem Anlass erscheint am 25. September ihr neuer Langspieler „35 Jahre – Das Jubiläumsalbum“.

Neben fünf neuen Tracks sind darauf Coversongs zu hören, die eine wichtige Rolle im Leben der 54-Jährigen gespielt haben. Natürlich darf auch der Erfolgshit „Apple Jack“ nicht fehlen. Dafür hat sie sich eine ganz besondere Duettpartnerin geholt: Country-Legende Dolly Parton (74). „Dolly Parton ist bis heute, ich möchte fast sagen, eine Lehrerin für mich“, schwärmt Linda Feller im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Ein Traum ging in Erfüllung

„Sie schafft es in ihren Songs wie keine andere, den Text, die Melodie und ihren Gesang in Einklang zu bringen“, schwärmt Feller von Parton. „Keiner kann so wie sie Emotionen in einem Song, der vielleicht maximal vier Minuten lang ist, glaubhaft transportieren.“ Mit dem Duett sei für Feller „mein allergrößtes Highlight und unerreichbarer Traum in Erfüllung gegangen“. Eigentlich wollte Feller den Song gemeinsam mit Dolly Parton im Tonstudio einsingen. Doch die Corona-Krise machte einen Strich durch die Rechnung. „Ich bin tatsächlich sehr traurig darüber, dass ich das Duett nicht mit ihr gemeinsam singen konnte“, erklärt die 54-Jährige.

Bisher hätten sich die beiden Country-Sängerinnen nur per WhatsApp-Video gesehen. „Es wird aber eine Zeit nach Corona geben und wir werden uns sehen. Davon bin ich fest überzeugt.“ Mit dem Song „Apple Jack“ verbindet Linda Feller einige große Momente ihrer Karriere. „Nach der Aufnahme hatte ich das große Glück, in die Berliner Band Country & Co einsteigen zu dürfen“, erzählt die „Minuten im Fieber“-Interpretin. Genau dieser Song habe der Band zum großen Erfolg verholfen. „Wir hatten unzählige TV- sowie Liveauftritte.“ Bis heute spiele sie „Apple Jack“ auf jedem ihrer Livekonzerte.

„Die Menschen sollten nicht ständig meckern“

Neben Dolly Parton ist auch der zweifache Grammy-Gewinner Ray Stevens (81, „Boogity Boogity“) auf dem Album zu hören. „Aufgrund von Corona und der Einreisesperre in die USA mussten Ray und ich leider in getrennten Studios aufnehmen“, berichtet Feller von der gemeinsamen Arbeit. „Aber wir hatten dennoch Spaß. Dank der heutigen Technik waren wir immer in Verbindung.“ Sie hätten sich die Freude am Einsingen nicht nehmen lassen, „was man, wie ich finde, auch hören kann“.

Die Corona-Krise war nicht nur bei den Aufnahmen ihres neuen Albums ein Störfaktor, auch Konzerte konnten nicht stattfinden. „Ich vermisse die Liveauftritte sehr. Vor allem der hautnahe Kontakt zu den Fans, während und nach dem Konzert“, gesteht die Sängerin. Allerdings habe ihr die Krise die Augen geöffnet: „Die Corona-Krise zeigt uns doch im Grunde, wie gut es uns ging und immer noch geht, im Vergleich zu anderen Ländern.“ Außerdem empfinde Feller mehr Dankbarkeit und Demut für das, was sie habe: „Die Menschen sollten nicht ständig auf hohem Niveau meckern, schimpfen und ständig an allem Kritik üben.“

Kein bisschen müde

Wie Feller auf ihre Karriere zurückblickt? „Voller Dankbarkeit, Freude aber auch mit etwas Traurigkeit, dass diese Jahre so schnell vergingen.“ Es habe zwar auch Tiefs gegeben, „aber durch meine positive Einstellung waren die Täler schnell durchlaufen.“ Ein solches Tal erlebte Feller zuletzt Anfang Juni, als sie sich bei einem Fahrradunfall die Schulter brach und operiert werden musste. „Es geht mir wirklich nach jedem Physio- und Ergo-Termin besser. Dank meiner sehr guten Therapeuten“, berichtet sie von ihrer Genesung. Allerdings komme sie um einen erneuten OP-Termin nicht herum: „In circa einem Jahr kommen die Schrauben und Platten wieder raus.“

Am 23. September feierte Linda Feller ihren 54. Geburtstag. „Im Normalfall hätte die ganze Familie an der Geburtstagstafel gesessen“, so die Jubilarin. Doch wegen der Albumveröffentlichung hätten dieses Jahr TV- und Pressetermine den Vorzug erhalten. Kürzertreten kommt für sie also nicht infrage, vom Ruhestand wolle sie noch nichts wissen. „Ute Freudenberg hatte mir zum 50sten gratuliert und mir gesagt, dass jetzt erst alles los geht und sie hat Recht gehabt.“

(amw/spot)