Lockdown-Trend: Warum jetzt alle Eisbaden wollen

Lockdown-Trend: Warum jetzt alle Eisbaden wollen
Lockdown-Trend: Warum jetzt alle Eisbaden wollen

© Dudarev Mikhail/Shutterstock

03.02.2021 20:15 Uhr

Baden in öffentlichen Seen oder Flüssen bei Minusgraden? Absolut! Eisbaden, der Trend aus Skandinavien, scheint inzwischen auch in Deutschland angekommen zu sein. Wir erklären, was dabei mit dem Körper passiert und worauf man achten sollte.

Die einen stehen in Winterboots, dicken Mänteln, Schal und Mütze am Ufer und die anderen springen in Bikini oder Badehose ins kalte Wasser: Eisbaden scheint ein echter Lockdown-Trend zu sein. Kein Wunder, schließlich sorgt die Methode für ein starkes Immunsystem und das können wir aktuell alle gebrauchen.

Eisbaden, auch Winterbaden genannt, bezeichnet das Baden bei Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt. Zum Teil werden dafür extra Löcher in Eisdecken geschnitten, wenn Seen oder Flüsse bereits zugefroren sind. Klingt nicht ganz ungefährlich. Doch was passiert eigentlich im Körper, wenn wir in eiskalten Gewässer abtauchen und worauf sollte man dabei achten?

Eisbaden

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Richtig Eisbaden – so geht’s

Regel Nummer ein? Immer nur bis zur Brust ins Wasser gehen. Der Kopf sollte beim Eisbaden trocken bleiben, am besten sogar mit einer Mütze bedeckt werden, denn über ihn entweicht viel Wärme. Experten empfehlen, mit dem Eisbaden bereits im Frühling oder Sommer zu beginnen. So kann der Körper optimal auf die wirklichen harten Wintertemperaturen vorbereitet werden.

eisbaden

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Das passiert beim Eisbaden mit deinem Körper

In der Regel versucht der Körper, die eigene Kerntemperatur konstant zu halten. Eisbaden stört dieses Gleichgewicht. Durch die plötzliche und intensive Kälte ist der Körper einem starken Temperaturreiz ausgesetzt. Er reagiert, indem er versucht, schnellstmöglich Wärme zu produzieren. Dabei weiten sich die Gefäße, was dazu führt, dass das Blut schneller zirkulieren kann, damit der Kreislauf stabil bleibt.

Eisbaden

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Diese positiven Auswirkungen hat das Eisbaden

Eisbaden ist nicht nur ein echter Boost für das Immunsystem, sondern für den ganzen Körper. Durch den Kälteschub werden Adrenalin und jede Menge Endorphine ausgeschüttet. Die Glückshormone sorgen dafür, dass man sich nach dem Baden mehrere Stunden frisch und erholt fühlt und steigern gleichzeitig die Konzentration und Leistungsfähigkeit. Wer sich regelmäßig ins kalte Wasser traut, trainiert außerdem die Blutgefäße. Die ziehen sich durch den Kältefluss nämlich zusammen und dehnen sich anschließend umso weiter aus und das hält den Körper fit. Infektionen haben keine Chance! Zumindest fast, denn ein Wundermittel ist Eisbaden natürlich auch nicht.

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    Die Wim-Hof-Methode

    Wer mehr will, kann beim Eisbaden auf die Wim-Hof-Methode setzen. Dabei wird im kalten Wasser eine speziellen Atemtechnik angewendet, bei der immer wieder die Luft angehalten wird. Das soll helfen, das eigene Nervensystem zu steuern und mehr mentale Stärke zu entwickeln. Der Erfolg dieser Methode ist sogar wissenschaftlich belegt.

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    Achtung: Das sollte beim Eisbaden beachtet werden

    Das Baden in eiskalten Gewässern kann zwar das Immunsystem boosten, ist allerdings nicht für jeden geeignet. Denn wie immer bringt auch dieser Trend Risiken mit sich und die haben es in sich. Wer keine Erfahrung hat, sollte sich ausführlich informieren, am besten sogar mit einem Arzt sprechen. Um Symptome wie Atemnot oder Husten zu vermeiden, sollte man sich nicht länger als wenige Sekunden oder Minuten im eiskalten Wasser aufhalten. Besonders wichtig: Vorher gut aufwärmen! Ob durch Bewegung oder warme Kleidung spielt dabei keine Rolle.

    Gleiches gilt für nach dem Bad, denn so kann die Gefahr einer Unterkühlung minimiert werden. Absolutes No-Go? Alleine baden! Eine Begleitperson, die im Zweifel helfen kann, ist nie verkehrt. Menschen mit Kreislaufproblemen oder anderen gesundheitlichen Beschwerden sollten lieber gänzlich auf das Winterbaden verzichten und zu anderen Methoden greifen. Schließlich kann man das Immunsystem auch ganz ohne frieren stärken. (AB)