Sonntag, 1. Dezember 2013 20:06 Uhr

Machete Kills: Der Mexikaner ist zurück – und der absurde Humor auch

Der Mexikaner ist zurück – und kommt auch im zweiten Teil von Kultregisseur Robert Rodriguez’ ‚Machete‘-Trilogie blutig, gnadenlos und schwarzhumorig zur Sache. Rodriguez, Meister des schrill-rasanten Exploitation-Action-Kinos, bietet mit ‚Machete Kills‘ High Speed-Entertainment: krasse Action, coole Sprüche, heißen Sex und einen schwindelerregenden Bodycount.

Machete Kills: Der Mexikaner ist zurück und mit ihm der absurde Humor

In der Hauptrolle begeistert erneut B-Movie-Ikone Danny Trejo (‚Machete‘) als stoischer Messer-Matador, gegen den kein Kraut gewachsen ist. An seiner Seite glänzt ein wahres Superstar-Ensemble: Mel Gibson (‚Braveheart‘), Charlie Sheen (‚Two and a Half Men‘), Demián Bichir (‚Che‘), Michelle Rodriguez (‚Fast & Furious‘), Amber Heard (‚Zombieland‘), Antonio Banderas (‚Die Maske des Zorro‘), Cuba Gooding Jr. (‚Men of Honor‘), Vanessa Hudgens (‚Sucker Punch‘) und nicht zuletzt Popstar Lady Gaga in ihrem Leinwanddebüt.

Eine Fortsetzung ergab für Rodriguez (Foto oben Mitte)  nur dann einen Sinn, wenn es ihm gelingen würde, dem Stoff eine vollkommen neue Richtung zu geben, verriet er.  „Ich beschloss, das Ganze richtig groß und abenteuerlich anzulegen“, erklärt der Regisseur. „Der erste Film war so etwas wie unser ‚First Blood‘ (‚Rambo‘, 1982), und der zweite sollte sich dazu verhalten wie ‚Rambo: First Blood 2‘ (‚Rambo II – Der Auftrag‘, 1985) zu ‚First Blood‘. Diesmal sollte Machete im Auftrag der US-Regierung unterwegs sein, auf einer Mission, die nur er erfüllen konnte.“

Danny Trejo kann über 200 Filme vorweisen, aber seine bekannteste Rolle ist die des Machete. Das Unverkennbare ist für Trejo nicht so sehr die Physiognomie der Figur, auch nicht ihre wortkarge Distanziertheit – sondern ihre Bodenständigkeit. „Ich liebe an ihm, dass er im Grunde ein ganz normaler Kerl ist“, sagt Trejo. „Er war früher schlicht ein Cop, ein Federale – ein mexikanischer Bundesbeamter. Also nichts Spezielles, nur ein einfacher Typ, der gut mit Waffen umgehen kann. Und der seinen Kopf einzusetzen weiß.“

Mel Gibson, der in ‚Machete Kills‘ den Waffenfabrikanten Luther Voz verkörpert, ist ein Riesenfan des ersten Films. „Ich liebe diesen absurden Humor“, erklärt der Schauspieler. „Und dass es noch eine Ebene dahinter gibt.“ Gibson übernahm nur zu gerne die Rolle des Gegenspielers in der Fortsetzung. „Er ist der ultimative Bond-Oberschurke“, findet Rodriguez. „Er hat einen genialen Masterplan, aber auch ein paar Marotten, die wir im Verlauf der Geschichte kennenlernen.“

Machete Kills: Der Mexikaner ist zurück und mit ihm der absurde Humor

Charlie Sheen, der in den Credits unter seinem Geburtsnamen Carlos Estevez firmiert, spielt in dem Kinospass den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Es sei höchste Zeit gewesen für seine erste Zusammenarbeit mit Rodriguez, meint der Schauspieler. „Robert und ich haben schon seit ‚From Dusk Till Dawn‘ (1996) nach einer Gelegenheit dazu gesucht. Als Robert mir dann anbot, den Präsidenten zu spielen, war ich sofort dabei.“

Die ungewöhnlichste Rolle in ‚Machete Kills‘ ist wohl die des El Camaleón, der nacheinander von Walt Goggins, Cuba Gooding Jr., Lady Gaga und Antonio Banderas gespielt wird. Banderas, der zuvor bereits sechsmal für Rodriguez vor der Kamera gestanden hatte, lag ein besonderer Reiz darin, diese Rolle mit drei anderen Schauspielern zu teilen: „Ich habe lange nachgedacht, ob es so etwas schon mal gegeben hat. Aber nein, wir haben zwar schon alle möglichen Arten von Verkleidungen und Verwandlungen gesehen, aber noch nie eine Figur, die von vier verschiedenen Schauspielern gespielt wurde.“

Machete Kills: Der Mexikaner ist zurück und mit ihm der absurde Humor

Cuba Gooding Jr. übernahm diesen Part vor allem aus einem Grund – um endlich mal die Anerkennung seiner Söhne zu gewinnen. „Für zwei Tage werden sie mich cool finden: am Tag, bevor sie den Film sehen, und am Tag danach. Dann wird wieder alles so wie immer sein“, witzelt Gooding.

Lady Gaga nahm sich trotz eines randvollen Terminkalenders die Zeit, um die weibliche Inkarnation des Camaleón-Killers zu spielen – La Camaleón. „Ich bin ein großer Fan von Machete. Als er rauskam, ging ich nach langer Zeit zum ersten Mal wieder ins Kino“, erinnert sich die Popsängerin. „Ich kaufte mir eine Flasche Tequila, zog meine Lederjacke an, sah mir den Film an – und lachte mich die ganze Zeit kaputt. Ich bin sehr stolz darauf, dabei sein zu dürfen.“ Ihr Schauspieldebüt unterschied sich gar nicht so sehr von ihren Bühnenauftritten, meint Lady Gaga. „In gewisser Hinsicht lief die Vorbereitung ganz genauso ab wie für eine Show, außer dass ich Dialoge lernen und eine Rolle spielen musste, die ein wenig anders ist, als ich es selbst bin. Aber meine Erfahrungen als Sängerin kamen mir bei meiner Arbeit mit Robert sehr zugute.“

Machete Kills: Der Mexikaner ist zurück und mit ihm der absurde Humor

Die Stilikone hatte außerdem ziemlich klare Vorstellungen für das Outfit ihrer Version von La Camaleón. „Bei meinem ersten Gespräch mit Robert schlug ich vor, dass sie einen Wolfspelz und ein Machete-Tattoo tragen sollte – und orangene Haare. Er mochte meine Ideen, und ich seine, und gemeinsam haben wir ein kleines Highlight im Film geschaffen.“

Und dann ist auch sie dabei: Johnny-Depps neue Liebe Amber Heard las die ersten Seiten des Drehbuchs in einem Castingbüro in Los Angeles. Die Weltraumszene am Anfang erwischten sie komplett auf dem falschen Fuß. „Ich war auf Seite 2, stutzte und blätterte zurück um nachzusehen, ob ich wirklich Machete Kills las. Aber genau so sollte es sein. Dieses Gefühl der Irritation gab den Ton für den Rest des Buchs vor. Auf den ersten beiden Seiten fühlt es sich an wie ein Film über eine Weltraummission aus den siebziger Jahren, und das ist ein guter Auftakt für die 100 Seiten, die dann folgen.“

Trotz des All-Star-Casts entstand ‚Machete Kills‘ mit niedrigem Budget und wurde in halsbrecherischem Tempo realisiert.

„Wir hatten die Wahl, den Film so zu drehen, als wären wir zwanzig Jahre alt, oder ihn gar nicht erst zu machen“, sagt Rodriguez. „Wir drehten unglaublich schnell. Das Großartige daran ist, dass man sich plötzlich unheimlich frei fühlt. Du lässt es einfach fließen, nutzt die Momente und nimmst, was du kriegen kannst. Alle hatten einen Heidenspaß.“ Ein Teil dieses Independent-Spirits kam dadurch zum Ausdruck, dass Rodriguez auch bei den Proben die Kamera mitlaufen ließ: „Dadurch entsteht eine gewisse Unverbindlichkeit“, erklärt der Regisseur. „Man hat nie das Gefühl, dass es jetzt ernst wird, denn in offizieller Hinsicht drehen wir ja noch gar nicht. Das hilft ungemein.“

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Und darum geht’s: Ex-Federal Agent Machete (Danny Trejo) trauert um seine geliebte, im Drogenkrieg ermordete Sartana (Jessica Alba), als ihn der Präsident der Vereinigten Staaten (Charlie Sheen) auf ein wahres Himmelfahrtskommando schickt: Machete soll den verrückten mexikanischen Kartellboss Mendez (Demián Bichir) ausschalten, der die US-Hauptstadt mit einer Nuklearrakete bedroht. Der Zünder ist mit Mendez‘ Herz verbunden, und nur ein Mann kann die Bombe entschärfen: Mastermind Luther Voz (Mel Gibson), ein steinreicher und exzentrischer Waffendealer mit Allmachtsfantasien. Von zahlreichen Verfolgern quer durch Mexiko gejagt und immer wieder konfrontiert mit heißen Ladies und ihren ganz besonderen Waffen, bleiben Machete ganze 24 Stunden, um die globale Anarchie zu stoppen…

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