Sonntag, 16. Juni 2019 22:17 Uhr

Madonna: Ist es so in Ordnung, wie wir sie alle niedermachen?

Foto: Universal Music

Seit Madonna den üblichen PR-Feldzug um ihr neues Album ‚Madame X‘ startete, rauscht ihr aus den meisten deutschen Medien ein Sturm aus Häme und Kritik entgegen. Es geht um ihr Alter, einen missglückten Auftritt beim ESC und immer wieder auch darum, wie Madonna angeblich verzweifelt Versuche, mit der jüngsten Generation von erfolgreichen Popstars mitzuhalten.

Madonna: Ist es so in Ordnung, wie wir sie alle niedermachen?

Foto: Universal Music

Auch wir veröffentlichten dazu Beiträge verschiedener Autoren – und ja mit reichlich Kritik, aber nicht mit Häme. Nun erreichte uns eine Mail von „Hasanito“ aus dem Pro-Madonna-Lager, die wir gerne im Wortlaut und unkommentiert wiedergeben möchten.

Seit über 40 Jahren im Showgeschäft

Woher nehmen wir uns das Recht, eine Ausnahmekünstlerin wie es keine zweite im Popgeschäft gibt, so hart zu kritisieren?!!

Seit dem bekannt wurde, dass die Queen of Pop ihr 14. Studioalbum „Madame X“ am 14. Juni 2019 veröffentlicht, wird fast nur Negatives über sie berichtet. Meist davon in der deutschen Presse. Es ist schon sehr absurd, dass man sich so gezielt gegen eine Künstlerin wendet. Man sollte nicht vergessen, dass Madonna Louise Ciccone seit fast 40 Jahren der einzige große Popstar ist, der viele viele Stars kommen und gehen sehen hat. Zudem hat sie ihre ebenbürtigen Jahrgangskollegen Michael Jackson und Prince überlebt, die schon vor Jahren verstorben sind.

Mit über 330 Millionen verkauften Tonträgern ist Madonna immer noch die meistverkaufte weibliche Ausnahmekünstlerin aller Zeiten (laut „Guinness World Records“) – weit vor ihren jüngeren Konkurrentinnen Beyoncé, Rihanna oder Lady Gaga. Keiner hatte so lange so konstant Erfolg. Urteilen dürfte man über die genannten Kolleginnen doch dann fairerweise auch erst in 30-40 Jahren! Dann wird sich zeigen, welche Bedeutung deren künstlerische Lebensleistung hat.

Seit wann haben wir vergessen, dass auch eine Madonna nur ein Mensch ist? Wer gibt uns das Recht, sie als Zielscheibe zu nehmen, sie derart undifferenziert anzugreifen? Wo ist die Empathie geblieben? Haben wir wirklich das Recht, nur weil Madonna in der Öffentlichkeit steht, sie zu kritisieren oder gar darüber abzustimmen wann sie bitte aufzuhören hat und in Rente gehen soll?

Madonna: Ist es so in Ordnung, wie wir sie alle niedermachen?

Foto: Universal Music

Ist Kunst nicht alterslos?

Warum steht ihr Alter jedes Mal im Vordergrund?! Ist Kunst an sich nicht alterslos? Wieso will man am liebsten, dass sie weiterhin Musik macht? Was stört uns daran? Sie liebt ihre Arbeit so sehr. Hier möchte ich Madonna gerne frei zitieren: „Ich habe heutzutage mehr zu sagen, ich bin stärker in meiner Meinung und hoffentlich besser informiert. Viel wichtiger ist aber, dass ich immer noch die gleiche Menge Passion für das habe, was ich tue“. Wurden ein Mick Jagger (75) oder ein Bruce Springsteen (69), ein Paul McCartney (76) oder ein Phil Collins (68) etc. jemals mit dem Thema „Ab in die Rente“ konfrontiert,  nur weil sie einem gewissen Alter nicht mehr entsprechen? Ich kann mich nicht erinnern.

Doch zurück zu Madonnas aufsehenerregenden Auftritt beim Eurovision Song Contest (ESC 2019) in Tel Aviv. Darf auch nicht sie versagen? Kann es nicht sein, dass sie vielleicht einen schlechten Tag hatte oder gar gesundheitliche Probleme? Kann die Technik vielleicht versagt haben? Auch bei einer Perfektionistin wie Madonna kann sowas passieren. Sie macht doch nicht alles allein! Ist es so schwer, sich in ihre Lage zu versetzen? Sie ist doch kein Übermensch. Wenn man zu den Tatsachen kommen würde, hätte laut Experten (YouTube) und Künstlern wie Boy George oder Darren Hayes die Technik in der Halle versagt. Madonna konnte sich selber nicht über die notwendigen Monitore hören, heißt es. Das führte natürlich dazu, dass sie die Töne nicht treffen konnte.

ESC-Auftritt mit technischen Problemen?

Und dann noch das Drama um die Summe, die die Sängerin bekommen haben soll! Nein Leute, die gesamten Kosten für die Performance – angeblich soll es sich dabei um rund 1,3 Millionen Dollar (umgerechnet rund 1,15 Millionen Euro) gehandelt haben, ging für das Equipment auf. Madonna ist ohne Vergütung aufgetreten. Und: Ist denn der Inhalt der Show nicht mehr wichtig? Madonna sagt: „Ich bringe Licht an dunkle Plätze“. Als Freiheitskämpferin hat sie sich die Aufgabe gemacht, mit einer völkerverbindenden Botschaft uns die Augen zu öffnen und wohin die heutige Welt und Gesellschaft mittlerweile hinsteuert.

Ihren Mut, auf der ESC Bühne in Israel zwei Tänzer – jeweils einen mit der israelischen und einen mit der palästinensischen Flaggen auf dem Rücken – zu positionieren, die sich am Ende der Show freundschaftlich umarmen, umso für den Weltfrieden zu demonstrieren, wurde von den Kritikern völlig ignoriert. Ihre Botschaft für Humanität und für den Weltfrieden zu kämpfen, war wohl zu langweilig für ihre Kritiker. Auf gut Deutsch würde man bei so einem Auftritt eher sagen, die Frau hat Eier in der Hose. Und nun wird das alles nur auf ihre gesangliche Leistung begrenzt?

Madonna: Ist es so in Ordnung, wie wir sie alle niedermachen?

Foto: Universal Music

Das Madonna ihr wenig schmeichelhaftes, jüngstes seitenlanges Porträt in der „New York Times“ nicht gelungen fand, kann man irgendwie auch nachvollziehen. Die Journalistin hatte die Möglichkeit viel über die den Menschen Madonna zu erfahren und eine herausragende journalistische Arbeit abzuliefern. Wer bekommt denn schon die Chance für eine gewisse Zeit in Madonnas Leben zu treten und es mit ihr zu leben? Leider hat sie sich lieber auf oberflächliche Themen bezogen, die man schon aus der Vergangenheit von Madonna kannte. Sie berichtete lieber lang und breit über die Einrichtung des Hauses. Ein oberflächliches Geschreibsel beispielweise über die Kunstwerke, die Madonna dort aufgehangen hat. Jeder Fan hätte in der Tat interessantere, außergewöhnliche Fragen gestellt. Der Journalistin ist dies jedenfalls nicht gelungen!

Wird Madonna ungerecht behandelt?

Ja, das stimmt.
Jeder Künstler muss sich Kritik gefallen lassen.
Sie ist mir egal.

Kritik hat sie schwer getroffen

Madonna wurde verwundet von der Kritik, die sich derzeit ungewohnt aggressiv gegen sie wendet. Es wird ihr vorgeworfen, dass ihr neues Album „Madame X“ nichts taugt. Das ihre Zeit als die große Ziehmutter der Popmusik vorüber sei und dass die Kinder weit erfolgreich sind als Sie selber. Die Queen of Pop hat mit „Madame X“ was Außergewöhnliches produziert, was man heutzutage als Weltmusik bezeichnen kann. Sie hat mal wieder bewiesen, dass sie nicht nach Trends gehen muss, sondern sie ihren eigenen Maßstab als Trend setzt. Die Arrangements sind wie ein Karussell aus verschieden Instrumenten und Melodien! Ihre Texte besorgt und weise! Sie selber sagt dazu: „Alle meine Arbeiten sind von den Dingen geprägt, die ich lerne. Das ist es, was die Neuerfindung provoziert.“

Das Album hat außerhalb von Deutschland sehr gute Kritiken bekommen, wo sie viel öfter für ihre Fähigkeit zur Neuerfindung gelobt wird. Warum wird sie in Deutschland verspottet? Das neue Album landete in 60 Ländern in den Itunes Charts auf Platz 1! Die Heuchelei ihrer Kritiker gehen soweit, dass sie sogar behaupten, die Tickets für ihre anstehende Tour würden sich schleppend verkaufen. Was nicht wahr ist. Laut Arthur Fogel, Chairman of Global Music and President of Global Touring at Live Nation hat zu der Kritik Stellung genommen und klargemacht, dass 90% der Konzerte schon ausverkauft sind und neue Termine organisiert wurden, um noch mehr Fans die Chance auf Tickets zu geben.

Madonna räumt den Weg frei

Madonna, eine Künstlerin, die dafür bekannt ist, immer Grenzen zu überschreiten, die es nie leicht hatte in ihrer Karriere und oft unnötig kritisiert wurde, war und ist Wegweiserin für zahlreiche Popstars heutzutage. Vielleicht danken ihr bald viele weibliche Stars wie eben Lady Gaga, Rihanna und Co. wenn sie selber im Alter von 60 sind und nicht mehr medial gesteinigt und zum Aufhören aufgefordert werden, weil diesen Kampf Madonna jetzt für sie begonnen hat (und vielleicht auch bald beendet). Jeder Unschuldige sollte den ersten Stein werfen, sagte mal Jesus, da es keiner ist, lieber Empathie zeigen. Sie ist auch nur ein Mensch. Madonna: „Kommt alle in meine Arme und lasst uns gemeinsam gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt ankämpfen“. Ja liebe Queen of Pop, das tun wir auch für dich. Amen!

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