Freitag, 29. Mai 2020 20:18 Uhr

Madonna wieder unter Beschuss: Weltfremd und unsensibel?

imago images / ZUMA Press

Mit ihrem Tweet wollte Madonna (61) Solidarität und Mitgefühl mit der Familie des verstorbenen George Floyd zeigen. Nun hagelt es allerdings Kritik für die Sängerin.

Der Todesfall George Floyd

Am 25. Mai ereignete sich in den USA erneut ein schockierender Fall von rassistischer Polizeigewalt, die einen Afroamerikaner schließlich das Leben kostete. Der verstorbene George Floyd geriet in eine Polizeikontrolle, die offenbar ohne Grund sehr schnell eskalierte.

Madonna wieder unter Beschuss: Weltfremd und unsensibel?

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Einer der Polizisten, von dem schon davor bekannt war, dass er rassistische Vorurteile hegt, kniete sich während der Festnahme rücksichtslos auf den Hals des Amerikaners, der wehrlos in Handschellen am Boden lag. Floyd sagte immer wieder, dass er keine Luft bekäme. Wie die Video-Aufnahmen zeigen, lag keinerlei Grund vor, Floyd weiterhin am Boden zu halten. Nach vier Minuten Atemnot starb der Mann einen sinnlosen und brutalen Erstickungstod.

Proteste und Mitgefühl im Netz

Die Menschen in den sozialen Medien zeigten sich weltweit schockiert über diesen neuen Beweis von rassistischer Polizeigewalt. Zahllose Prominente gedachten dem Verstorbenen und prangerten die Zustände in den USA an. Unter anderem auch Madonna.

Die Pop-Ikone stellte ein Video von ihrem Sohn David Banda online, in dem er zu dem Michael Jackson-Klassiker „They don´t care about us“ tanzt. Dazu schrieb sie: „Ein brutaler Mord erschüttert die Welt. Mein Sohn David tanzt, um George und seiner Familie zu gedenken und um an all den Rassismus und die Diskriminierung zu erinnern, die in den USA tagtäglich stattfinden.“

Weltfremd, unsensibel und wirkungslos?

Viele User auf Twitter wunderten sich sehr über Madonnas Art der Anteilnahme. Sie warfen der Sängerin vor „tone-deaf“ zu sein. Dieser Ausdruck aus dem Amerikanischen meint, wenn sich jemand in einer Situation weltfremd und unangemessen verhält.

Konkret heißt es in den kritischen Tweets: „Ein wenig unsensible für eine Person mit einer solchen Reichweite. Du solltest mehr tun. Deinen schwarzen Adoptivsohn beim Tanzen zu zeigen, wird keinen Wandel herbeiführen.“ oder „Die Intension war gut, aber völlig weltfremd. Man kann den Rassismus von brutalen Polizisten nicht einfach wegtanzen. Aber danke für den Versuch.“

Es ist tatsächlich nicht das erste Mal, dass Madonna in den vergangenen Wochen mit fragwürdigen Botschaften im Netz polarisiert. Zu Beginn der Corona-Pandemie postete die Diva ein Video, in dem sie in der Badewanne liegend sagte, dass der Virus die Menschen wieder gleichmacht und kein arm und reich kennt.

Diese simple Vorstellung hat leider nichts mit der Realität zu tun. Natürlich erkranken arme Menschen deutlich häufiger an Covid-19. Denn sie haben durchschnittlich ungünstigere Quarantänemöglichkeiten, leiden öfter unter Vorerkrankungen und erleben eine schlechtere ärztliche Betreuung.

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