Montag, 28. Oktober 2019 23:20 Uhr

Mando Diao über ihr neues Album „Bang“, Schlägereien und Klimaschutz

Foto: Viktor Flumé

Die Schweden-Rocker von Mando Diao sind bereits seit 20 Jahren im Game und konnten in dieser Zeit so einiges reißen: Mehrere internationale Hits wie „Dance with Somebody“ oder „Gloria“ und über 1500 Konzerte in 30 Ländern. Nun meldet sich die fünfköpfige Band um Frontmann Björn (38) mit dem neuen Album „Bang“ zurück. Klatsch-Tratsch.de traf die sympathischen Rock’n’Roller zum Talk.

Euer neues Album ist rockiger und düsterer, als die letzten beiden Alben …
Das stimmt. Wir haben immer in unseren Texten über das Leben gesprochen. Beispielsweise wenn du dir die Texte von den Beatles und den Solo-Sachen von Paul McCartney anhörst. Paul hat immer gesagt, dass er genau das herunterschreibt was er fühlt. Er hätte über alles singen können und es wirkte immer sehr bedeutungsschwanger. Uns war es auch immer wichtig klare Lyrics zu haben – ganz egal ob es um Probleme, Glück oder die anderen Dinge im Leben geht. Ich habe kürzlich- als ich unser Art Work für die CD korrigiert habe – unsere Lyrics gelesen und mir fiel auf, dass jeder Song irgendwie ein düsteres Thema hat. Das kommt direkt aus unserem Leben. Es geht um die Dinge, die wir erlebt haben – alle hören am Schluss aber mit einer Freiheitsnachricht auf.

Habt ihr eine besonders dunkle Seite an euch?
Na, wer nicht? (lacht) Ich denke, Leute, die nur glücklich sind … Das ist höchstens gut für sie. (lacht) Aber mal ehrlich: Ich denke, jeder hat Probleme im Leben und die werden sich auch nicht groß voneinander unterscheiden. Der größte Unterschied ist vermutlich, dass nicht jeder ein Künstler ist und das in einer Kunstform verarbeitet.

Die Art wie Menschen Musik konsumieren hat sich in den letzten Jahren sehr verändert und auch der Sound ist ein anderer geworden. Inwiefern beeinträchtigt euch das in eurer Arbeit und beim Schreiben von Musik?
Wir hatten immer das Gefühl die Musik zu machen, die wir fühlen. Wir hatten gestern ein Gespräch mit einem Typen, der sagte: Ich denke euer neues Album ist zu erwachsen für die jungen Leute.“ Ich wir meinten nur: „Woher zur Hölle willst du das denn wissen?!“ Das weiß verdammt nochmal niemand! Am Ende des Tages verändern sich Trends die ganze Zeit. Im einen Moment stehen die Leute auf Rock und im nächsten Tag dann auf Miley Cyrus-Pop. HipHop ist momentan riesig, was auf seine Art cool ist. Man kann Trends einfach nicht folgen und deshalb schreiben wir einfach das, was wir fühlen und produzieren es so, wie es sich für uns richtig anfühlt.

Ihr habt mit dem Video zu „Long long Way“ im Netz einen wahren Hype losgetreten. Wie kam es dazu? Was war die Idee dahinter?
Ursprünglich hatten wir die Idee ein Wesen zu nehmen, dass von der Gesellschaft verstoßen wird. Im kreativen Prozess hat es sich mehrmals verändert und wurde dann zu einem Wolf. Er ist auf der einen Seite böse, aber auf der anderen sind auch die Menschen böse zu ihm. Er ist quasi ein Verstoßener. Wir haben das Video außerhalb von Stockholm.

Ich habe gelesen, dass die Personen, denen der Wolf im Video über den Weg läuft, charakterlich je ein Bandmitglied darstellen sollen …
Das, stimmt. Bis auf den alten bösen Mann, der einen Blowjob will. Ansonsten sind das alles Situationen, durch die wir in unserem Leben gegangen sind. Es ist eine art Selbstreflektion.

Quelle: instagram.com

Was war euer seltsamstes Fan-Erlebnis?
Es war am Anfang für uns schon sehr seltsam als wir unseren Durchbruch hatten und gesehen haben dass uns die Leute mögen. Immerhin haben wir davor sieben Jahre im Keller gespielt oder hatten nur beschissene Auftritte an irgendwelchen Tankstellen in unserer Heimatstadt … Ich kann mich aber noch gut an eine sehr seltsame Situation erinnern. Wir waren Backstage bei unserer Show und da war dieses Mädchen das sagte, dass wir unsere Sachen einpacken sollten, sie hätte bei sich eine Aftershowparty und wir – damals ganz naiv – glaubten das. Dann kam aber raus, dass das eine Lüge war und plötzlich ging sie auf Björn los, hielt ihn fest und versuchte ihn zu küssen. Das war echt krass. am Anfang unserer Karriere gab es auch viele Leute, die sich mit uns schlagen wollten. Das ist jetzt aber nicht mehr so. Wir waren am Anfang unserer Karriere ganz schön aufgeblasen und etwas eingebildet anderen Bands gegenüber. Wir hatten immer diesen Komplex.

Und jetzt sind alle wieder verträglich?
Nein, nicht alle.

Eure Musik ist allgegenwärtig und läuft nach wie vor im Radion hoch und runter. Allerdings weiß man extrem wenig über euch und euer Leben. Wie kommt das?
Keine Ahnung. Darüber machen wir uns auch nicht wirklich Gedanken. Wir machen einfach alles als Band. Vielleicht ist das ja der Grund. Vielleicht sind wir auch einfach zu zurückhaltend. Wobei ich das eher nicht glaube. Es hat vermutlich einfach damit zu tun wo und wie man uns antrifft. Wenn man uns jetzt beim Feiern trifft, dann ist das natürlich was  anderes wie auf der Strasse. Wir sind in der alle Familienmenschen und hatten bisher einfach keine Skandale. Vielleicht sollten wir das mal überdenken. (lacht)

Quelle: instagram.com

Lasst uns über eine andere beliebte Person aus Schweden reden: Greta Thunberg. Wie steht ihr zu ihr und dem Thema Umweltschutz?
Wir sollten – wie alle anderen auch – noch mehr an den Umweltschutz denken. Wenn es um die Umwelt geht sind wir alle Diebe, die sich einfach Dinge von der Natur nehmen. Im Musik-Biz gibt es so viele Dinge, die der Umwelt schaden. Angefangen bei den ganzen Wasserflaschen, die immer aus Plastik sind. Uns hat vor ein paar Tagen ein Typ angeschrieben, der wohl Vorschläge hatte für eine Co2-freie Art zu Touren. Damit wollten wir uns auch noch auseinandersetzen. Das müssen auf lange Sicht alle machen und zu Greta: Sie sagt die Wahrheit. Deshalb haben auch Leute wie Donald Trump oder Putin auch solche Angst vor ihr.

Ihr seid ja größtenteils auch alle Väter. Ist Umweltschutz auch ein Thema bei euch Zuhause?
Meine Kinder waren schon bei den Schulstreiks und die stehen da auch voll dahinter. Ich denke, wenn Greta wieder in Schweden ist, dann gehen wir auch mal zu einer ihrer Demos.

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