Mittwoch, 11. Dezember 2013 11:22 Uhr

Markus Lanz geht mit seinen Kritikern hart ins Gericht

ZDF-Moderator Markus Lanz geht mit seinen Kritikern hart ins Gericht. In einem großen Interview mit dem Hamburger Magazin ’stern‘ sagt er jetzt, der Augenblick, als er den Zuschlag für die Sendung ‚Wetten, dass…?‘ bekommen habe, sei für ihn „kein Tag der Freude“ gewesen. Denn, so Lanz der Illustrierten, „ich wusste, dass ich auf eine Lichtung rausgehe, und die Typen sitzen schon da mit gespannter Flinte“. So habe ihn das Politmagazin der ‚Spiegel‘ schon „erledigt, bevor die erste Minute gesendet war“.

Markus Lanz geht mit seinen Kritikern hart ins Gericht

Lanz kritisiert in dem Gespräch auch das Bashing im Internet. „Wenn der Shitstorm kommt, müssen Sie in der Lage sein, gedanklich einfach mal die Spülung zu drücken.“ Lanz weiter: „Wenn Sie das nicht tun, gehen Sie kaputt.“

Die ständigen Attacken auf ‚Wetten, dass…?‘ erklärt sich der Moderator so: Die Sendung sei der „große Platzhirsch“, und jeder wisse, wenn er den angreife, bekomme er Aufmerksamkeit, „kriegen die Onlinemedien die gottverdammten Klicks, die sie brauchen – für Werbung. Es ist ein Geschäft.“ In der Logik des Moderators bringen negative Artikel also mehr Klicks. Lanz weiter: „Es geht um Angebot und Nachfrage. Um knallharte Zahlen. Ums nackte Überleben.“

Markus Lanz, unter dem die Quote von ‚Wetten, dass…?‘ auf den historischen Tiefstand von zuletzt 6,5 Millionen Zuschauer gesunken ist, sieht sich „nicht als Verlierer“. Er findet es vielmehr schade, „dass man Millionen Menschen etwas kaputtschreibt“. Der Moderator: „Wenn Sie dauernd den Untergang herbeischreiben, dann kriegen Sie ihn auch.“

Markus Lanz geht mit seinen Kritikern hart ins Gericht

In dem Gespräch gibt der 44-Jährige allerdings auch eigene Fehler zu. Über die umstrittene Szene mit dem Hollywood-Star Gerald Butler, der sich während des Mallorca-Specials Eiswürfel in den Schritt kippen musste, sagt Lanz heute: „Das hätten wir nicht machen sollen.“ Auch die vieldiskutierte Limbo-Szene sieht er jetzt selbstkritisch: „Am liebsten wäre ich aus der Arena gerannt.“

Seine bisherige ‚Wetten, dass…?‘-Moderation bewertet der Südtiroler in dem Blatt so: „Wir haben tolle Momente erlebt. Es kam aber auch so, wie ich es mir in meinen schlimmsten Albräumen ausgemalt habe.“ Zum Schluss sei in der Zeile „Fack ju, Lanz!“ bei ‚Bild.de‘ „noch mal der ganze Hass in seiner reinsten Form hochgekommen. Wenn Sie keine guten Nerven haben, dann dürfen sie das nicht machen.“ Alles in allem sei er ein „sehr privilegiertes Mitglied dieser Gesellschaft“. Lanz: „Ich fühl mich als Glücksschwein“.

Die Vermutung, dass die ‚Wetten, dass…?‘-Sendung an diesem Samstag in Augsburg vielleicht seine letzte sein könnte, hält er für „völligen Quatsch“. Lanz im stern-Interview: „Jetzt aufzuhören, wäre uncool. Schon um ein paar Leute aus der Meute zu ärgern, muss ich weitermachen. Das Wichtigste aber ist: Es gibt Millionen von Menschen, die diese Sendung lieben.“

Die mediale Dauerkritik an seinem Auftreten kontert Land mit den Worten: „Handle ich mit Waffen oder verkaufe ich Frauen? Was mach‘ ich denn? Fernsehen.“ Für sein Seelenheil sei nur eines wichtig: „Dass ich für meinen Sohn und meine Frau ein Held bin, und wenn der Rest mich als Deppen sieht, ist es auch in Ordnung.“

Foto: Jörn Haufe/WENN.com

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