Mittwoch, 18. Dezember 2019 19:18 Uhr

Markus Lanz: Reaktionen auf den Maaßen-Talk Dienstagnacht

Markus Lanz. Foto: imago images / Future Image

Talkshow-Gastgeber Markus Lanz hat klar seine Meinung geäußert zu den Äußerungen des in den einstweiligen Ruhestand versetzten Verfassungsschutzpräsidenten. Das kam beim Publikum an.

Für seine klaren Worte gegen die umstrittenen Äußerungen von Ex-Verfassungsschutzpräsident c hat Talkshow-Gastgeber Markus Lanz viel Zustimmung geerntet. In seiner ZDF-Sendung am Dienstagabend sagte der Moderator seinem Gast, der zuvor seine umstrittenen Äußerungen zur Migrationspolitik bekräftigt hatte, klar die Meinung: „Ich denke, gerade jemand von Ihrem Gewicht und jemand, der Ihren Job gemacht hat, oder von Ihrer Intelligenz, sollte so etwas einfach nicht sagen.“ Lanz bekam dafür viel Applaus – sowohl vom Studio-Publikum als auch in den sozialen Netzwerken.

Markus Lanz: Reaktionen auf den Maaßen-Talk Dienstagnacht

Hans-Georg Maaßen bei der Aufzeichnung der ZDF-Talkshow am 11. Dezember. Foto: imago images / Future Image

„Shuttle-Service“

Konkret ging es unter anderem darum, dass Maaßen die Rettung von schiffbrüchigen Flüchtlingen durch Hilfsorganisationen als „Shuttle-Service“ bezeichnet hatte. „Muss man so eine billige Provokation hinlegen?“, fragte Lanz den CDU-Politiker. „Wir sind leider in Deutschland schon an dem Punkt, wo man solche billigen Tricks verwenden muss, weil die Leute nicht mehr miteinander reden und die Leute nicht bereit sind, die Dinge beim Namen zu nennen“, erwiderte Maaßen. Er warf den klassischen Medien vor, gezieltes „Framing“ zu betreiben, um eine bestimmte Weltsicht zu transportieren – etwa durch die Verwendung des Begriffs „Flüchtlinge“.

Maaßen fragte: „Sind das nun Schiffbrüchige, sind das Flüchtlinge? Oder handelt es sich hier um Schleusung?“. Schleusung halte er nämlich für eine wichtige Geldquelle der organisierten Kriminalität.

Wunschdenken statt Realitätssinn?

„Die Mutter aller Probleme ist, dass die Politik in Deutschland mehr Wunschdenken verfolgt als Realitätssinn“, so Maaßen an anderer Stelle. „Das sehe ich in der Migrationspolitik, in der Klimapolitik.“ (…) „2,07 Millionen Menschen haben wir aufgenommen seit 2012, nur als Asylsuchende. Dazu kommt noch der Familiennachzug. Dazu kommen noch die ganzen Leute, die illegal gekommen sind. Und einfach zu sagen, wir sind in der Lage, die alle zu integrieren. Da muss ich sagen, da verkennt man die Realitäten.“

Lanz hielt das für „AfD-Sprech“. 34 Veranstaltungen habe Maßen besucht. Da hätten Besucher ihm immer wieder gesagt: „Endlich sagt mal einer, was ich auch sagen will. Aber ich traue mich nicht mehr, das zu sagen.“

Maaßen war als Verfassungsschutzpräsident vergangenes Jahr massiv in die Kritik geraten, weil er bezweifelt hatte, dass es nach der Tötung eines Deutschen in Chemnitz zu „Hetzjagden“ auf Ausländer gekommen sei. Im November 2018 versetzte ihn Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in den einstweiligen Ruhestand. Maaßen ist in der CDU und Mitglied der stark konservativen Werteunion. (dpa/KT)

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