Massen-Outing unter deutschen Schauspielern: Das sind die 185

Massen-Outing unter deutschen Schauspielern: Das sind die 185
Massen-Outing unter deutschen Schauspielern: Das sind die 185

Everett Collection/Shutterstock

06.02.2021 22:00 Uhr

Was für ein Paukenschlag! Seit Freitag gibt es ein kollektives Outing von 185 - zum Teil sehr populären – Darstellern und Darstellerinnen aus der Film- und TV-Welt. Für die einen eine Überraschung, für die anderen doch ganz normal.

Auf dem aktuellen Cover des Magazins der Süddeutschen Zeitung outen sich 185 mehr oder weniger bekannten Schauspieler und Schauspielerinnen bekennen sich zu ihrem Nicht-Hetero-Leben.

Zu sehen sind auf dem Titelblatt sämtliche „Mitwirkende“ als Porträt-Foto in Miniformat.

Hashtag #actout

Unter dem Hashtag #actout ist die Erklärung für das kollektive Massen-Outing der 185  im aktuellen Magazin der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht.  Es sind einige Gesichter dabei, von denen längst bekannt ist, welche sexuelle Orientierung sie haben, z. B. Maren Kroymann, Ulrike Folkerts, Ulrich Matthes und Gustav Peter Wöhler, Lars Steinhöfel, Jochen Schropp aber für viele ist es tatsächlich das erste Mal, dass sie in der Öffentlichkeit über ihre sexuelle Orientierung und über die Angst vor Konsequenzen reden.

Wir sind rundum begeistert über diesen Schritt und fragen uns gleichzeitig: Wie viel Mut braucht es 2021 noch immer, öffentlich zu sagen ich bin lesbisch, schwul, queer, bisexuell, nicht-binär und/oder trans?

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Mutig oder Harakiri?

Diversity ist kein „Nice to have“, aber wie heißt der schöne Titel des Regie-Genies Fassbinder „Angst essen Seele auf“. Was tun? Sich weiter kleinmachen oder riskieren, dass keine Rollen-Angebote mehr kommen? Ein echte Zwickmühle, in der so viele Menschen stecken ist von der sogenannten hetero-normierten Welt akzeoptiert zu werden. Mit #actout wird hoffentlich ein Thema in die Mitte der Gesellschaft getragen – dahin, wo es hingehört.

Die 185 haben ein richtiges Manifest geschrieben, das unter #actout nachzulesen ist. Das Schriftstück ist an die Entscheidungsträger der Film- und Fernsehbranche gerichtet und natürlich an die breite Öffentlichkeit. „Wir sind Schauspieler*innen. Wir müssen nicht sein, was wir spielen. Wir spielen, als wären wir es – das ist unser Beruf.“

Lange Liste – auch mit bekannten Gesichtern

„Ich habe oft keine Rollen bekommen, geschweige denn eine Agentur gefunden wegen meiner sexuelle Orientierung“ erzählte uns einer der Schauspieler von der Liste. Absurd. Dabei sind doch nicht wenige der Entscheidungsträger genauso auf’s eigene Geschlecht gebucht!

Zu den Unterzeichnern gehören u.a. Godehard Giese (48, Berlin Babylon, Transit, All my Loving), Karin Hanczewski (39, Lotte, Tatort, Im Sommer wohnt er unten), Stefan Kurt (61, Peterson und Findus, Ich war noch niemals in New York, Leonce und Lena) und Jonathan Berlin (27, Feierabendbier, Freibadclique, Kruso), Eva Meckbach, Udo Samel.

Interessant ist natürlich auch, wer nicht dabei ist. Denn weitere Namen aus der Oberliga der Film- und Fernsehschaffenden halten sich noch immer zurück. Aber das muss selber wissen, wie wichtig ihm das ist. (KW)

Die Unterzeichner

Adel Onodi
Alexander Wiese
Alina Stiegler
Andreas Berg
Anian Zollner
Anna Gesa-Raija Lappe
Anna Holmes
Anton Rattinger
Ariel Nil Levy
Armin Dallapiccolla
Aviran Edri

Bärbel Schwarz
Bastian Trost
Benedikt Zeitner
Benjamin Hille
Benjamin Kornfeld
Benny Claessens
Bernd Moss
Bettina Hoppe
Billa Christe
Bineta Hansen
Brix Lange
Brix Schaumburg

Carmen Yasemin Zehentmeier
Christian Bojidar
Christian Erdt
Christian Senger
Christoph Eichhorn
Constantin Lücke

Damian Rebgetz
Daniel Breitfelder
Daniel Jeroma
Daniel Noël Fleischmann
Daniel Zillmann
Desire Klaeukens
Dietrich Kuhlbrodt
Dominik Bliefert

Elena Schmidt
Emilia de Fries
Emma Bading
Emma Rönnebeck
Erwin Aljukic
Eva Maria Jost
Eva Meckbach
Eva Medusa Gühne

Fabian Baecker
Felix Utting
Florian Jahr
Florian Steffens
Franziskus Claus

Georg Uecker
Gerd Wameling
Giovanni Arvaneh
Godehard Giese
Gustav Peter-Wöhler

Hannah Müller
Hauke Heumann
Heinrich Horwitz
Helmut Zhuber

Ingo Raabe

Jaecki Schwarz
Jan Henning Krus
Jan Hutter
Janet Rothe
Jannik Schümann
Jeremias Koschorz
Jill Weller
João Kreth d’Orey
Jochen Schropp
Jonathan Berlin
Jördis Trauer
Jörn Grosse
Joshua Seelenbinder
Josia Krug
Jules Elting
Julia Gräfner
Julian Greis
Julian Mau
Julius Feldmeier

Karin Hanczewski
Karoline Stegemann
Kathrin Wehlisch
Katja Bürkle
Klaus Nierhoff
Knut Berger
Kumar Muniandy

Lamin Leroy Gibba
Lars Steinhöfel
Lea Willkowsky
Lena Cooper
Leroy Leone
Lina Habicht
Lisa Charlotte Friedrich
Lore Stefanek
Lorenz Hochhuth
Luc Feit
Luca Kotikova
Luise Helm
Luka Dimic

Maik Solbach
Maj-Britt Klenke
Manja Kuhl
Manuel Krstanovic
Marcus Jürgen Zollfrank
Mareike Beykirch
Maren Kroymann
Mark Waschke
Markus Maning
Markus Meyer
Martin Bruchmann
Martin Reik
Matthias Beier
Matthias Buss
Matthias Freihof
Matthias Luckey
Mavie Hörbiger
Max Gindorff
Max Haase
Max Hegewaldt
Max Krause
Maximilian Gehrlinger
Maximilian Mundt
Mazen Aljubbeh
Mehmet Atesci
Mehmet Sözer
Meik van Severen
Meo Wulff
Merve Aksoy
Michaela Kis
Milena Arne Schedle
Monika Freinberger

Nadine Quittner
Nadine Wrietz
Nico Ehrenteit
Nicola Rabea Langrzik
Niels Bormann
Nils Rovira-Muñoz

Oliver Broumis
Oska Melina Borcherding

Pascal Thomas
Patrick Diemling
Patrick Güldenberg
Paul Zichner
Peter Geisberg
Petra Niermeier
Philipp Basener
Philipp Leinenbach

Pierre Sanoussi-Bliss
Rainer Sellien
Rebecca Seidel
Richard Gonlag
Richard Lingscheidt
Robert Rozic
Roberto Guerra
Ruth Bohsung

Samuel Simon
Sarah Laminger
Sergej Czepurnyi
Silja Bächli
Silvia Bieler
Sophie Reichert
Stefan Kurt
Stephen Multari
Steve Devonas
Sylvia Mayer

Thiemo Strutzenberger
Thomas Hauser
Thure Lindhardt
Til Schindler
Tim-Fabian Hoffmann
Tom Keune
Tommy Wiesner
Torben Appel
Tucké Royale

Udo Samel
Ulrich Matthes
Ulrike Folkerts
Ulrike Röseberg

Valerie Oberhof
Victor Schefé
Vincent Glander

Wolfgang Engel

Zeljko Marovic