Samstag, 4. Mai 2013 20:52 Uhr

Max Riemelt liebt einen Mann: „Brokeback Mountain“ bei der deutschen Polizei

Max Riemelt (29) gehört längst zu den großen jungen Stars des deutschen Kinos. Nun ist er ab 23. Mai mit ‚Freier Fall‘ in einem aufregenden neuen Kinofilm zu sehen.

Ohne zu werten oder seine Figuren zu verurteilen, erzählt der Berliner Regisseur Stephan Lacant in seinem ersten Spielfilm das Drama eines Mannes, der aus seiner überschaubaren Welt fällt. Das ist ungewöhnlich und bewundernswert ergreifend.

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Die fulminanten schauspielerischen Leistungen von Hanno Koffler (33) als Marc („Die Nacht vor Augen“), Max Riemelt als Kay („Napola“, „Die Welle“, „Im Angesicht des Verbrechens“) und Katharina Schüttler (33) als Bettina („Sophiiie!“) vermitteln auf emotionale Weise, was es heißt, wenn Lebensentwürfe zu Bruch gehen und es keinen Weg mehr gibt, den Menschen, die man liebt, gerecht zu werden.

Mit seinem Filmpartner Hanno Koffler spielte Riemelt bereits in „Hallesche Kometen“ von Susanne Irina Zacharias (2005) und dem TV-Drama „Auslandseinsatz“ von Till Endemann (2012). Der bewegende Film wurde im Sommer 2012 in Ludwigsburg und Umgebung gedreht.

Der ‚Spiegel‘ schreibt dazu: „Schwule Problemfilme sind etwas aus der Mode gekommen, seit sie 2006 mit ‚Brokeback Mountain‘ ihren König gefunden haben. (…) Aber Problemfilme müssen nicht anstrengend sein, wenn sie mit soviel Leichtigkeit erzählt werden wie dieser“.

Und darum geht’s: Karriereaussichten bei der Bereitschaftspolizei, Nachwuchs unterwegs, die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert: Marcs Leben ist gut eingerichtet. Doch dann lernt er bei einer Fortbildung den Kollegen Kay kennen.

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Beim gemeinsamen Lauftraining lernt Marc ein neues Gefühl von Leichtigkeit kennen – und wie es ist, Gefühle für einen Mann zu entwickeln. Hin- und hergerissen zwischen der ihm vertrauten Welt und dem Rausch der neuen Erfahrung gerät ihm sein Leben zusehends außer Kontrolle. Im freien Fall kann Marc es niemandem mehr recht machen. Am wenigsten sich selbst.

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Hintergrund „Homosexualität bei der Polizei“: Der Verband lesbischer & schwuler Polizeibediensteter in Deutschland (VelsPol, www.velspol.de) versteht sich als Mitarbeiternetzwerk für Schwule, Lesben und transidentische Menschen, die in oder mit der Polizei aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in Konflikt geraten.

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Für VelsPol ist diese Gruppe, neben Frauen und Menschen ausländischer Herkunft, von besonderer Benachteiligung bedroht. In ihrer Informationsbroschüre heißt es: „Unsere Gruppe kennzeichnet, dass wir am wenigsten wahrgenommen werden. Neben offenen Anfeindungen gibt es unbedachte negative Werthaltungen und Stereotypen, insbesondere mangelnde Information über unsere Lebensweise fördert diese Handlungen.“

Durch Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote versucht VelsPol auf Bundes- und Länderebene Vorurteile innerhalb und außerhalb der Polizei abzubauen, lesbische und schwule Polizeibedienstete zu unterstützen und Opfer antilesbischer und antischwuler Gewalt zu vertreten.

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In der Broschüre heißt es weiter: „Viele lesbische und schwule Polizeibedienstete lebten und leben nach wie vor versteckt und mit hohem Leistungsdruck. Selbst in Ländern und Städten mit entsprechender Anti-Diskriminierungspolitik kann nicht von einer breit gefächerten Akzeptanz gesprochen werden. Der besonderen Rolle als Vorbild und gerechte Institution kann die Polizei nur dann entsprechen, wenn sie diesen Anspruch auch im Innenverhältnis ‚lebt‘. Wir halten es für besonders wichtig, dass homosexuelle Kolleginnen und Kollegen frei von Benachteiligungen und Repressalien arbeiten können und ihre Identität nicht verheimlich müssen.“

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Fotos: Salzgeber

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