Donnerstag, 16. Mai 2013 21:18 Uhr

Max Riemelt und Hanno Koffler: Das neue Traumpaar des deutschen Films

Am 23. Mai startet der Film ‚Freier Fall‘ in den deutschen Kinos, das Spielfilmdebüt des Regisseurs Stephan Lacant.

Der Film erzählt das Drama eines Mannes, der aus seiner überschaubaren Welt fällt.

Max-Riemelt-Hanno-Kofler

Die überragenden schauspielerischen Leistungen von Hanno Koffler (33, ‚Die Nacht vor Augen‘, ‚Sommersturm‘), Max Riemelt (29, ‚Napola‘, ‚Die Welle‘ und zuletzt im Drama ‚Playoff‘) und Katharina Schüttler (33, ‚Oh Boy!‘) vermitteln auf extrem emotionale Weise und frei von jedwedem Kitsch und Klischees, was es heißt, wenn Lebensentwürfe zu Bruch gehen und es keinen Weg mehr gibt, den Menschen, die man liebt, gerecht zu werden.

Die Kritik ist euphorisch. ‚Freier Fall‘ wird schon als der beste Film mit schwulen Figuren gehandelt, den es seit ‚Sommersturm‘ im Jahre 2004 gab. Der Film lief bereits im Februar auf der Berlinale die ‚Perspektive Deutsches Kino‘.

Im Gespräch mit der aktuellen Ausgabe des Magazins ‚Männer‘ sprachen Hanno Koffler und sein berühmter Kollege Max über ihre Rollen. Die beiden Schauspieler sind erst so richtig Freunde, seit sie vor zwei Jahren zusammen „Auslandseinsatz“, einen Film über junge Soldaten, drehten.

Max Riemelt zeigte sich in dem Gespräch ganz begeistert von seinem Filmkollegen: „Für mich gäb’s da auch keine Alternative zu Hanno. Natürlich könnte man das auch mit einem anderen Kollegen spielen, rein technisch, aber um Verliebtheit glaubhaft rüber zu bringen, bedarf es schon einer gewissen Form von von Vertrautheit, die man nicht so von jetzt auf gleich herstellen kann.“

Hanno-Kofler

Und Hanno Koffler, der bereits in ‚Sommerstum‘ glänzte, hatte keine Bedenken, erneut eine Schwule Rolle zu übernehmen: „Erstmal ist ‚Sommersturm‘ inzwischen wirklich eine Weile her und zweitens guck ich mir schon zuerst an, wie interessant der Stoff und die Rolle sind, wie gut das Buch ist und wie weit ich mich da einbringen kann. Und bei ‚Freier Fall‘ fand ich die Geschichte einfach toll. Da ist jemand, der sich in Frage stellt, komplett, sich neu erfährt, auch mit neuer, erst erwachender Sexualität, erste Erfahrungen in der Richtung macht, und sich daraufhin Fragen nach der eigenen Identität stellt. Mit welchen Körperteilen er dabei konkret zu tun hat, war mir dabei aber egal.“

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Riemelt, der in den letzten Jahren mit beachtlichen Rollen glänzte, sagte zu seiner Motivation, dass er vor allem auch seine schauspielerische Palette erweitern wollte „und weil es darum geht, als Schauspieler in jeder Figur zuhause sein zu können“.

Er fügte hinzu: „Man will ja nicht auf den Frauenhelden festgelegt werden. Aber ich habe auch nicht auf Biegen und Brechen nach einer schwulen Rolle gesucht, sondern das hat schon länger gedauert, bis da was gepasst hat. Weil, ich wollte keine Figur spielen, die ein tuckiges Klischee ist und dem Publikum alle fünf Minuten durch irgendeine bescheuerte Aktion, beweisen muss, dass sie schwul ist. Ich wollte eine Figur, die diese Sexualität hat, aber in der ich mich trotzdem wiederfinden kann. Und als ich das Drehbuch zu ‚Freier Fall‘ zum ersten Mal gelesen habe, habe ich mich an vielen Stellen in Kay wiedererkannt.“

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Ein paar Daten über Hanno Koffler, dessen Rolle in ‚Freier Fall‘ die eigentliche große Hauptrolle ist.

Der sympatische Schauspieler wurde am 25. März 1980 geboren, war Schlagzeuger der Band „Kerosin“, die er mit seinem Bruder Max 1994 gründete.

Nach zwei Kurzfilmen im Jahr 2000 spielte Koffler die Hauptrolle in Marco Kreuzpaintners TV-Pilotfilm „Rec – Kassettenmädchen/Kassettenjungs“ (2002). Auch in dessen Debütspielfilm „Ganz und gar“ (2003), in „Sommersturm“ (2004) und „Krabat“ (2008) spielte Koffler mit. Nach weiteren Rollen in Kinospielfilmen („Anatomie 2“, „Hallesche Kometen“) und TV-Produktionen („Einsatz in Hamburg – Bei Liebe Mord“) ging Koffler ans Wiener Max-Reinhardt-Seminar und schloss 2007 ein Schauspielstudium ab.

Währenddessen und danach trat er als Theaterschauspieler in Erscheinung, u.a. unter Klaus- Maria Brandauer am Wiener Burgtheater, mit seinem Soloabend „Mars“ (nach Fritz Zorn) oder in der preisgekrönten „Bambiland“-Inszenierung von Philipp Hauß (Vontobel-Preis 2007). Seit der Spielzeit 2010/11 ist Koffler Ensemblemitglied am Theater Braunschweig.

Seit 2008 ist er wieder vermehrt in Kino- und TV-Produktionen zu sehen. Aufsehen erregte er vor allem in der Hauptrolle des traumatisierten Bundeswehrsoldaten in Brigitte Berteles Debütfilm „Nacht vor Augen“ (2008; Franz-Hofer-Preis und Preis für den Besten Hauptdarsteller beim Durban Int. Film Festival). Weitere Hauptrollen spielte er in Zoltan Pauls starbesetzter Komödie „Unter Strom“ (2009) und – zusammen mit Max Riemelt – im TV-Drama „Auslandseinsatz“ (2012).

Fotos: Männer/ Bernhard Musil

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