Montag, 9. Mai 2011 15:53 Uhr

Menowin: „Ich wollte beweisen, dass ich nicht der krasse Typ war“

Bad Essen. Am Freitag ist im Driediger-Verlag zum Preis von 12,90 Euro eine neue Biographie über den umstrittenen DSDS-Vize von 2010, Menowin Fröhlich erschienen, an der er maßgeblich beteiligt war. Wenn er die Zeit einfach zurückdrehen könnte, dann würde Menowin noch mal von vorne anfangen. Er sei sich sicher, er würde seine Chance dann nutzen, heißt es in der Biographie. Das Problem: In den letzten Jahren seien immer andere gewesen, die über seine Zeit verfügt haben. Menowin hatte seit längerem schon keine Kontrolle mehr über sich. Nicht im Knast, nicht bei DSDS und in der Zeit danach.

Über seine Zeit im Gefängnis schreibt er: „Es war der Horrortrip. Ich wurde am gleichen Tag noch nach Neuburg geschafft, vierzehn Tage Zugang, dann ging es weiter nach Stadelheim, ins Loch. Ein richtig ekliger Knast. Eine Woche lang in B0, das heißt vierundzwanzig Stunden auf Zelle, ohne Fernseher, Radio oder Buch. Nichts. Nur der Tisch, der Stuhl, das Bett und ein Fenster. Ich habe auf meiner Matratze gelegen und die Wand angestarrt oder bin auf meinen paar Quadratmetern hin- und hergelaufen wie ein Tier hinter Gittern. Ich bin fast wahnsinnig geworden. Es war die Hölle.“

Die Post der Fans, habe ihm Optimismius verschafft. Stapelweise Briefe, die Menowin auch alle gelesen hatte. „Die haben mich echt aufgebaut. Durch die tröstenden Worte der Fans habe ich wieder gespürt, dass da mehr in mir war als der Straftäter, über den man in meiner Akte las.“

Fröhlich hat begonnen Tagebuch zu schreiben, heißt es an anderer Stelle: „Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben richtig bewusst an die Dinge herangegangen. Ich habe mir eine Liste angefertigt mit allen Punkten, die mir wichtig waren. Ganz oben, als Erstes, stand Musik. Deshalb habe ich beschlossen, ein Instrument zu lernen, allein, ohne Hilfe, ich wollte es aus eigener Kraft schaffen.“

So habe er täglich fünf, bis sechs Stunden geübt. Doch Menowin wollte mehr: „Ich wollte beweisen, dass ich nicht der krasse Typ war, für den mich immer alle, die Zeitungen, der Staatsanwalt, der Richter, gehalten haben.“

Dem Sänger war klar, dass der Knast nicht das echte Leben widerspiegelt, aber er habe das Beste daraus gemacht. „Im Knast lernt man wirklich andere Leute kennen. Und wenn der Kontakt bestehen bleibt, dann sind das für mich auch Freundschaften, denn mit den Leuten bist du echt durch die Hölle. Wir haben versucht, uns aufzubauen, füreinander da zu sein. Das war wichtig, wenn du das nicht hast, hast auch keine Chance.“

Fotos: wenn.com, Driediger Verlag

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