Dienstag, 24. Juli 2018 13:37 Uhr

Mesut Özil: Erdogan hüpft vor Freude im Kreis

Foto: Lia Toby/WENN.com

Nach dem Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft melden sich nun weitere Stimmen zu Wort. Eine der prominentesten ist der türkische Despot Recep Tayyip Erdogan (64), der die dreiteiligen Auslassungen des Ex-Nationalspielers flugs politisch ausnutzen will.

Mesut Özil: Erdogan hüpft vor Freude im Kreis

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„Ich habe mit ihm heute Nacht telefoniert. Seine Haltung ist national und einheimisch“, zitierte ‚Bild.de‘ türkischen Medien vom Dienstag. „Ich küsse seine Augen. Sie können unser gemeinsames Foto nicht hinnehmen. Ich stehe hinter Mesut aufgrund seiner Äußerungen.“

Der Nationalspieler hatte bei seiner Theater-Donner-Rücktrittserklärung am vergangenen Sonntag (22. Juli) dem DFB Rassismus vorgeworfen. Doch lenkte er damit nicht aber auch von seinen zunehmend schwächelnden Leistungen ab?

Außenminister Heiko Maas äußerte sich gestern zu dem beispiellosen Polterrücktritt: „Ich glaube (…) nicht, dass der Fall eines in England lebenden und arbeitenden Multimillionärs Auskunft gibt über die Integrationsfähigkeit in Deutschland“. Später fügte er auf Twitter hinzu, dass es „zahlreiche mindestens genauso wichtige Schicksale“ gebe.

Quelle: instagram.com

DFB wehrt sich

Auch der DFB meldete sich notgedrungen zu Wort. In einer Pressemitteilung bedauert der DFB den Rücktritt Özils aus der Nationalmannschaft, wehrte sich allerdings auch gegen dessen Rassismus-Anschuldigungen. In der Stellungnahme heißt es: „Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir […] in aller Deutlichkeit zurück.“ Zudem hieß es, dass sich der DFB gefreut hätte, wenn man Özil weiterhin als ein Teammitglied der Mannschaft hätte begrüßen dürfen. Man bedauere den Abschied sehr, wolle die „erfolgreiche Integrationsarbeit weiter konsequent und aus tiefer Überzeugung“ fortsetzen.

Der Verband bedankte sich bei dem ehemaligen Nationalspieler, denn dieser hätte nicht nur eine erfolgreiche Ära auf, sondern auch neben dem Platz mitgeprägt. „Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass Deutschland 2014 in Brasilien Weltmeister geworden ist“, wird betont. Auch aus der Politik gab es erste Stimmen.

„Grober Unfug“

CDU-Bundestagsabgeordneter Wolfgang Bosbach wies die Kritik von Özil am DFB zurück. Im Interview mit dem rbb bezeichnet er Özils Rassismus-Vorwurf als „groben Unfug“. Er kenne den DFB-Präsidenten Grindel seit Jahren sehr gut und dieser sei definitiv kein Rassist. Bosbach erklärt: „Jetzt versucht er, aufgrund der massiven Kritik wegen seines Treffens […] und der Huldigung für Erdogan, sich als Opfer des DFB darzustellen – oder der gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland. Das ist doch wirklich grober Unfug.“ Der 29-jährige Spieler sei ebenfalls für seine Leistung bei der Weltmeisterschaft in Russland kritisiert worden, dies habe doch nun wirklich nichts mit seiner Herkunft zu tun, findet Bosbach. „Man muss doch einen Sportler […] kritisieren können, völlig unabhängig von Hautfarbe, Religion oder seiner Herkunft […]. Das hat doch nichts mit Rassismus zu tun“, meint er.

Und der Kommentator der ARD-Tagesthemen verlangte am Montagabend folgerichtig, unter diesen Voraussetzungen möge doch Özil seinen „Bambi“ für Integration zurückgeben, den er 2910 erhalten hatte.

Übrigens lege laut ‚Focus‘, „die verbale Wucht in Özils Stellungnahme bei Twitter, die in krassem Kontrast zu seinem öffentlich sonst introvertierten Auftreten steht, nahe, dass das Geschriebene kaum allein aus Özils Feder stammen kann.“ Glauben wir gerne.

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