Dienstag, 24. Dezember 2013 20:35 Uhr

Michael Bully Herbig über seinen neuen Film „Buddy“ und „Star Wars“

Am 25. Dezember startet in den deutschen Kinos Michael Bully Herbigs neuer Film ‚Buddy‘. Er fällt aus dem Rahmen, wenn man sich Herbigs bisheriges Repertoire ansieht. ‚Buddy‘ ist nämlich eine romantische Komödie.

Michael Bully Herbig über seinen neuen Film "Buddy" und "Star Wars"

Welche Rolle spielen Schutzengel in Ihrem Leben?
Michael Bully Herbig: Um ehrlich zu sein, habe ich diese Frage befürchtet. Und hoffentlich eine Antwort darauf vorbereitet … Ich habe jetzt sechs Kinofilme als Regisseur gedreht, meist zu Themen, die mir einfach so in den Sinn kamen. Bei anderen Filmen war ich als Schauspieler dabei. Und natürlich folgt oft die Frage, was ich persönlich vom zentralen Thema des entsprechenden Films halte. Ich empfinde das aber eher als störend, weil ich die Leute in erster Linie mit einem Film unterhalten will und sie nicht mit meinen persönlichen Ansichten dazu langweilen möchte.

Michael Bully Herbig über seinen neuen Film "Buddy" und "Star Wars"

Aber die Schutzengel scheinen Sie stark genug beschäftigt zu haben, um über sie ein Drehbuch zu schreiben und einen Film zu inszenieren.
Die erste Idee liegt schon sechs Jahre zurück. Ich finde es per se lustig, wenn es ein Wesen gibt, das nur der Protagonist sehen kann. Das führt zu Chaos, zu Missverständnissen und im Idealfall zu skurrilen Situationen. Und dann kam mir der Gedanke: Was macht man mit einem Schutzengel, den man gar nicht haben möchte und der einem wahnsinnig auf den Keks geht? Ich hatte große Lust auf eine Buddy-Komödie. Dass der Film ‚Buddy‘ heißt, war anfangs gar nicht geplant. Es war eher ein glücklicher Zufall, dass man mit dem Wort Buddy so schöne Wortspiele machen kann: „Ich bin dein Buddy-Guard.“ Ich finde das Thema Schutzengel sehr spannend, das Wort dagegen etwas verstaubt.

‚Buddy‘ wirkt im Vergleich zu Ihren früheren Filmen reifer und erwachsener.
‚Buddy‘ hat mit Sicherheit auch mehr Tiefe als seine Vorgänger. Das schönste Kompliment, das ich bis jetzt gehört habe, war, dass es ein Film mit Seele ist. Ich habe meine Filme nie für ein bestimmtes Publikum gedreht, sondern immer so, wie ich sie selbst gern sehen würde. ‚Der Schuh des Manitu‘ ist jetzt 13 Jahre her. Es wäre sehr unbefriedigend, wenn ich heute noch dieselben Filme drehen würde.

Ist das auch der Grund, warum Sie keine Fortsetzungen drehen?
Ja. So gut wie jeder Produzent hätte ‚Der Schuh des Manitu‘ gleich fortgesetzt. Aber ich hätte das Gefühl gehabt, mich zu wiederholen. Wenn ich zwei oder drei Jahre in einen Film investiere, kann ich mich am besten mit dem Gefühl motivieren, etwas Neues zu machen.

Michael Bully Herbig über seinen neuen Film "Buddy" und "Star Wars"

Würden Sie sich motiviert fühlen, wenn Sie eines der drei bevorstehenden Star-Wars-Sequels inszenieren sollten?
Na gut, wenn die Messlatte in dieser Höhe liegt, wäre ich natürlich sehr motiviert. (lacht) Sollte George Lucas anrufen und mich bitten, Star Wars zu inszenieren, weil das sonst keiner machen will, würde ich ihn nicht enttäuschen. Bei Indiana Jones und James Bond würde ich meine Einstellung zu Sequels ebenso überdenken. Ohnehin will ich niemals nie sagen.

Nachdem Sie in Leander Haußmanns Hotel Lux, Helmut Dietls Zettl und in der US-Komödie ‚Der unglaubliche Burt Wonderstone‘ „nur“ als Schauspieler dabei waren, haben Sie ‚Buddy‘ wieder als Regisseur, Produzent, Autor und Hauptdarsteller verantwortet. Welchen Vorteil hat es, wenn der Chef alles selbst macht?
Prinzipiell hast Du weniger Diskussionen. (lacht) Ich habe das Spielen wirklich genossen. Aber ich habe mich gelegentlich auch ein wenig gelangweilt. Im Grunde bin ich ziemlich ungeduldig, versuche das aber nie zu zeigen. Warten ist eine Sache, die mir eigentlich überhaupt nicht liegt. Es erfordert aber irrsinnig viel Geduld, einen Film zu drehen, weil immer irgendwo etwas vorbereitet werden muss. Als Regisseur bin ich durchgehend beschäftigt, aber wenn ich nur spiele … Für mich war es ein großes Glück, bei ‚Die Geschichte vom Brandner Kaspar‘, ‚Hotel Lux‘, ‚Zettl‘ und ‚Der unglaubliche Burt Wonderstone‘ mitspielen zu dürfen. Ich habe mit vier großartigen Regisseuren an vier komplett unterschiedlichen Filmen gearbeitet.

Neben Ihnen spielen Alexander Fehling und Mina Tander die Hauptrollen in Buddy. Stand die Besetzung von vornherein fest?
Bei ‚Buddy‘ war nur eine einzige Rolle von Anfang an besetzt: Hütte, der Computernerd und platonische Freund von Lisa. Ich habe Daniel Zillmann bei den Dreharbeiten zu ‚Zettl‘ kennen gelernt. Er hat mich zu Hütte inspiriert, deshalb hat sich seine Rolle quasi von allein geschrieben.

Wie haben Sie Alexander Fehling für die Rolle des Eddie gefunden?
Alexander kannte ich nur flüchtig aus ‚Goethe!‘ Bei dem Film bin ich damals relativ spät als Co-Produzent eingestiegen. Ich war baff, als ich Alex das erste Mal in ‚Giethe!‘ sah. Wow! Ein guter Typ! Witzigerweise gab es auch bei ‚Inglourious Basterds‘ einen Charakter, der mir – abgesehen von Christoph Waltz – besonders gut in Erinnerung geblieben ist. Und das war Alex als junger Vater in dieser Barszene, in der es nur so wimmelt von deutschen Schauspielern und in der kaum einer überlebt. Irgendwann kam Alex zum Casting und war sofort in der engeren Auswahl. Aber es war noch nichts entschieden. Dann gab es Probeaufnahmen mit Mina Tander. Da merkte ich, dass das funktioniert. Jetzt im Nachhinein muss ich sagen: Ich weiß gar nicht, wer die Rolle sonst hätte spielen sollen. Alex ist nicht nur ein spitzenmäßiger Schauspieler, sondern hat auch ein ungeheures Bewegungstalent. Bei den Actionsequenzen wollte er immer alles selbst machen.

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Die Fantastischen Vier haben das Lied zur großen Party-Szene am Anfang des Films geschrieben und gesungen. Wie kam es dazu?
Ich wusste, dass Die Fantastischen Vier noch nie einen Song zu einem Film beigesteuert haben. Ich habe ihren Manager angerufen. Er fand die Story interessant und erzählte den Jungs davon. Die konnten auch was damit anfangen und wir haben uns im Anschluss an ein Konzert getroffen.
Das war ein extrem angenehmer Austausch. Mir hat das alles eine große Freude gemacht. Thomas D. hat gleich hinterher noch den Abspann- Song geliefert.

Sie geben Ihren Filmen gern „Tarnnamen“. Welchen Arbeitstitel hatte Buddy?
Der Arbeitstitel von Buddy war Erwin. Den haben wir so lange benutzt, bis wir den jetzigen Titel gefunden haben. Der Schuh des Manitu hatte damals den Arbeitstitel Der Berg, (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 war Der Kreis, Lissi und der wilde Kaiser hieß Die Kugel und Wickie und die starken Männer war Der Pfeil. Man könnte sagen, Erwin tanzte bereits hier schon ein wenig aus der Reihe.

Michael Bully Herbig über seinen neuen Film "Buddy" und "Star Wars"

Fotos: HerbXFilm/Warner Bros, Marco Nagel

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