Mittwoch, 11. Januar 2012 18:06 Uhr

Michelle Williams spricht über ihre Rolle als Marilyn Monroe

München. In ihrem neuen Film „My Week With Marilyn“ schlüpft Michelle Williams in die Rolle der Leinwand-Göttin Marilyn Monroe. Wie tief sie dabei in das Wesen und die Seele der Hollywood-Ikone eintauchte, beschreibt die Schauspielerin jetzt im Interview mit ‚Vogue‘: „Ich bin normalerweise kein hilfloser Mensch, aber als ich Marilyn spielte, war alles anders“, so die 31-Jährige, die als Monroe auch auf dem Cover der aktuellen Vogue-Februarausgabe zu sehen ist.

„Plötzlich hatte ich meine Eigenständigkeit verloren. Ich brauchte genau das, was sie immer gebraucht hat. Wochenlang war ich von netten Worten, Lob und Komplimenten abhängig. Es war mein täglich Brot. Ich aß Worte und kaute möglichst lange auf ihnen herum, um ihren Geschmack im Mund zu bewahren.“

Während der Dreharbeiten besuchte Williams auch „Parkside House“, das Anwesen in Surrey, in dem Monroe während ihres Aufenthalts in England lebte – für die Schauspielerin eine ganz besonders intensive Erfahrung: „Wenn ich mitten im kreativen Prozess stecke, fühle ich mich wie im freien Fall. Ich weiß nicht, was kommt, und taste nach jedem Strohhalm. In ihrem Haus zu sitzen und zu wissen, dass sie damals genauso alt war wie ich jetzt, wirkte beruhigend auf mich. Als gäbe es etwas, das mich auffängt.“

Obwohl schon etliche Kolleginnen vor ihr an der Herausforderung, Monroe zu verkörpern scheiterten, sei ihr die Entscheidung für die Rolle nicht schwergefallen, sagt Williams: „Bevor ich mit irgendjemand über den Film sprach, habe ich das Drehbuch gelesen. Als ich die letzte Seite umgeschlagen hatte, war mir klar, dass ich den Film machen würde“, erinnert sie sich und ergänzt: „Ich war in meinem Haus auf dem Land weit weg von allem, der Klatsch und Tratsch des Business erreichen mich dort nicht. Alles war ruhig und sicher. Ich glaube, deshalb ist mir die Entscheidung so leicht gefallen. Und wenn ich einmal etwas entschieden habe und mein Herz daran hängt, gibt es für mich kein Zurück mehr.“

In „My Week With Marilyn“ beweist Williams, wie faszinierend die Hollywood-Legende noch heute ist. Bei der Darstellung war es ihr wichtig, Monroe weder als neurotisches Starlet noch als Sexbombe zu interpretieren: „Sie hat immer darum gekämpft, als Künstlerin wahrgenommen zu werden, es war eines der Hauptthemen in ihrem Leben. Sie wollte eine ernstzunehmende Schauspielerin sein.“ Dass Williams ihre Darstellung gelungen ist, zeigt unter anderem die aktuelle Nominierung für den Golden Globe: „Für mich hat das viel mit der Persönlichkeit Marilyns zu tun“, so die Schauspielerin. „Ich glaube, es zeigt, wie präsent sie nach wie vor ist. Ich dachte mir, dass ich leider nicht in sie hineinsehen kann. Vielleicht gäbe es dort noch ein neues Zimmer zu entdecken.“

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