12.06.2020 13:09 Uhr

Mike Tyson: Die Wahrheit über sein Marihuana-Imperium

Boxlegende Mike Tyson hat ein bewegtes Leben hinter sich. Seine Zeit im Ring war immer wieder von Skandalen geprägt. Und obwohl er im Laufe seiner Karriere einige hundert Millionen Dollar verdiente, musste er 2003 Privatinsolvenz anmelden, nachdem er mit seinem extravaganten Lebensstil einen Schuldenberg angehäuft hatte.

Foto: imago images / Newspix

In den Folgejahren hielt sich Mike Tyson mit verschiedenen Shows und Werbeauftritten über Wasser, bevor er in den letzten Jahren mit Rollen in zahlreichen Filmen und Serien wieder im Rampenlicht stand. Sein jüngstes Projekt ist eine Marihuana-Ranch in Kalifornien. Tyson ist damit einer von vielen Stars, die seit der Legalisierung von Cannabis in mehreren US-Bundesstaaten auf den Hanf-Zug aufgesprungen sind.

Voll im Trend

Der legale Anbau von Cannabis hat sich in den letzten Jahren weltweit zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Führend waren dabei die USA, mittlerweile wollen aber auch viele andere Länder nachziehen. Mittlerweile gibt es tausende verschiedene Cannabissorten, die den Anbau unter den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen erlauben. Sogenannte Autoflowering-Sorten erlauben durch eine frühe Blüte, selbst in gemäßigten Zonen mehrere Ernten innerhalb eines Jahres einzufahren. Gerade bei europäischen Samenhändlern wie Zamnesia sind selbstblühende Hanfsamen daher sehr beliebt. Neben dem Markt für Autoflowering-Sorten gibt es aber auch verschiedene andere Varianten, die den Anbau von Hanf praktisch auf der ganzen Welt ermöglichen. Schwieriger gestaltet sich derzeit noch die Suche nach einem legalen Absatzmarkt. Mit einem Sitz mitten in Kalifornien, wo der Cannabis-Hype in vollem Gang ist, hat die Tyson Ranch hier aber einen gehörigen Vorsprung.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Mike Tyson (@miketyson) am Apr 4, 2020 um 12:05 PDT

Das Cannabis-Resort

Den Grundstein für die Tyson Ranch legte der ehemalige Boxer gemeinsam mit einem Geschäftspartner Anfang 2018. Auf 8 Hektar wird dort Cannabis in höchster Qualität angebaut, es wird aber auch von anderen Produzenten zugekauft. Mit einem reinen landwirtschaftlichen Unternehmen ist es für Tyson nicht getan. Und das obwohl die Unternehmung schon im zweiten Jahr mit Cannabisprodukten einen monatlichen Umsatz von rund 500.000 US-Dollar machte. Vielmehr soll die Ranch zu einem regelrechten Marihuana-Themenpark ausgebaut werden. In Planung sind unter anderem ein Hotel und ein Luxus-Campingplatz sowie eine Veranstaltungsbühne. Fans des grünen Goldes sollen dann aus dem ganzen Land anreisen, um hier unter ihresgleichen ihrem Hobby zu frönen. Hat Tyson mit diesem Vorhaben Erfolg, könnte es bald Schule machen. Cannabis und Tourismus passen jedenfalls gut zusammen, denn im Alltag muss sich der durchschnittliche Berufstätige doch noch ein wenig zurückhalten.

Cannabis-Baron aus Überzeugung

Für Tyson ist Cannabis nicht einfach nur ein Geschäftsmodell. Der Mittfünfziger ist schon seit langem bekennender Cannabiskonsument. In zahlreichen Interviews berichtet er, wie Marihuana ihm dabei geholfen hat, ein ruhigerer Mensch zu werden. Außerdem hat es ihm nach eigenen Angaben geholfen, über die Schmerzen nach mehreren Operationen hinwegzukommen, denen er sich in den letzten Jahren unterziehen musste. Und anscheinend umgibt er sich bei seinem Geschäftsprojekt mit Gleichgesinnten. In einem Interview erzählte er kürzlich, dass er gemeinsam mit seinem Umfeld jeden Monat Cannabis im Wert von 40.000 Dollar rauchen – eine beeindruckende Leistung. Die Rechnung scheint trotzdem aufzugehen, denn viele seiner Landsleute versuchen wohl, es ihm gleichzutun. Von Lieferengpässen aufgrund von Tysons Eigenbedarf wurde bislang jedenfalls noch nicht berichtet. (KTAD)