25.11.2019 11:28 Uhr

Milliardenraub im Grünen Gewölbe in Dresden?

Besucher im Juwelenzimmer. Foto: imago images / momentphoto/Killig

In Dresdens Schatzkammer Grünes Gewölbe ist am frühen Montagmorgen eingebrochen worden. Der dreiste Einbruch betrifft den historischen Teil der wertvollen Sammlung.

Womöglich handelt es sich dabei um den größten Kunstraub in der Nachkriegsgeschichte. Die Schadenshöhe war zunächst unklar. Einige Medien berichten von einem Diebstahl in Milliardenhöhe. Offenbar wurde hauptsächlich „antiker Schmuck im Kunst-Wert von etwa einer Milliarde Euro geklaut“, berichtet die ‚Bild‘-Zeitung. Gegen 5 Uhr am Montagmorgen sei „der Stromkasten in den Katakomben unter der Augustusbrücke angezündet, damit die Stromzufuhr der Staatlichen Kunstsammlungen lahmgelegt“ worden heißt es weiter. Danach seien „mehrere Täter“ durch ein Eckfenster in Räume der Kunstsammlungen eingestiegen. Ob ein Zusammenhang mit dem Brand und dem Einbruch besteht ist unklar.

Milliardenraub im Grünen Gewölbe in Dresden?

Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Die Räume des Museums sind eigentlich streng gesichert, Berichten zufolge besser als das berüchtigte Fort Knox in den USA. „Aktuell ist unsere Tatortgruppe des #LKA im Einsatz und untersucht den Tatort“, teilte die Polizei Sachsen am Montagmorgen bei Twitter mit. „Aussagen zum Stehlschaden sind noch nicht möglich.“ Der Einbruch betrifft den historischen Teil der Sammlung mit Juwelengarnituren und anderen wertvollen Kunstobjekten. Über Details will die Polizei im Tagesverlauf informieren.

Das wertvollstes Stück ist gerade in New York

Sachsens Kurfürst August der Starke (1670-1733) ließ die Schatzkammer zwischen 1723 und 1730 anlegen. Heute wird sie in zwei Abteilungen präsentiert. Der historische Teil befindet sich im Erdgeschoss des Residenzschlosses in den authentisch wiederhergestellten Räume der Sammlung. Eine Etage weiter oben zeigt das Neue Grüne Gewölbe besondere Einzelstücke.

Eines der wertvollsten Stücke des Grünen Gewölbes wird derzeit im Metropolitan Museum of Art in New York ausstellt – der Grüne Diamant. Das Hut-Schmuckstück mit dem einzigartigen Stein von 41 Karat und natürlicher Färbung gilt als spektakulärste Leihgabe der Ausstellung „Making Marvels: Science and Splendor at the Courts of Europe“ des Metropolitan Museum of Art.

Für Besucher blieb das Residenzschloss am Montag geschlossen. Ein Schild am Eingang in deutscher und englischer Sprache wies darauf hin, dass das Museum aus „organisatorischen Gründen“ geschlossen bleibe. (dpa/KT)