Moderatorin Marlene Lufen: Lockdown war das Falscheste, was wir machen konnten

Marlene Lufe

instagram.com/marlenelufen

02.02.2021 15:09 Uhr

14 Minuten, die bewegen. Der anhaltende Lockdown geht an die Substanz, macht uns allen zu schaffen. Moderatorin Marlene Lufen schüttet auf Instagram ihr Herz aus und spricht das aus, was viele denken, vielleicht sogar selbst erleben.

Atembeschwerden, anhaltende Störung des Geruchs- und Geschmackssinn, dauerhafte Lungenschäden: Die möglichen Langzeitfolgen einer Coronaerkrankung sind längst bekannt. Wurden bereits etliche Male diskutiert. Worüber kaum jemand spricht? Über die gesundheitliche Folgen, die der Lockdown hat. Für uns alle. „Frühstücksfernsehen“-Moderatorin Marlene Lufen (50) hat sich genau darüber Gedanken gemacht. Vor zwei Tagen teilt sie auf Instagram ein Video, in dem sie ihre Sorgen und Bedenken teilt. Wenige Stunden später geht der Clip viral. Über 7 Millionen Aufrufe hat der Beitrag inzwischen, wurde unzählige Male geteilt und beweist damit: Das Thema liegt nicht nur ihr am Herzen.

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Der Lockdown und seine psychischen Folgen

„Ich hab das Gefühl, dass wir in zwei, drei Jahren zurück gucken auf diese Zeit, und dass wir denken, wir haben es falsch gemacht, dass dieser Lockdown das Falscheste ist, was wir hätten machen können. Zumindest über so einen langen Zeitraum.“, eröffnet die 50-Jährige ihr Video. Marlene spricht über Depressionen, Suchterkrankungen, Gewaltausbrüche in Familien. Probleme, mit denen vielen Menschen zu kämpfen haben und deren Situation sich seit dem Lockdown verschlimmert hat. 

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Zahlen, die neben dem Inzidenz-Wert relevant sind

Marlene bezieht sich in ihrem Appell nicht nur auf bloße Vermutungen, sondern nennt gut recherchierte, konkrete Zahlen. Und macht man sich diese erst einmal bewusst, wird klar, welches Ausmaß die aktuelle Lage wirklich hat: „23 Prozent mehr Fälle von Gewalt an Kindern in der Gewaltambulanz der Charité im ersten Halbjahr 2020. 600.000 Kinder erleben zu Hause Schläge, Stöße und Schlimmeres. Das sind 6,5 Prozent der Kinder in Deutschland. 461.000 Kinder haben im Jahr 2020 die ‚Nummer gegen Kummer‘ gewählt.“ Man muss nicht, wie Marlene Lufen, zweifache Familienmutter sein, um bei diesen Fakten einen Schauer über dem Rücken zu spüren. 

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Die emotionale Worte treffen auf Zuspruch

„Jedes Mal, wenn in den Nachrichten einer sagt, ‚wir müssen nochmal die Zähne zusammenbeißen, dann ist es auch durchgestanden mit der Pandemie‘, hat irgendein Kind zu Hause die Faust im Gesicht. Wird irgendeine Frau geschlagen. Überlegt ein Jugendlicher in psychischer Not, ob er sich von der Brücke stürzt“ , verdeutlicht Marlene die Situation. Sätze, die einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen und auf viel Zuspruch treffen. Über 20.000 Kommentare finden sich unter dem Beitrag. Darunter auch von Promis wie Sylvie Meis, Motsi Mabuse oder Bettina Zimmermann.

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Klare Distanz von Verschwörungstheorien

Marlene Lufen springt mit ihrem Video keines Falls auf den „Attila Hildmann & Co.“-Zug auf. In dem 14-minütigen Clip distanziert sich die Moderatorin ganz klar von Corona Leugnern. Sie will sensibilisieren, für all das, was neben Fallzahlen, Impfungen und Kurzarbeit eine so wichtige Rolle spielt: „Wir sollten die Nebenwirkungen genau berechnen und kennen, wenn wir entscheiden, ob die Verlängerung des Lockdowns tatsächlich die beste Wahl im Kampf um unsere Gesundheit ist.“ (AB)