29.11.2020 22:38 Uhr

„Monolith von Utah“: Kaum entdeckt, ist das rätselhafte Ding schon wieder weg

Vor zwei Wochen wurde ein meterhoher Monolith aus glänzendem Metall mitten in der Wüste von Utah gefunden. Jetzt ist er schon wieder weg und niemand weiß wohin er verschwunden ist.

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Diese Geschichte eines stahlglänzenden Kunstwerkes bietet den Stoff für einen Mystery-Hollywoodstreifen. Erst am 18. November wurde das neue Wüstenwunder aus Metall mitten im Nirgendwo in der Wüste von Utah entdeckt und jetzt? Irgendwie ist es plötzlich wieder weg! Die Polizei geht von einem Rätsel aus.

Mysteriöser Monolith in der Wüste

Zunächst aber mehr zur Geschichte des einzigartigen „Monolithen von Utah“, der ja genau genommen ein Obelisk ist. Die in etwa drei Meter hohe Stele mit drei Seiten aus herrlich schimmernden Metall wurde am 18. November 2020 zufällig von Biologen des „Utah Department of Public Safety“ gefunden. Die Forscher waren angeblich gerade beim Zählen wilder Ziegen (offenbar kein Witz!) im Canyonlands-Nationalpark, als sie von ihrem Helikopter aus das in der Sonne schimmernde Kunstwerk erspähten.

Es ist bislang vollkommen unklar, wer das Ding mitten in die rote Wüste von Utah gestellt hat. Man darf aber schon mal festhalten, dass es eine durchaus gelungene Installation ist.

"Monolith von Utah": Kaum entdeckt, ist das rätselhafte Ding schon wieder weg

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Monolith fünf Jahre lang unentdeckt?

Doch bisher weiß man nicht viel über diese Metallsäule. Einer Sache ist man sich jedoch offenbar sicher: Die schicke Säule steht dort seit mindestens fünf Jahren. Dies weiß man dank älterer Satellitenbilder, die das Kunstwerk im Oktober 2016 erstmals abbilden.

Eigentlich ein unglaublicher Fakt. Denn wir leben in einer dermaßen rasanten Welt, in der Informationen in Sekundenschnelle über den Erdball fliegen, aber dieser glänzende meterhohe Koloss blieb dem menschlichen Auge über Jahre verborgen?

Vielleicht besser so, denn kaum wussten die Menschen von seiner Existenz, wurde er auch schon geklaut. Wie das Landesverwaltungsamt in Utah bestätigte, wurde die Stele am vergangenen Freitag plötzlich wieder entfernt. Wer die „Täter“ sind und warum sie dies taten, weiß man bislang noch nicht.

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Von Kunstdieben gestohlen?

Es könnte sein, dass die Skulptur von Kunstdieben entwendet wurde. Denn nach der Entdeckung des Monoliths vermuteten einige Kenner, dass die Säule ein Werk des verstorbenen Künstlers John McCracken sein könnte, der eine Zeit lang im nicht weit entfernten Bundesstaat New Mexico gelebt hatte. Gegen diese Theorie spricht allerdings, dass McCracken bereits 2011 starb, also fünf Jahre bevor die Installation in die Wüste gestellt wurde.

Hinzu kommt, dass das „Utah Department of Public Safety“, den genauen Ort der Entdeckung nicht bekannt geben wolle, um Touristen fernzuhalten.

Natürlich kursierten innerhalb von kürzester Zeit noch viele weitere wirre Theorien rund um den Monolith von Utah. Einige Verrückte sind sich dennoch sicher, dass Aliens den „Stab“ in der Wüste platziert haben.

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Wilde Verschwörungstheorien

Dank der Arbeit von Abenteurer Automechaniker und TV-Star Dave Sparks weiß man aber, das dies nicht stimmt. Er untersuchte die Stele vor laufender Kamera genau und resümierte: Der Monolith besteht aus präzise geschnittenen und verfügten Paneelen aus rostfreiem Stahl. An den Rändern finden sich Schraub- und Nietverbindungen. Was sehr wohl auf eine irdische Herkunft schließen lassen dürfte. Innen dürfte das Ding hohl sein.

Dave Sparks fand außerdem Sägespuren, welche vermuten lassen, dass mit einer Steinsäge ein Loch in den Steinboden gesägt wurde, in welches der Monolith eingelassen und stabilisiert wurde.

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Entdeckung als PR-Gag?

Vielleicht waren es ja auch die Künstler selbst, die die Figur nach der Entdeckung wieder entfernten. Könnte es Sinn, Zweck und Witz ihrer Installation gewesen sein, abzuwarten wie lange der Monolith unentdeckt bleibt, nur um ihn dann wieder zu entfernen? Diese Version klingt auf jeden Fall schöner als die der habgierigen Kunstdiebe.

Interessant sind daher diese Anmerkungen: Im Jahr 2010 zeigte die „New Yorker Galerie Zwirner“ eine fast exakt gleiche Säulen-Installation des Künstlers John McCracken in ihren Räumen. „Möglich wäre, dass McCrackens Kinder oder aber ein Fan seine Arbeit sozusagen fortführt“, glaubt die Seite „Grenzwissenschaft-aktuell.de“.

Dieselbe Seite verweist ferner auf die Anfangsszene des Kubrick-Meisterwerks „2001: A Space Odyssey“ von 1968, in dem ein schwarzpolierten Monolithen vor einer Höhle steht. Zufall? Oder bewusster Querverweis?

Und dann wäre da noch Dave Sparks (siehe Insta-Clip oben), der mit einer der ersten Entdecker an der Säule war. Er ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Hersteller von Spezialfahrzeugen und Social-Media-Persönlichkeit aus Salt Lake City, Utah. Er gehört zu de Protagonisten der Show „Diesel Brothers“ auf Discovery Channel (in Deutschland bei DMAX). Zufall? Oder ist das alles nur ein geschickt eingefädelter PR-Gag für eine TV-Show? (LK/PV)