11.12.2019 18:11 Uhr

MontanaBlack und „Frauen sind wie Hunde“: Was er wirklich gesagt hat

Foto: picture alliance/dpa

MontanaBlack ist der wohl erfolgreichste deutsche YouTuber wenn es um das Thema Gaming geht. Zugleich ist Monte aber auch sowas wie das schwarze Schaf der Webvideo-Produzenten-Familie.

Nachdem er bereits für Eklats sorgte, beispielsweise weil er Berichten zufolge Online-Casinos verherrlicht haben soll, eigenen Angaben zufolge eine Drogen- und Alkoholvergangenheit haben soll, sowie häufiger mit der Polizei in Kontakt kam, folgt nun der nächste Hammer. Der 31-jährige benutzte in seinem letzten Stream eine Metapher, die ihm nun einen fetten Shitstorm einbrachte.

„Wenn ich eins gelernt hab, dann ist das folgendes: Frauen sind wie Hunde“, fing er seine Aussage an und brachte damit halb Twitter zum Beben. Meint Marcel Eris, wie der Streamer bürgerlich heißt, etwa damit, man solle Frauen wie Hunde behandeln? Doch das Desaster begann damit erst.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von GetOnMyLvL (@montanablack) am Dez 11, 2016 um 4:29 PST

Auch Rezo äußerte sich

Direkt nach dem Satzbeginn bat er seine Zuschauer: „Und das meine ich nicht abwertend – hört erstmal zu.“ Doch das haben wohl wenige getan oder nicht verstanden, was hinter der Metapher steckt. Wörtlich ging es dann so weiter:

„Ein Hund, den du immer – so lange du ihn hast – neben dir an der Leine hältst, ihn ran ziehst und ihn nirgendwo schnüffeln lässt, nicht mit anderen Hunden spielen lässt und ihn immer nur streng an der Leine hältst […], bei der ersten Gelegenheit, wenn die Leine reißt, ist der Hund weg und kommt nie wieder zu dir. Warum? Weil er sich nicht wohl fühlt. Wenn du aber einem Hund immer Leine gibst – mach hier Pipi mach da Pipi, schnüffel mal da am Arsch – und wenn er wieder kommt, du ihn dafür belohnst […] dann kommt er gerne wieder zu dir. Und so ist es auch mit Frauen, Digga.“

Zugegeben: Wer den ‚Get on my LVL‘-Inhaber nicht kennt, der weiß eben auch nicht, dass er nicht gerade der große Lyriker ist und manchmal scheinbar nicht weiß, wie er Sachverhalte besser ausdrücken kann. Dass der angebliche Vergleich von Hunden und Frauen nicht seine beste sprachliche Leistung war, dürfte dem Zocker spätestens seit Beginn des Shitstorms klar sein.

In den falschen Hals bekommen

Nebst diversen Zuschauern und denen, die sonst noch Wind von der Sache bekamen, äußerten sich auch manche Kollegen von MontanaBlack zu dessen Ausführungen. Unter anderem hatte auch Polit-Yozutuber Rezo (27) eine Meinung dazu. Der schrieb auf Twitter: „Aus gegebenen Anlass: Wer glaubt, dass Freiheiten in der Beziehung mit einer Hundeleine vergleichen kann, hat noch nie eine richtige Beziehung geführt“. Am Ende dieser Nachricht scherzte er noch: „Anleinen bitte nur im Bett (sofern gewünscht)“.

Auch Youtuber David Hain, der unter seinem Pseudonym ‚BeHaind‘ bekannt ist, äußerte sich zu Montes Fehltritt. Auf der sozialen Plattform zwitscherte er: „Kleiner Reminder: Das hier ist MontanaBlack. Einer der größten Streamer der Welt. Autor des erfolgreichsten Hörspiels im deutschen Markt 2019. Mehrere Millionen Follower, viele davon heranwachsend. Und das ist MontanaBlacks Meinung zu Frauen:“. Dazu postete der 38-jährige den benannten Videoausschnitt des Streamers.

Dem blauhaarigen Urgeber des Erfolgs-Videos ‚Die Zerstörung der CDU‘ ging es jedoch weniger um den Kappenträger selbst, wie er in einem weiteren Post auf Twitter schrieb. Zwar sei der Buxtehuder Auslöser, aber es sei für den 27-jährigen etwas grundsätzliches. „Ich habe einfach schon zu viele Beziehungen miterlebt, in denen der Partner/Partnerin kontrolliert wurde. Egal ob durch emotionale Abhängigkeit, psychischen Druck oder whatever.“

Eigentlich gut gemeint

Aber das ist doch genau das, worauf MontanaBlack mit der – zugegeben sehr unglücklich gewählten – Metapher hinaus will. Die Kernaussage ist schließlich: Wenn man der Partnerin/dem Partner keinen Freiraum lässt, ist er oder sie bei der nächsten Gelegenheit weg. Wenn man Freiraum lässt, ist er oder sie gerne bei einem. Hingegen vieler Kommentare hat der Skandal-YouTuber nämlich nicht behauptet, man solle Frauen wie einen Hund behandeln. Es war eben nur eine Umschreibung und dafür musste bei dem Hundebesitzer nun der Vierbeiner an der Leine herhalten.

In dem selben Stream geht es im Übrigen allgemein um eine Situation in der Monte mit einer wohl vergebenen Dame geflirtet haben soll, während dieser daneben saß. Es handelte sich um eine sogenannte ‚Ansage‘ an den selbsternannten Youtube-Journalisten ‚HerrNewstime‘. Dort stellte Monte auch klar, dass wir „nicht mehr in der Steinzeit“ leben und drückt seine Verachtung für Leute aus, die denken „die Frau gehört in die Küche“. Außerdem stellte der ‚Twitch‘-Streamer klar: „Ich weiß nicht ob ihr es wusstet, aber Frauen haben auch Rechte“ und führt danach lange aus, dass jeder in seiner Beziehung machen kann, was ihm gefällt, solange es für beide Seiten okay ist.

„Das Wichtigste ist, dass ihr damit nicht eure Freundin unterdrückt – eure Freundin will auf Party gehen und ihr sagt ’nein, darfst du nicht.'[…] Wenn ihr das macht, dann seid ihr in meinen Augen *piep*„, so der 31-jährige weiter und zwar noch bevor die verheerende Metapher kam. Mal wieder scheint es also so, als sei eine einzelne Aussage total aus dem Zusammenhang gerissen worden und so wurde aus der eigentlich gut gemeinten Kernaussage ein angeblicher Vergleich, der geschmackloser nicht sein könnte – doch passt das nicht in das Bild, das Monte in der Öffentlichkeit von sich zeichnete. Fast scheint es so, als seien diejenigen, die diesen Vergleich in die falsche Richtung gezogen haben jene, die es gerne so verstehen wollen.