07.10.2020 22:35 Uhr

Moritz Bleibtreu über seinen neuen Film „Cortex“

Moritz Bleibtreu gibt in „Cortex" sein Regie-Debüt, schrieb das Drehbuch und spielt die Hauptrolle. Wie es dazu kam und alles zum Film gibts hier.

Foto: Gordon Timpen/ Warner Bros. Ent., 2020

Moritz Bleibtreu kennen die meisten als einen der wenigen erfolgreichen deutschen Hollywoodexporte. Nun gibt er im neuen Film „Cortex“ sein Debüt als Regisseur, spielt die Hauptrolle und hat zudem noch das Drehbuch geschrieben. Zu diesem multifunktionellen Einsatz kam es allerdings recht überraschend.

Moritz Bleibtreu über seinen neuen Film "Cortex"

Foto: Gordon Timpen/ Warner Bros. Ent., 2020

Schub für das Debüt

„Das war nicht so geplant, ich wollte mich eigentlich als Schauspieler partout nicht haben. Aber ich habe mich beim Casting-Prozess ein bisschen verzettelt, was sicher meiner geringen Erfahrung als Regisseur geschuldet war“, so der 49-jährige im Interview in der aktuellen PLAYBOY November-Ausgabe.

Am Ende war er die günstigste, aber wohl auch die beste Variante. Schließlich wollte der Schauspieler als Regisseur die Hauptolle mit jemandem besetzen, der schon ein wenig bekannt ist, um dem Film einen kleinen Anschub zu geben.

Darum gehts in Cortex

In der Geschichte des Films „Cortex“ geht es um Klarträume, also um solche Träume, die man selbst beeinflussen kann. Die Recherche zu dem Thema gab quasi den Anstoß zum Drehbuch. „Das war für mich eine der Initialzündungen für diese Geschichte. Dass ich mich gefragt habe, was ist eigentlich der ultimative Film? Der ultimative Film ist Traum. Du hast allerdings keinen Einfluss darauf“, so Moritz Bleibtreu.

Doch je weiter man in das Thema eintaucht, umso mehr Erkenntnisse erlangt man und so erging es auch dem Bartträger. „Aber jetzt gibt es Leute, die sagen: Doch, das kannst du alles kontrollieren, das kannst du trainieren. Der freie Wille existiert auch im Traum, du musst ihn nur finden, du musst dich selbst im Traum finden. Das ist für mich ein faszinierender Gedanke.“ Das Thema luzide träumen ist riesig, komplex und kompliziert. Das war dem Regisseur scheinbar noch nicht genug, denn es kam noch ein weiteres Element hinzu: Body-Switch.

Moritz Bleibtreu über seinen neuen Film "Cortex"

Foto: Gordon Timpen/ Warner Bros. Ent., 2020

Body-Switch mal nicht lustig

Dass Rollen die Körper tauschen kennt man eigentlich eher aus Komödien. Moritz Bleibtreu griff das Thema nun im ernsten Kontext auf. Mit wem er den Körper tauschen würde und warum, wenn er könnte, weiß Moritz Bleibtreu ganz genau: „In den Körper einer Frau. Auf jeden Fall! Wenn ich könnte, wu?rde ich auch sofort schwanger werden. Das ist eine der wenigen Sachen, um die ich Frauen beneide. Ich wu?rde wissen wollen, wie sich das anfu?hlt.“

Die Körpertausch-Idee hält der 49-jährige für „eine der größten Fantasien vieler Menschen“: zum Beispiel „zu sagen, boah, wär das geil, wenn ich Haftbefehl wäre – aber da sitzt eben so ein spießiger Typ aus Blankenese mit einem Polohemd in Hellblau.“

Das oberflächliche Comedy-Potenzial der Idee interessiert Bleibtreu allerdings weniger als ihre ernsthafte Ebene: „Ich finde es faszinierend, wie wir Menschen uns dann doch entschließen, nicht das zu tun, was der freie Wille uns eigentlich möglich macht. Nämlich zu jeder Zeit das sein zu können, was wir eigentlich wollen.“ Moritz Bleibtreus neuer Film „Cortex“ kommt am 22. Oktober ins Kino. Die November-Ausgabe des PLAYBOY erscheint am 8. Oktober.

(Eru)

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