Mittwoch, 23. Juni 2010 20:02 Uhr

„Mr. Nobody“: So haben wir Jared Leto noch nie gesehen!

München. Nach seinen beiden in Cannes preisgekrönten Filmen Am achten Tag (Le huitième jour, 1996) und Toto, der Held (Toto le héros, 1991) hat Autor und Regisseur Jaco Van Dormael erneut einen Stoff gefunden, der ihn zu einem außergewöhnlichen Drehbuch inspirierte. Radikal und eindringlich beschäftigt sich sein neues Werk ‚Mr. Nobody‘  (startet in Deutschland am 8. Juli) mit der Frage, ob der Mensch sein eigenes Leben planen kann, oder ob doch der Zufall dessen Verlauf bestimmt. Wie in einer Versuchsanordnung lässt Jaco Van Dormael das Leben eines Mannes vor uns ablaufen, er zeigt uns drei verschiedene Varianten davon, die sich an den drei Frauen orientieren, in die dieser Mann sich verliebt. Der Film verfolgt also nicht nur eine, sondern drei hinreißende Liebesgeschichten, die sich in Rausch und Glück und surrealen Abenteuern durchaus unterscheiden. Entsprechend eindrucksvoll sind die Schauspielerinnen, die sich dieser Story widmen: die Kanadierin Sarah Polley,, die Vietnamesin Linh-Dan Pham, sowie die Deutsche Diane Kruger.

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Die Hauptrolle, Mr. Nobody als Mann mit den vielen Leben, nimmt Hollywood-Star und Rocker bei ’30 Seconds To Mars‘ Jared Leto (38) mit seiner vielgerühmten Wandlungsfähigkeit ein. Mit emotionaler Wucht und visueller Leichtigkeit zeigt Van Dormaels ‚Mr. Nobody‘ den Weg eines Mannes, der alle denkbaren Möglichkeiten von Liebe, Lust und Leid in seinem Leben durchspielen will. Unglaublich seine Maske als steinalter Mann!

Leto schilderte, wie er an die Rolle kam und dem Regisseur begenete: „Ich sah Jaco zum ersten Mal in Utrecht. Ich spielte dort mit meiner Band ’30 Seconds to Mars‘, und erfuhr erst direkt bevor ich auf die Bühne ging, dass er kommen würde. Es war also ein ziemlich unerwartetes Treffen. Ich hatte aber sein Drehbuch schon Monate vorher gelesen und war hingerissen. Er war dann bei diesem ersten Treffen sehr freundlich und bescheiden, unglaublich interessant und gar nicht anmaßend. Er wirkte nicht wie ein Regisseur, eher wie ein Bildhauer. Ich sagte ihm, dass ich es sehr spannend fände, mit ihm zu arbeiten.“

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Jared Leto war ganz hin und weg von dem Drehbuch:“Das klingt jetzt wie ein Klischee, aber Jaco ist wirklich ein Genie, ein Meister. Man merkt das, wenn man seine Arbeiten sieht, oder liest, was er schreibt. Dieses Drehbuch ist sehr abenteuerlich. Es ist äußerst komplex und trotzdem flüssig. Er will etwas Ungewöhnliches vermitteln, das meilenweit entfernt ist von den Drehbüchern voller Klischees, von denen es überall wimmelt. Er hat einen ganz individuellen Stil. Ich empfand es als großes Privileg, mit ihm zu arbeiten.“

Auf die Frage, wie haben Sie sich vorbereitet habe, erklärte der Superstar: „Ich benutzte hauptsächlich das Drehbuch. Ich verließ mich auf den Text und auf meine Vorstellungskraft. Diese ganzen Leben werden schließlich doch nur von einer einzigen Person gelebt. Nemo bleibt immer die selbe Person, auch wenn er verschiedene Leben führt. Letztlich wollte ich nicht 12 völlig verschiedene Personen spielen, sondern zwölf Versionen derselben Person, die sich jeweils durch die Entscheidungen ergeben, die diese Person für ihren Lebensweg trifft. Denn es ist ja wirklich dieselbe Person, nur in zwölf anderen Existenzen.“

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Und darum geht’s: Ein Junge steht auf einem Bahnsteig. Gleich wird der Zug losfahren. Die Mutter ist in den Zug eingestiegen, der Vater bleibt am Bahnhof zurück. Eine Trennung. Der Junge steht dazwischen. Für wen soll er sich entscheiden, bei wem will er lieber bleiben?

Eine endlose Zahl verschiedener Möglichkeiten ergibt sich aus dieser Entscheidung. Aber so lange er sich nicht entschließt, kann ihm nichts passieren, so lange kann er noch nachdenken, wie seine Zukunft aussehen könnte.

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Drei Mädchen haben den Jungen bisher begleitet, alle drei interessieren ihn. Welche wäre die Richtige? Schon beginnen drei Liebesgeschichten, jede zeigt ein ganzes Leben voll glücklicher und trauriger Ereignisse:

Anna ist die Ruhige, mit der ihn eine Liebe verbinden wird, die so heftig und wunderbar ist, dass er sie nie mehr vergisst. Die beiden werden getrennt, finden wieder zusammen und verlieren sich erneut, sein Leben lang sucht er nach ihr .

Elise ist die immer irgendwie Unglückliche, mit der er drei Kinder haben wird, trotz ihrer Unzufriedenheit. Sie gibt ihm den Auftrag, nach ihrem Tod ihre Asche auf dem Mars zu verstreuen, also tritt er die lange Reise ins Weltall an, ein Marstourist im Gefrierschlaf.

Jeanne ist die Perfekte, mit der er Ehrgeiz und Langeweile teilen wird. Das Leben mit ihr ist luxuriös, eine Villa mit Pool, zwei Söhne, nur sein Herz ist nicht ganz dabei.

Drei Varianten der Liebe werden das Leben des Jungen bestimmen – als alter Mann blickt er darauf zurück. Er weiß: Jedes einzelne dieser Leben verdiente es, gelebt zu werden.

Fotos: Concorde

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