02.10.2020 20:14 Uhr

„Munich Wrist Busters“: Das sind die Rolex-Sherlocks!

Auf Instagram outen sie seit gut einem Jahr anonym Fake-Luxusuhren und deren meist prominente Besitzer. Doch jetzt haben sich die Rolex-Freaks zu erkennen gegeben: Das sind die „Munich Wrist Busters“!

Instagram/ Munichwristbusters

Promis stehen naturgemäß auf Bling Bling und Luxus am laufenden Meter. Sehr gerne als teure Luxus-Uhr am Handgelenk. Aber manchmal ist das Promi-Geprotze auch einfach nur Fake. Das wissen wir – nicht zuletzt dank der „Munich Wrist Busters“.

Unter dem Hashtag #fakepeople outen die bis vor kurzem noch mysteriösen Uhren-Nerds aus Bayern seit November 2019 auf ihrem Insta-Account nämlich Promis, die sich mit falschen Luxus-Chronographen schmücken. Doch jetzt haben sie den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt.

Wer sind die „Munich Wrist Busters“?

Auf Instagram sind sie gefragter denn je. Große Rap Stars reden über sie und sie haben schon über eine viertel Millionen Follower. Ihre Abonnentenzahl steigt täglich. Sie bekommen sogar schon Praktikanten-Anfragen. Wer aber sind die Uhren-Nerds, die hinter dem erfolgreichen Account „munichwristbusters“ stehen? Tataaaa, jetzt ist es raus: Bei den bayerischen Rolex-Sherlocks handelt es sich um Leon Schelske (20) und Robin Haas (19). Die beiden kennen sich bereits seit vier Jahren und decken seit letztem Jahr Influencer und Promis auf, die mit falschen Luxus-Uhren protzen. Wir von klatsch-tratsch.de haben mit den beiden Münchnern geredet. Über die Gründe für ihr Outing, ihre tägliche Arbeit – und natürlich über Uhren!

Bis vor kurzem waren Leon und Robin noch anonym und mit Maske unterwegs. Doch seit einigen Wochen wissen ihre Fans wer hinter der Instagram-Seite steckt. Wir erfahren, dass das Ganze nicht ganz freiwillig passiert ist…

Wieso habt ihr euch jetzt dafür entschieden, eure Gesichter doch zu zeigen?

„Wir hatten von Anfang an eigentlich nicht vorgehabt, uns zu zeigen, aber leider haben es immer mehr Leute irgendwie erfahren. Nach kurzer Zeit sind Aufdeckungs-Videos bei YouTube aufgetaucht und es wurden vereinzelt ganze Dateien erstellt, in denen alles über uns zusammengefasst war. Es war wirklich professionell gemacht. Wir haben auch eine Vermutung, wer es gewesen sein könnte, aber diese Person ist seit einem halben Jahr im Gefängnis. Die Leute die wir gepostet haben, konnten diese Dinge dann gegen uns verwenden. Wir wurden damit erpresst, die Beiträge der einzelnen Leute von unserer Seite zu nehmen. In dem wir uns selbst geoutet haben, konnten wir unseren Erpressern ihr Druckmittel nehmen. Wir bereuen unser Outing keine Sekunde, wir hätten niemals gedacht, dass es so positiv ankommt.“

Habt ihr Angst vor einem Überfall, jetzt wo euch jeder kennt?

Von Angst würden wir jetzt nicht reden. Sonst macht man sich ja den ganzen Tag Sorgen, dass was passiert. Klar ist man schon vorsichtig in manchen Sachen, auch wo genau wir jetzt hingehen. Trotzdem machen wir uns nicht zu viele Gedanken über so was. Es ist schwierig, wenn wir mit Uhren in Verbindung gebracht werden und die Leute dann denken, sie könnten bei uns zuhause was holen, obwohl wir oft sagen, dass wir die Uhren nicht zuhause haben. Wir hatten auch schon Leute die bei uns zuhause vor der Tür standen und dann versucht haben über das Tor zu klettern. Wir haben sofort Vorkehrungen getroffen: Kamera und Stacheldraht.“

Es wurden ja schon mehrere bekannte Influencer überfallen. Geklaut wurden immer ihre teuren Uhren. Daher tragen einige Promis in der Öffentlichkeit nur noch Fake-Uhren. Wie findet ihr das?

„Das finden wir persönlich extrem schwachsinnig! Wir haben immer das Risiko, dass was geklaut wird und wenn man das Risiko nicht eingehen will, dann trägt man halt keine Uhr. Ganz einfach. Man wird ja nicht gezwungen, eine Uhr zu tragen.“

Trotzdem tragen viele, auch bekannte Personen, die günstigen Duplikate der Mega-Marken. Wie die Stars und Sternchen reagieren, wenn man sie dabei entlarvt und ihr Geheimnis dann auch noch mit knapp 250.000 Menschen auf Instagram teilt, haben uns die „Munich Wrist Busters“ auch verraten.

 

 

 

Gab es Promis, die euch direkt angeschrieben haben, weil ihr ihre Fake-Uhren aufgedeckt habt?

„Eigentlich hat uns fast jeder den wir gepostet haben auch angeschrieben oder in seiner Story darauf reagiert. Das schlimmste war bisher, dass uns mal jemand drei Tage am Stück beleidigt und bedroht hat.“

Gab es einen Promi, bei dem ihr euch gewundert habt, dass er Fake-Uhren trägt?

„Ja bei Prinz-Marcus von Anhalt, weil er so unglaublich offen zeigt, dass er Geld hat. Wirklich viel Geld. Er hat ja auch viele echte Uhren, aber er wollte noch mehr zeigen, was dann eigentlich nicht mehr in seinem Budget lag. Eigentlich sehr, sehr traurig. Er sagt ja auch, dass wenn er feiern geht, er Angst hat, dass die Uhr kaputt geht und deshalb eine Fake-Uhr anzieht. Dann macht man das nur um zu Flexen. Macht für uns keinen Sinn.“

Quelle: instagram.com

Wir wollten wissen, was die beiden Jungs seit ihrem Outing gelernt haben und ihre Antwort war eindeutig.

Welche Lektion habt ihr in der ganzen Zeit gelernt?

Das man niemandem zu sehr vertrauen sollte.

Die beiden Uhren-Nerds bekommen seit ihrem Outing also ganz schön Gegenwind – und müssen sich mit der neuen Situation erst einmal anfreunden. Aber: Luxus-Chronographen sind einfach ihr Thema – und das nicht erst seit gestern, wie sie uns verraten haben.

Quelle: instagram.com

Wie seid ihr drauf gekommen eure Seite „Munichwristbusters“ zu gründen?

„Wir haben uns beide schon vor der Gründung für Uhren interessiert und hatten dann beide während eines Telefonats spontan die Idee, diese Seite zu gründen. Wir dachten uns, es wäre bestimmt witzig, etwas zu zweit zu machen.“

Woher kommt euer Faible für Uhren?

„Das haben wir schon länger. Unsere Eltern haben uns da vielleicht ein bisschen inspiriert. Uhren interessieren uns einfach schon immer, für unsere ersten Uhren haben wir lange gespart. Mit 18 hatten wir dann unsere erste Rolex. Unsere Lieblings Uhren-Marke ist aber trotzdem AP – Audemars Piguet.“

Wie erklärt ihr euch den schnellen Hype um eure Seite?

„Für unsere Reichweite ist es natürlich vorteilhaft gewesen, dass viele große Promis in unseren ‚Verified Ordner‘ auf Instagram rein wollten um zu zeigen, dass ihre Uhren echt sind. Dadurch wurden wir in sehr vielen Instagram-Storys von bekannten Leuten markiert und somit gepusht. Viele der Promis haben eine halbe bis ganze Millionen Follower und deren Reichweite ist uns natürlich zugute gekommen.“

Macht ihr das jetzt hauptberuflich mit Instagram?

„Aktuell ja. Wir haben ja noch erwähnt, dass unser eigentlicher Plan, unsere gegründete OG für Diamantschmuck war. Das machen wir aber parallel weiter. Wir zwei hätten auch gar keine Zeit für irgendwas anderes. Unser Fokus liegt auf unserem Instagram-Profil.“

Quelle: instagram.com

Die Munich Wrist Busters bleiben also am Start – und werden trotz des nicht ganz freiwilligen Outings oder anhaltender Drohungen hoffentlich nicht so schnell die Lust daran verlieren, uns die faulen Eier unter den Luxus-Uhren-Trägern weiterhin auf ihrem goldenen Insta-Tablett zu servieren! (Das Interview führten Alina Kühnell und Tatum Sara Koch)

 

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