02.12.2020 22:09 Uhr

Muss Jenke von Wilmsdorff jetzt für immer so aussehen? Das sagt der Experte!

Jenke von Wilmsdorff ließ sich für eine aufsehenerregende TV-Dokumentation sein Gesicht für das Schönheits-Experiment in zwei Hälften teilen. Viele Zuschauer zeigten sich danach schockiert.

Benedikt Müller/Prosieben

Die rechte Hälfte ließ er ausschließlich kosmetisch behandeln. Schneckenschleim, Vogelkotpulver, Durchblutungsmaske, chemisches Peeling – Jenke von Wilmsdorff ließ kein Mittel aus, um den Zeichen der Zeit den Kampf anzusagen. Jenkes linke Gesichtshälfte blieb für schönheitschirurgische Eingriffe reserviert. Später ließ er sich die rechte Hälfte dann ebenfalls operieren und somit angleichen. Das Ergebnis ließ nicht nur so manchen Zuschauer ratlos zurück. Sondern wohl auch den Patienten selber: „Das ist nicht mehr mein Gesicht“.

Unten gibt’s das Video zur ProSieben-Live-Show!

klatsch-tratsch.de hat bei Dr. Jens Altmann nachgefragt. Er ist leitender Arzt der Bodenseeklinik und Facharzt für Plastische Chirurgie. Er ist spezialisiert auf Brustchirurgie und Fettabsaugungen sowie auf Körperstraffungsoperationen.

Muss Jenke von Wilmsdorff jetzt für immer so aussehen?

imago images / Future Image

Wie beurteilen Sie das Experiment und auch das Ergebnis?

Die Schlupflider und Tränensäcke sind entfernt, das Gesicht wurde mit verschiedenen Füllstoffen, unter anderem Botox, unterspritzt und es folgten eine Laser-Microneedling- sowie eine Fadenlifting Behandlung. Die Operation wurde als Experiment zeitlich versetzt durchgeführt, was durchaus unüblich ist. Dadurch ist es schwer, die psychische Belastung des Patienten einzuschätzen, wie bereits von Jenke in der anschließenden Diskussionsrunde geschildert wurde. Aus diesem Grund ist von zeitlich getrennten Operationen in diesem Falle abzuraten.

Auch im Hinblick auf die postoperative, ideale Symmetrie des Ergebnisses ist eine Durchführung der Operation in einer Sitzung anzustreben. Das Charakter-Gesicht von Jenke ist nun faltenlos und geglättet – bis auf ein Lifting wurde alles Mögliche getan, um dem Ziel des Experimentes der Verjüngung nachzukommen. Hier finde ich es jedoch wichtig zu vermitteln, dass in der Schönheitschirurgie nicht immer alles getan werden sollte, was möglich ist.

Muss Jenke von Wilmsdorff jetzt für immer so aussehen? Das sagt der Experte!

Dr. Jens Altmann. Foto: Bodenseeklinik

Wird sich das Ergebnis zukünftig noch verändern?

Ja, das Ergebnis wird sich verändern, denn die Injektionsmaterialien wie Hyaluronsäure oder Botox werden sich mit der Zeit abbauen und es wird zu einer erneuten Faltenbildung im Gesicht von Jenke kommen. Außerdem wird er natürlich weiterhin altern – das bedeutet, dass das Experiment nur dann nachhaltig ist und Bestand hat, wenn weiterhin Unterspritzungen in bestimmten Zeitabständen im Gesicht durchgeführt werden.

Wie gefährlich ist das Experiment?

Eine zeitliche Trennung von Operationen, wie es in dem Experiment von Jenke durchgeführt wurde, die Spaltung in zwei Gesichtshälften zum Testen zwischen Schönheitsbehandlungen durch eine Kosmetikerin und tatsächlichen Eingriffen, sowie die nachfolgende Angleichung beider Gesichtshälften ist absolut unüblich. Das Gesicht ist unser Markenzeichen, mit dem wir auf den ersten Blick wahrgenommen werden, weshalb eine gewisse Symmetrie für das Gesamtbild hier sehr entscheidend ist. Diese ist allerdings in einer solchen Vorgehensweise mit unterschiedlichen Operationsschritten nicht immer zu garantieren. Hinzu kommt die enorme, nicht einschätzbare psychologische Belastung des Patienten. Grundlegend ist in der Schönheitschirurgie vieles möglich – aber alles Mögliche ist nicht immer sinnvoll.

Muss Jenke von Wilmsdorff jetzt für immer so aussehen? Das sagt der Experte!

Benedikt Müller/Prosieben

Gerade hier muss vorab ein Gespräch mit dem Patienten stattfinden, wo Wünsche und Notwendigkeiten abgeklärt werden. Ziel sollte keine reine Umoperation sein, sondern eine harmonisierende Verjüngung, die dem Patienten ein angenehmes Wohlbefinden in seinem eigenen Körper garantiert. Solch ein Experiment trägt außerdem auch eine gewisse Wirkung nach außen. Wenn in kurzer Zeit alles getan wird um ein Gesicht zu verjüngen, erscheint für viele – gerade junge Menschen – nichts mehr unmöglich, weshalb sich viele der Auswirkungen solcher Eingriffe nicht bewusst sind. Hier gilt besonders: ausführliche Beratung, sinnvolles Handeln und nicht alles durchführen, was irgendwie möglich ist um ein meist utopisches Ergebnis zu erzielen. Gewisse, übertriebene Wünsche sind also definitiv abzulehnen.