16.11.2020 18:00 Uhr

Mythos Cellulite: Das hilft wirklich gegen die fiesen Dellen!

Sie ist der ungeliebte Endgegner jeder Frau: Cellulite. Was tun, wenn die fiesen Dellen sich irgendwann an Po und Schenkel breitmachen? Gibt es überhaupt Möglichkeiten, die unschöne Orangenhaut wieder loszuwerden? Wir klären auf - über wirre Mythen und wirksame Methoden.

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Mehr als 80 Prozent aller Frauen kennen sie: Cellulite. Dementsprechend haben sich im Laufe der Jahre viele Kosmetikartikel etabliert, die die unliebsame Orangenhaut beispielsweise einfach wegcremen sollen. Doch funktionieren diese Produkte überhaupt oder helfen nur Sport und Ernährung? Dr. med. Simone Kirkegaard und Dr. med Tobias Kurz, Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie und Leiter von „MED ESTHETIC“ in Hamburg, klären über drei häufige Mythen auf. Doch bevor es ums Wegcremen, Aushungern oder Absaugen geht, sei eine Sache klargestellt: Cellulite ist völlig ok. Und

Mythos 1: Cremen gegen Dellen

Sie stehen in fast jeder Drogerie und sollen Frauen im eigenen Badezimmer helfen, die lästigen Dellen loszuwerden: Cremes, Lotionen und Öle mit straffender Wirkung. „Tatsächlich straffen Cremes und Bodylotionen die Haut kurzfristig oberflächlich und versorgen die Epidermis mit Feuchtigkeit“, erklärt Dr. Kirkegaard und betont: „Jedoch liegt die Ursache für Cellulite tiefer in der Unterhaut.

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Anders als beim Mann durchzieht bei Frauen das aus Kollagen bestehende Bindegewebe das Fettgewebe nicht gitterartig, sondern parallel nebeneinander. Dadurch ist die Haut dehnbarer und beispielsweise im Falle einer Schwangerschaft reißfester. Schwellen diese Kollagenfasern dann aufgrund von Hormonschwankungen im Zyklus an oder nimmt die Frau zu, drücken sie die Fettzellen zusammen und es entstehen die typischen Dellen.“ Da Cremes diese tiefliegende Ursache nicht beseitigen, helfen sie lediglich bedingt und lassen die lästige Orangenhaut nur kurzzeitig optisch verschwinden.

Mythos 2: Sport und Ernährung haben keinen Einfluss

Tatsächlich hilft Sport dabei, die Erscheinung der Orangenhaut etwas zu mindern. Zum einen sorgt Bewegung für eine bessere Durchblutung. Zum anderen verbrennen sportliche Frauen mehr Fett und trainieren die Muskulatur unter den Fettzellen, wodurch sich das Gewebe strafft und die lästigen Dellen schwinden. Dennoch: „Von heute auf morgen lässt sich Cellulite auch mit den anstrengendsten Workouts nicht wegtrainieren. Gewöhnlich ist eine Straffung durch Fettabbau und Muskelaufbau nach rund sechs Wochen regelmäßigen Sports sichtbar“, erklärt Dr. Kurz. Gleichzeitig führt eine ausgewogene und fettarme Ernährung dazu, dass Fettzellen schwinden und die Haut mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Auch eine ausreichende Menge an Flüssigkeit ist extrem wichtig, um die Haut von innen mit Feuchtigkeit zu versorgen und elastisch zu halten.

Mythos 3: Operationen lösen alle Probleme

Einige Frauen denken bei Cellulite darüber nach, sich das störende Fettgewebe durch einen plastischen Chirurgen entfernen zu lassen. „Jedoch bekämpfen wir hiermit keine Ursachen, sondern Symptome. Bei einer Liposuktion entfernen wir lediglich Teile der störenden Fettzellen und stärken nicht das Bindegewebe“, betont Dr. Kirkegaard und erklärt: „Eine Fettabsaugung gegen Cellulite sollten Betroffene langfristig nur als unterstützende Maßnahme verstehen.“

Das hilft wirklich gegen Cellulite

Um die lästigen Dellen wirksam zu minimieren, hilft nur eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und viel Sport. So kann das Bindegewebe die Haut auf natürliche Weise straffen und die Fettpolster kommen nicht so stark zum Vorschein. Statt Unsummen in Pseudo-Wundercremes oder andere vermeintliche Zaubermittel zu stecken, sollten sie Generell gilt allerdings: Bei Cellulite handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern lediglich um eine normale Erscheinung, die bei vielen Frauen im Laufe des Lebens auftritt.

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Cellulite ist keine Krankheit…

Und zum Glück wird diese Erkenntnis immer mehr zum Konsens und sagt kranken Körperidealen den Kampf an. Inzwischen gibt es selbst vermeintlich perfekte Promis wie die Models Stefanie Giesinger und Elena Carrière, die auf Instagram ganz offen ihre Dellen zeigen. Und für mehr Selbstliebe werben! Von selbstbewußten Sexbomben wie Lizzo oder Angelina Kirsch kommt entsprechender Support. Denn Cellulite ist in der Tat alles andere als eine Krankheit. Sie gehört zum Leben nicht weniger Körper einfach dazu. Wer dagegen ancremen, gesund essen oder sporteln will: bittesehr. Aber wenn frau sich in ihrer Haut wohlfühlt, dann spielen solche Banalitäten wie ein paar Dellen hoffentlich keine Rolle.