31.03.2020 19:55 Uhr

Nach Adidas-Shitstorm: Coca Cola stoppt Werbung und spendet

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Adidas stellt die Miete ein und kassiert einen Shitstorm, Coca Cola stellt die Werbung ein – und spendet! Das Thema Haltung und die Frage, wie viel Verantwortung Marken in gesellschaftlichen Krisenzeiten übernehmen müssen, ist aufgrund der Corona-Krise aktueller denn je. Die Antwort von Softdrinkhersteller Coca Cola lautet: keine Werbung in der Krise. Das klingt gut, ist es aber nicht unbedingt.

Gesundheit geht vor

Nach Großbritannien und anderen Märkten setzt Coca Cola angesichts der Corona Pandemie auch in Deutschland die Werbung aus. Das verkündete das Unternehmen auf Twitter. Unter der großen Überschrift “Wir schaffen das” (Merkels Schlachtruf von 2015) ist zu lesen, dass der Konzern ab April “bis auf Weiteres” keine weitere kommerzielle Werbung mehr schalten werde! Grund sei “die Gesundheit der Mitarbeitenden und der Kommunen, in denen wir leben und arbeiten.”

Nicht die Zeit für Werbung

Ein schwerer Tiefschlag für die eh schon getroffene Werbebranche – vor allem: Ein Enddatum für die Maßnahme steht noch nicht fest.

“Coca Cola” verweist darauf, statt aktuell Gelder in PR-Maßnahmen zu investieren, global 120 Millionen in Hilfsmaßnahmen gegen die Corona-Krise zu stecken. Auf Twitter kommentiert Patrick Kammerer, Director Public Affairs, Communications & Sustainability bei Coca Cola die Entscheidung so: “Es gibt eine Zeit für Werbung. Und eine Zeit, in der etwas anderes wichtiger ist. Diese Zeit ist jetzt.”

Auch McDonald’s spendet

Auch Fastfood-Riese McDonald’s Deutschland zeigt Solidarität mit den Bedürftigen. Ab sofort spendet das Unternehmen Lebensmittel an Niederlassungen der deutschen Tafeln, unter anderem an Standorten in Baden-Württemberg, im Landkreis München und in Potsdam.

Zu den Nahrungsmitteln, die die Tafeln beziehen können, zählen u.a. Bio-Milch, Cheddar-Käse und die für die Frühstücksprodukte genutzten Freilandeier. Die gelagerten Rohwaren waren ursprünglich für eine Lieferung an die deutschlandweit knapp 1.500 McDonald’s Restaurants gedacht, werden jedoch aufgrund der aktuell eingeschränkten Geschäftstätigkeit nicht im gewöhnlichen Umfang abgerufen.

Spende an der richtigen Stelle

„Wir haben Rohwaren von hoher Qualität, die wir aktuell nicht nutzen können. Gleichzeitig werden Nahrungsmittel anderswo dringend benötigt“, so Holger Beeck, Vorstandsvorsitzender von McDonald’s Deutschland. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Spende an der richtigen Stelle helfen.“ Die Verteilung der Lebensmittel läuft über den langjährigen McDonald’s Logistik-Partner HAVI Logistics GmbH, welcher bei Bedarf die Auslieferung der Waren an die Tafeln durch seine Fahrer übernimmt.

Adidas rudert ein bisschen zurück

Und Adidas? Der Konzern, dem es finanziell blendend geht, wollte für seine Läden in Deutschland für April zunächst keine Miete zahlen. Das Unternehmen verkaufte 2019über 400 Millionen Paar Schuhe verkaufte, machte fast 24 Milliarden Euro Umsatz und fast zwei Milliarden Euro Gewinn!

Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted stellte gestern nach einer Welle der Empörung klar, der Sportartikelkonzern aus Herzogenaurach wolle privaten Vermietern seiner Läden unverändert die Miete zahlen.

Rorstedt erklärte im Interview mit ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘: „Nur im Ausnahmefall sind unsere Vermieter Privatpersonen; wir haben sie ausgenommen, sie werden ihre April-Miete wie gewohnt erhalten“. Die meisten eigenen Läden würden dagegen von großen Immobilienvermarktern und Versicherungsfonds angemietet. Diese hätten allerdings für den vorläufigen Mietzahlungsstopp „überwiegend Verständnis gezeigt“.