„Naked Cowboy“: Einsam in der Pandemie, allein im Schneesturm

"Naked Cowboy": Einsam in der Pandemie, allein im Schneesturm
"Naked Cowboy": Einsam in der Pandemie, allein im Schneesturm

© IMAGO / UPI Photo

01.02.2021 21:13 Uhr

New York kämpft gegen einen Schneesturm. Der "Naked Cowboy" singt tapfer dagegen an. Winterklamotten Fehlanzeige! Und Geld verdient das berühmte Maskottchen vom Times Square auch keins.

Robert John Burck ist der wohl berühmteste Straßenmusiker der Welt, der seit 1998 fast täglich auf dem Times Square in New York City auftritt und angesichts seiner spärlichen Bekleidung aus Cowboyhut, Cowboystiefeln und schneeweißem Höschen längst zu einer bekannten Touristenattraktion avanciert ist.

Der 50-Jährige steht bei Wind und Wetter draußen, auch ein jetzt angekündigter Schneesturm macht ihm anscheinend nichts aus.

"Naked Cowboy": Einsam in der Pandemie, allein im Schneesturm

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Schneewalze über der Ostküste

Bürgermeister Bill de Blasio forderte via Twitter die mehr als acht Millionen New Yorker auf, zu Hause zu bleiben: „Dieser Wintersturm wird gefährlich“. Bis zu 60 Zentimetern Neuschnee werden die kommenden zwei Tage erwartet. Inzwischen wurde der Notstand ausgerufen.

Ein Fotograf erwischte den ungestümen Naked-Cowboy-Darsteller heute vormittag (1. Februar 2021) auf der Seventh Avenue bei dichtem Schneetreiben.

Während der Corona-Pandemie zeigte sich die One-Man-Touristenattraktion trotzdem jeden Tag, um das zu tun, was er immer getan hat – mitten auf dem Times Square nur mit Hut, Stiefeln und enger weißer Unterwäsche aufzutreten. „Er klimperte und sang, selbst wenn das Viertel völlig verlassen war und er keinen Cent verdiente“, berichtete das „Wall Street Journal“ erst letzten Monat.

Burck musste an die Altersvorsorge

Burck, bekennender Fan von Ex-Präsident Donald Trump, kämpft wie viele andere während der Pandemie gegen das finanzielle Überleben an. An normalen Tagen hat er bis zu 500 Dollar Trinkgeld zugeworfen bekommen. Doch seit Monaten bleiben auch in New York Touristen weitestgehend aus. Und damit auch das Geld, von dem der „Naked Cowboy“ lebte.

2020 musste er zum ersten Mal, seit er vor 22 Jahren auf dem Times Square auftrat, Kredite aus seinem Rentenkonto aufnehmen, um die Miete zu bezahlen, berichtete das Blatt.

"Naked Cowboy": Einsam in der Pandemie, allein im Schneesturm

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„Ich bin an nichts gebunden“

Seine Bekanntheit erreichte allerdings eine neue Stufe, als Aufnahmen von ihm auf dem verlassenen Times Square zu einem globalen Symbol des Lockdowns wurden und er auf dem Cover des renommierte „New York Magazine“ landeten.

Burck folgt sieben Tage die Woche einem strengen Regime aus Diät und Arbeitsroutine. Er hat ein paar Sorgen weniger als andere Leute. Keine Kinder, keine finanziellen Verpflichtungen. Und so verriet, dass alle seine Besitztümer in das Heck seines SUV passen würden: „Ich bin an nichts gebunden und werde es niemals sein.“

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