19.09.2020 15:30 Uhr

Narren planen Karneval „völlig anders, völlig neu“

Feuchtfröhliche Sitzungen und große Rosenmontagszüge sind in Corona-Zeiten tabu. Das bedeutet nach dem Willen der Narren aber keineswegs, dass der Karneval komplett ausfällt.

imago images / Rupert Oberhäuser

Karneval in Zeiten von Corona. Nach der Absage von klassischen Karnevalssitzungen und -Zügen wollen die rheinischen Narren ihr Fest während der Pandemie auf neue Art feiern.

Narren planen Karneval „völlig anders, völlig neu“

„Die Absage bezieht sich auf die Formate, wie wir sie kennen“, sagte der oberste Kölner Karnevalist Christoph Kuckelkorn. „Ab jetzt planen wir völlig anders, völlig neu.“

Der Karneval, so wie man ihn kenne, sei dieses Mal nicht möglich. „Wir haben in den letzten Wochen immer gesagt, dass Feiern um jeden Preis nicht unser Karneval sein kann“, betonte Kuckelkorn. Mit dem Karneval sei es aber wie mit Weihnachten: „Weihnachten findet statt – auch wenn kein Weihnachtsmarkt stattfindet.“ Es gehe jetzt darum, „kreativ zu werden und das Herz des Fastelovends herauszuarbeiten“. „Fastelovend“ ist der traditionelle Kölner Begriff für Karneval. Gefragt seien kleine und sichere Veranstaltungen, sagte Kuckelkorn.

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Die Session 2021 kommt – der Kölner Karneval lässt sich nicht so einfach absagen. Auf Züge und Sitzungen werden wir Jecken aber schweren Herzens ein Jahr lang verzichten müssen. Die Gesundheitsprävention geht vor, feiern um jeden Preis möchte schließlich niemand. Alle Infos zu den aktuellen Beschlüssen zwischen der NRW-Landesregierung und den Karnevalshochburgen Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln findet Ihr unter www.koelnerkarneval.de Natürlich wird es trotzdem ein Kölner Dreigestirn geben und viele kleine, aber feine Anlässe, im Herzen doch ein bisschen jeck zu sein. Helft uns dabei, trotz allem eine unvergessliche Session zu haben! ?????  #nurzesammesinmerfastelovend

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So sehen die Corona-Karnevalspläne aus

So soll am 11.11., dem Beginn der Karnevalszeit, sowohl die traditionelle Eröffnungsveranstaltung in Düsseldorf – Hoppeditz‘ Erwachen – stattfinden als auch die Auftaktfeier in Köln. Diese Feier mit den bekanntesten Karnevalsbands werde allerdings nicht wie sonst auf dem Heumarkt in der Altstadt mit vielen tausend Zuschauern abgehalten, sondern unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Kölner Wagenbauhalle. Der Westdeutsche Rundfunk werde die ganze fünfeinhalb Stunden lange Show live im Fernsehen übertragen.

Der Karneval kommt nach Hause

Der Karneval komme also zu den Menschen nach Hause. Deshalb solle auch niemand zum Feiern in die Stadt fahren. Normalerweise kommen am 11. November mehrere hunderttausend Menschen von auswärts nach Köln. Zu den Details von Hoppeditz‘ Erwachen wollte der Vizepräsident des Comitee Düsseldorfer Carneval, Stefan Kleinehr, am Samstag noch nichts verraten. Es werde aber eine Form der Veranstaltung sein, die „in die Zeit passt“.

Alle großen Veranstaltungen sind abgesagt

Am Freitag hatten die großen Karnevalsverbände von Köln, Düsseldorf, Aachen und Bonn mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung abgesprochen, dass es in der Saison 2020/21 keinen Sitzungskarneval geben soll und keine Karnevalszüge in bekannter Form. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) twitterte am Samstag: „Wir haben auf den Konsens mit den tausenden Engagierten im Karnevalsbrauchtum gesetzt: Karnevalsumzüge, Straßenkarneval u Party auf engem Raum wird es in der Session 2020/21 nicht geben. Danke allen für das gemeinsame Verständnis.“

© dpa-infocom, dpa:200919-99-625298/2

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