Nena: Jetzt meldet sie sich nach Corona-Shitstorm zu Wort

Nena: Jetzt meldet sie sich nach Corona-Shitstorm zu Wort
Nena: Jetzt meldet sie sich nach Corona-Shitstorm zu Wort

IMAGO / Future Image

25.03.2021 18:13 Uhr

Mit den Worten „Danke Kassel“ hat Sängerin Nena einen enormen Shitstorm losgetreten. Auch wenn diese beiden Worte auf den ersten Blick vielleicht einen vermeintlich harmlosen Eindruck machen, rücken sie die 61-Jährige in kein besonders gutes Licht.

Nach den umstrittenen Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Kassel, stellte sich Kultstar Nena auf die Seite der Querdenker. Als wäre das nicht schon fragwürdig genug, bewies sie dabei einmal mehr, dass sie scheinbar auch ein großer Fan von Corona-Leugner Xavier Naidoo ist.

Nena: Seite an Seite mit Querdenkern?

Am vergangenen Wochenende gingen in Kassel mehr als zehntausend Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Ohne Masken, ohne Abstand und teilweise kam es sogar zu Gewalt. Doch scheinbar berührten diese Szenen Sängerin Nena so dermaßen, dass sie im Anschluss dieser Veranstaltung ein „Danke Kassel“ in ihre Insta-Story packte und mit Musik von Xavier Naidoo unterlegte.

Dabei wählte Nena nicht irgendeinen Song, sondern den Corona-Verschwörungs-Hit „WohnHaft in Deutschland“. In diesem Lied singt der 49-Jährige, der in der Vergangenheit regelmäßig mit wirren Verschwörungstheorien – unter anderem auch zum Thema Corona – auffiel: „Jeder mit ’ner Meinung gilt jetzt als Verschwörer. Globale Neustadt ist ihre Vision. Ist das die Agenda oder nur Fiktion? Spiegel an der Wand, was ist los in diesem Land? Das ist nicht das Land, das einmal für Freiheit stand.“

Nena: Jetzt meldet sie sich nach Corona-Shitstorm zu Wort

Foto: Nena_official/ Instagram

„Unmenschliche Zustände“

Auch wenn diese Kombination ein völlig anders Bild zeichnet, will das Management von Nena die Künstlerin nicht als Sympathisantin der sogenannten Querdenker verstanden wissen. „Nena hat sich bei den Menschen in Kassel bedankt, die mit der derzeitigen Politik und den unmenschlichen Zuständen, die hier herrschen, nicht einverstanden sind und dafür auf der Straße waren“, so ein Sprecher zur „Bild“.

„Die Behauptung, Nena würde sich mit ‚Chaoten‘ und ‚Rechten‘ gemeinmachen, ist absurd und ein Schlag ins Gesicht der tausenden friedlichen Menschen, die dort demonstriert haben. Selbstverständlich ist Nena weder fremdenfeindlich noch homophob.“

Das Spiel mit dem Feuer

Die Sängerin lehne grundsätzlich jegliche Art von Hass und Gewalt ab und gehöre prinzipiell „keinem Club an, keiner Partei und auch keinem politisch tätigen Verein. Nena steht für Freiheit, Menschlichkeit und Liebe“, so die Erklärung des Managements.

Dass die ehemalige „The Voice“-Jurorin rassistisch veranlagt oder homophobe Tendenzen in sich tragen könnte, unterstellt ihr ja auch niemand, allerdings lässt nur eine Sache viele bitter aufstoßen: Die Sängerin scheint bewusst mit einem Verschwörungstheoretiker-Image zu spielen, um dann anschließend wieder zurückzurudern. Auch wenn sie nicht das gleiche Gedankengut mit den Querdenkern teilt, dürfte der Frau, die schon seit mehr als vier Jahrzehnten in der Öffentlichkeit steht, durchaus bewusst sein, mit welchen Signalen sie welche Zeichen nach außen sendet.

Geht Nenas Provokation zu weit?

Schließlich handelt es sich bei der 61-Jährigen nicht um eine unerfahrene Influencerin, die erst seit gestern ein Following hat und sich nicht über Wirkung und Tragweite der eigenen Posts bewusst ist. Es ist nicht das erste Mal, dass Nena eine Diskussion um mögliche Verschwörungstheorien entfacht. Bereits im Oktober vergangenen Jahres sorgte ein merkwürdiger Post der Sängerin für Aufmerksamkeit.

Darin sprach sie von „Panikmache“, „Wahnsinn“ und „einem positiven Wandel, der nicht mehr aufzuhalten ist“. Daraufhin hagelte es reichlich Kritik. Die Sängerin selbst äußert sich nicht. Doch ihr Management beteuert gegenüber „Bild“, dass Nena keine Corona-Leugnerin sei: „Sie stellst sich auf keine Seite, sondern hat eine Meinung und Gefühle, denen sie in erster Linie in ihrer Musik Ausdruck verleiht.“

So viel Spielraum für Interpretationen die Worte der 61-Jährigen damals vielleicht ließen, so wenig tun sie es allerdings heute. Deshalb wirkt der Rechtfertigungsversuch ihres Managements eher wie ein Versuch, eine missglückte Provokation zu relativieren … (DA)