Netflix und der teure Kampf für mehr Diversität

IMAGO / Cinema Publishers Collection

27.02.2021 21:40 Uhr

Die Streaming-Plattform Netflix investiert 100 Millionen Dollar, um die Diversität in Film und Fernsehen zu verbessern. Lest hier, wie das funktionieren soll!

Lange Zeit sah man in Serien wie „Friends“ oder „How I Met Your Mother“ nur weiße Menschen. Dies änderte sich in den vergangenen Jahren gewaltig. Rollen wurden vielfältiger vergeben und es entstand allgemein ein Bewusstsein für dieses lange nicht erkannte problematische Ungleichgewicht.

Ein Pionier auf diesem Feld ist die Streaming-Plattform Netflix. Mit Eigenproduktionen wie „Orange Is The New Black“, „Dear White People“ und „Queer Eye“ brachten sie Themen wie Transsexualität, Alltagsrassismus und Homophobie in die Mitte der Gesellschaft und in die Popkultur.

Das reicht Netflix aber noch nicht. Im Kampf für mehr Diversität in Film und TV versprach Netflix jetzt über 100 Millionen Euro zu investieren.

Quelle: giphy.com

Netflix Fund for Creative Equity

Eigens hierfür gab Ted Sarandos, der Co-CEO und Chief Content Officer von Netflix, in einem Blog-Post die Gründung des Netflix Fund for Creative Equity bekannt.

In diesen Geldtopf sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren 100 Millionen Dollar fliessen, um unterrepräsentierte Gemeinschaften zu unterstützen, die in der TV- und Filmindustrie arbeiten wollen.

Möglichkeiten schaffen

In seinem Blog-Post erklärte Ted Sarandos weiter: „Es besser zu machen bedeutet, noch mehr Möglichkeiten für Menschen aus unterrepräsentierten Gemeinschaften zu schaffen, damit sie sich selbst Gehör verschaffen können. … Die neuen Fonds werden uns dabei helfen wird, aufstrebende Talente weltweit zu identifizieren, auszubilden und ihnen Arbeit in der Filmindustrie zu vermitteln.“

Mit der frühen Förderung von jungen Talenten überall auf der Welt schafft sich Netflix natürlich auch selbst einen gigantischen Marktvorteil.

Netflix und der teure Kampf für mehr Diversität

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Selbstkritisch und reflektiert

Doch wie steht es um Diversität in den Eigenproduktionen von Netflix? Um diese Frage beantworten zu können, gab das Unternehmen eine wissenschaftliche Studie in Auftrag.

Dr. Stacy L. Smith, die Gründerin und Direktorin der USC Annenberg Inclusion Initiative, analysierte dafür die Vielfalt der Netflix-Inhalte für in den USA produzierte Filme und Fernsehsendungen.

Wer kommt auf Netflix zu kurz?

Die Studie, die 126 Filme und 180 Serien in den Jahren 2018 und 2019 untersuchte, fand heraus, dass Netflix Verbesserungen bei der Gleichstellung der Geschlechter sowohl vor als auch hinter der Kamera erzielte.

Der Streaming-Dienst übertraf zudem die „proportionale Darstellung“ von schwarzen Charakteren in seinen Projekten. Zu selten sehe man bisher aber Personen aus der LGBTQ-Community, behinderte Menschen sowie Latinos und Latinas.

Mit dem Geld aus dem Netflix Fund for Creative Equity soll genau dies in den kommenden Jahren verändert werden.