Montag, 30. März 2009 12:34 Uhr

Neu im TV: Nach dem Restaurant-Tester kommt jetzt der Hotel-Inspektor

Ungemütliche Zimmer, verdreckte Teppichböden, schmutzige Badezimmer, miserables Frühstück und ein Service, der den Namen nicht verdient hat. Und die Hoteliers wundern sich über ausbleibende Gäste! Dabei können schon kleine Veränderungen Großes bewirken. Heinz Horrmann (65) ist „Der Hotelinspektor“. Er versucht Hotels zu retten, die kurz vor dem Ruin stehen. Seine Mission ist es, aus einem kleinen, unscheinbaren oder schlecht laufenden Hotel ein Haus zu machen, in dem sich jeder Gast dauerhaft wohlfühlt.


Der Hotelkritiker besucht pro Folge unangemeldet die Eigentümer eines kleinen Hotels, um sich vor Ort ein genaues Bild über dessen Zustand zu machen. Wie wird der Gast empfangen? Wie ist das Ambiente und wie sind die Betten? Wird der Gast gut umsorgt? Der Hotelinspektor analysiert ganz genau, wie in dem Hotel gearbeitet wird, schaut sich die Abläufe an, testet das Frühstücksbuffet, inspiziert die Zimmer und die Sauberkeit, um herauszufinden, was verbessert werden kann. Er entwickelt für die Hotels ein individuelles Konzept, gibt Anregungen zur Umgestaltung, schult das Personal und spricht vor allem in seiner unnachahmlichen Art immer Klartext.

Nach ca. vier Wochen stattet Heinz Horrmann den Hotelbesitzern erneut einen Besuch ab, um zu prüfen, ob seine Verbesserungsvorschläge auch in die Tat umgesetzt worden sind. Aus manch einem herunter gewirtschafteten Hotel ist eine Top-Adresse mit gutem Service, Ausstattung und Flair geworden!

Insgesamt acht Folgen lang ist „Der Hotelinspektor“ quer durch Deutschland unterwegs: In Berlin und Hönow, auf Büsum, im Harz, bei Dresden, im Schwarzwald, dem Schaumburger Land und auch auf Mallorca checkt Heinz Horrmann unangemeldet ein.

Heinz Horrmann, 1943 im Rheinland geboren, arbeitet nach Abitur und Volontariat seit 35 Jahren als Journalist und Buchautor. 30 Reise-, Hotel- und Genußbücher von ihm wurden bisher veröffentlicht, u. a. die Bestseller „Die 99 ultimativ besten Hotels der Welt“ und „Inselparadiese“. 25 Jahre lang war er bei den überregionalen Zeitungen „DIE WELT“ und“ WELT am SONNTAG“, später auch bei der Berliner Morgenpost als Geschäftsführender Redakteur verantwortlich.

Heute ist er den Blättern des Axel Springer Verlags als Autor und Kolumnist verbunden. Neben der journalistischen Tätigkeit checkte Horrmann Hotels für die Organisation Leading Hotels of the world und die American Academy of Hospitality Sciences Hotels mit anonymen Tests. Der Nachrichtensender CNN nannte ihn den „meist respektierten Hotel- Kritiker weltweit“.

Der international gefragte Hotel- und Restaurantkritiker Heinz Horrmann ist auch für das Fernsehen tätig. In der VOX-Sendereihe „Die Kocharena“ ist er als hartes, aber faires Jurymitglied zu sehen.

Acht Folgen ab Sonntag, 05.04.09, 19.05 Uhr bei RTL

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Fotos: RTL/ Mac Matzen

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Interview mit Heinz Horrmann

Herr Horrmann, wie muss für Sie das perfekte Hotel sein?
Heinz Horrmann: „Natürlich muss der äußere Rahmen stimmen. Dazu gehören u. a. die Einrichtung, das Ambiente und bei Businesshotels ein vernünftiger Arbeitsplatz mit allen technischen Voraussetzungen im Hotelzimmer, ein komfortables Bett und natürlich ein exzellentes Bad. Denn die Zukunft des Hotels entscheidet sich für mich im Bad! Noch wichtiger ist jedoch, dass das Hotel eine Seele hat: Man muss von Anfang an das Gefühl haben, herzlich willkommen zu sein, sich wohl fühlen. So als ob man nach Hause kommt.“

Woran erkenne ich ein gutes Hotel?
„Unabhängig von der Preis- und Sterne-Kategorie des Hotels muss der Gast im Mittelpunkt stehen. Gibt es etwas Schlimmeres als die unpersönlichen Check-in-Automaten in Billig-Ketten? Wie einladend sieht die Rezeption aus: Gibt es dort frische Blumen oder diese fürchterlichen Plastikblumen, die nur noch als Staubfänger dienen? Und wie ist der erste Eindruck vom Zimmer, was Sauberkeit und Hygiene betrifft? Für den ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance.“

Sie haben bereits rund 1000 hochklassige Hotels weltweit getestet. Wie gehen Sie bei der Beurteilung vor?
„Es gibt zum Einen den sogenannten 100 Punkte-Plan, anhand dessen die Hardware des Hotels gecheckt wird: Wie ist die Rezeption gestaltet? Wie groß sind die Zimmer? Wie sind die Bäder ausgestattet? Das Punktesystem ist mir allerdings viel zu grob. Das Allerwichtigste ist doch der Service! Ich begleite deshalb zum Beispiel die Zimmermädchen morgens durch die einfachen Zimmer. So bekomme ich einen besseren Eindruck von den Räumlichkeiten und sehe zugleich, mit welcher Sorgfalt die Damen sauber machen. Kurzum: Die ganze Hardware ist der Rahmen, wichtiger ist, dass das Haus mit Leben gefüllt ist – was durch einen besonders liebenswerten Service zum Ausdruck kommt. Wie gesagt: Ganz gleich in welcher Sternekategorie, der Gast muss stets im Mittelpunkt stehen.“

Was war Ihr kuriosestes Hotel-Erlebnis?
„Verrückte Erlebnisse gibt es viele! In einem hochklassigen 5-Sterne-Hotel habe ich einmal meine Schuhe zum Putzen in einem Weidenkörbchen vor die Tür gestellt. Die Schuhe standen am nächsten Morgen noch da – ungeputzt. Nachdem ich daraufhin zehn Dollar im Körbchen hinterlegte, fand ich tags drauf die Schuhe noch immer ungeputzt im Körbchen – daneben allerdings Schuhcreme und eine Bürste…“

In „Der Hotelinspektor“ testen sie erstmals kleine und mittelständische Hotels. Glauben Sie, dass man jedes Hotel retten kann?
„Eins vorab: Es gibt kein Objekt, bei dem man mehr Fehler machen kann als bei der Führung eines Hotels. Aber solange bei den Betreibern die Bereitschaft da ist, unsere Vorschläge und neuen Konzepte auch in die Tat umzusetzen, bin ich mir sicher, dass wir für jedes Haus die passende Marktnische finden werden und durch Verbesserungen das Hotel in die Erfolgsspur bringen.“

Gibt es besondere Härtefälle bei „Der Hotelinspektor“?
„Jedes einzelne Hotel ist ein Härtefall! Jedes Haus, das wir besuchen, hat ein anderes Problem, das kann in der Führung liegen oder im F&B-Bereich – ein Hotel bietet eine Bandbreite wie kaum eine andere Bühne. Alles, was das tägliche Leben ausmacht, ist im Kleinformat in jedem Hotel vertreten. Die Zuschauer dürfen gespannt sein!“

Herr Horrmann, können Sie überhaupt noch einen privaten Hotelaufenthalt genießen?
„Ich versuche, wenn ich privat unterwegs bin, mir das Punktezählen und Kritisieren abzugewöhnen…“

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