08.07.2020 10:41 Uhr

Neue Vorwürfe in Enthüllungsbuch: Ist Donald Trump ein Betrüger?

Mary Trump erhebt in ihrem Enthüllungsbuch einige Vorwürfe gegen ihren Onkel, US-Präsident Donald Trump. Es geht vor allem um Familienangelegenheiten.

imago images / UPI Photo

US-Präsident Donald Trump (74) und sein Team haben versucht, die Veröffentlichung des Buches „Too Much and Never Enough: How My Family Created the World’s Most Dangerous Man“ (zu Deutsch: „Zu viel und nie genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf“) zu stoppen. Doch seine Nichte Mary Trump (55), Verfasserin des Werkes, ließ sich nicht einschüchtern. Im Gegenteil. Das Enthüllungsbuch kommt nun sogar zwei Wochen früher als geplant auf den Markt. Mary Trump lässt – wie zu erwarten war – kein gutes Haar an ihrem mächtigen Onkel und erhebt einige Vorwürfe, wie verschiedene US-Medien in ersten Auszügen berichten.

Einige Highlights aus „Too Much and Never Enough“

So berichtet etwa die „New York Times“, dass Mary Trump ihren Onkel als „Kind im Körper eines Erwachsenen“ beschreibt. Sie skizziert den US-Präsidenten als jemanden, der „psychologisch brutalisiert und geschädigt“ worden sei – und zwar von seinem Vater Fred Trump (1905-1999), den sie wiederum als „Soziopath“ betitelt. Dadurch habe Donald Trump „Wut und Misstrauen“ als Abwehr entwickelt, „um seine eigenen chronischen Unsicherheiten zu verschleiern“.

Vater Fred Trump habe seinem Sohn ein falsches Bild der Welt vermittelt und dadurch seine Fähigkeit, darin zu leben, beschädigt, zitiert zudem die „Washington Post“ aus dem Buch. Ihr Großvater soll darauf bestanden haben, dass seine Kinder „Killer“ werden, die sich nicht von ihren Gefühlen leiten lassen.

Neue Vorwürfe in Enthüllungsbuch: Ist Donald Trump ein Betrüger?

Jim LoScalzo/CNP/AdMedia/ImageCollect

Besonders pikant: Mary Trump behauptet, dass Donald Trump einst beim SAT (Scholastic Assessment Test) geschummelt habe. Der SAT ist ein standardisierter Eignungstest fürs College in den USA, den Highschool-Schüler ablegen müssen. Trump soll jemanden engagiert haben, der den SAT für ihn übernommen habe. Die hohe Punktzahl des Tests habe Trump schließlich dabei geholfen, auf eine renommierte Schule gehen zu können. Er besuchte die Wharton Business School der University of Pennsylvania.

Weiter schreibt Mary Trump, dass ihr Onkel sie für eine Weile als Ghostwriterin für sein eigenes Buch verpflichtet habe. Als Material dafür sei ihr ein Sammelsurium an Frauennamen zugesendet worden, mit denen Donald Trump angeblich ausgehen wollte, die ihn aber zurückgewiesen hätten und die er nun als „schlimmste, hässlichste und dickste Schlampen“ bezeichnete, „die er jemals getroffen hatte“. Darunter sollen etwa Popstar Madonna (61) und die deutsche Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, Katarina Witt (54), gewesen sein.

Donald Trump, das Monster

Auch legt Mary Trump ihre Sicht der Dinge über den Erbstreit rund um Fred Trump dar. Weitere Anschuldigungen skizzieren mehrfach unangebrachtes Verhalten von Donald Trump – auch gegenüber ihr. Ihr Onkel sei „das Monster“, das sein Vater erschaffen habe. „Am Ende würde es überhaupt keine Liebe für Donald geben, nur seinen quälenden Durst danach“, schreibt sie.

Ob die Vorwürfe von Mary Trump einen Einfluss auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl am 3. November haben, ist fraglich. Das Buch sorgt auf jeden Fall für Wirbel, muss aber auch im Kontext gesehen werden. Einige Anschuldigungen beruhen auf Hörensagen, etliche Geschehnisse sollen sich teilweise vor vielen Jahren ereignet haben und es fehlen auch Beweise dafür. Ob andere Familienmitglieder ihr Schweigen brechen, um Mary Trumps Aussagen zu untermauern, ist ebenso fraglich. In den USA erscheint das Buch am 14. Juli. In Deutschland wird es am 31. August veröffentlicht.

(cam/spot)

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