Freitag, 27. März 2020 23:36 Uhr

Neues Corona-Epizentrum: New York am Abgrund

Times Square. Foto: imago images / ZUMA Wire

Das Coronavirus hat New York zu einer Geisterstadt gemacht. Über dem Big Apple liegt eine gespenstische Stille. Die Stadt, die niemals schläft, ist augenscheinlich völlig zum Erliegen gekommen. Doch hinter den Fassaden wütet die Katastrophe.

Es herrscht „Krieg“

New York hat sich innerhalb kürzester Zeit zum Epizentrum der Pandemie in den USA entwickelt: Mehr als 23 000 Einwohner sind mit dem Corona-Virus infiziert, 365 bereits daran gestorben, mehr als in jedem anderen Bundesstaat. 8,4 Millionen Menschen auf rund 780 Quadratkilometern leben in Quarantäne.

Neues Corona-Epizentrum: New York am Abgrund

Manhattan. imago images / ZUMA Wire

Gouverneur Andrew Cuomo spricht von „astronomischen Zahlen“, und sie wachsen täglich. Genau wie die Überforderung mit der Situation. Denn während die Stadt augenscheinlich brach liegt, herrscht in den Kliniken nach Aussagen des medizinischen Personals „Krieg“. Die völlig überlasteten Krankenhäuser versinken im Chaos – überall fehlt es an den nötigsten Dingen: Beatmungsgeräte, Mundschutz, Kittel, Handschuhe – absolute Mangelware in der Metropole.

Kliniknetz vor dem Kollaps

„Kein Ort leidet mehr Schmerzen. Kein Ort braucht dringender Hilfe“, so Bürgermeister Bill de Blasio. Er rechnet damit, dass am Ende mehr als die Hälfte der New Yorker infiziert sein werden. Die meisten würden nur „milde“ Symptome haben, aber „wir werden einige Leute verlieren“. Der April werde hart. Der Mai härter. „Die Welt, die wir kannten, ist verloren“, sagt de Blasio. Wie schlimm die Lage bereits ist, das zeigt sich in den New Yorker Krankenhäusern: Fast 3000 Corona-Patienten werden derzeit betreut, stündlich werden es mehr. Die mehr als 1800 Intensivbetten sind fast ausgereizt. Das größte Kliniknetz der USA steht vor dem Kollaps.

Leichenhallen überfüllt

Das Sinnbild dafür sind die weißen Zelte vor dem Bellevue Hospital in East-Manhattan. Dort sollen die Leichen von Corona-Toten provisorisch aufgebahrt werden. Der Grund: Die Leichenschauhäuser der Stadt sind voll. Das Bellevue Hospital liegt unweit von Ground Zero. Hier standen bereits nach dem 11. September 2001 weiße Zelte. Bei den den Terroranschlägen starben alleine in New York mehr als 2700 Menschen.

Neues Corona-Epizentrum: New York am Abgrund

imago images / ZUMA Wire

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