Neues schockierendes Video: Prinzessin Latifa lebt in Dubai als Geisel

Sheikha Latifa al Maktoum
Sheikha Latifa al Maktoum

IMAGO / Pressefoto Baumann

17.02.2021 13:34 Uhr

Seit Jahren gab es kein Lebenszeichen von Prinzessin Latifa, die gewaltsam von ihrem eigenen Vater, dem Herrscher über Dubai, entführt wurde. Nun ist eine besorgniserregende Videobotschaft der jungen Frau aufgetaucht.

Es klingt wie ein Hollywood-Drehbuch und ist gleichzeitig bittere Realität: Die Geschichte von Sheikha Latifa al Maktoum (35). Prinzessin Latifa ist die Tocher von Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum, dem Herrscher über Dubai. Zweimal versuchte die 35-Jährige in der Vergangenheit bereits, den Fängen ihres gefährlichen Vaters zu entkommen. Erfolglos.

Ihr erster Fluchtversuch im Jahr 2002 endete mit einer dreijährigen Haftstrafe und auch der zweite Versuch, im Februar 2018, scheiterte. Per Schlauchboot und mit einer Yacht versuchte sie damals das Land zu verlassen, bis sie schließlich vor der indischen Küste von einem Sonderkommando gestoppt und gewaltsam in die Obhut ihres Vaters zurückgebracht wurde. Dort steht sie seitdem unter Hausarrest, gilt als verschleppt. Ein absolutes Horror-Szenario, wie nun deutlich wird, denn Latifa ist es gelungen, der Öffentlichkeit eine heimliche Videobotschaft zuzuspielen.

Mohammed bin Rashid al Maktoum

IMAGO / Galoppfoto

„Ich bin eine Geisel“

Der britische TV-Sender „BBC“ strahlte den besorgniserregenden Hilferuf der Prinzessin vor wenigen Tagen aus. In dem Video zu sehen ist Latifa, die in eine Handy-Kamera spricht und erklärt, dass sie gegen ihren Willen festgehalten wird: „Ich befinde mich in einer Villa. Ich bin eine Geisel. Ich nehme das Video in einer Toilette auf, weil das der einzige Raum ist, den ich abschließen kann.“

Prinzessin Latifa fürchtet um ihr Leben

In der Videobotschaft, die Freunde der 35-Jährigen den Medien zuspielten, wird deutlich: Latifa hat Todesangst. „Jeden Tag fürchte ich um meine Sicherheit und mein Leben. Ich weiß wirklich nicht, ob ich diese Situation überleben werde“, gesteht sie in dem Clip. Ein erneuter Fluchtversuch? Undenkbar, denn die Prinzessin erzählt im Video, dass die Fenster der Villa vergittert seien und sie jeden Tag von insgesamt sieben Polizisten bewacht werde.

Auch Latifas ältere Schwester Schamsa wurde im Jahr 2000 von Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum in Cambridge entführt, nachdem sie ebenfalls versucht hatte, sich abzusetzen. Seitdem wird sie, laut Latifa, mit Medikamenten ruhig gestellt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kämpft für die Freilassung der beiden Schwestern.

Dubais Schattenseiten

Auch hierzulande sorgt der Fall für jede Menge aufsehen. Zuletzt in der Late-Night-Satire-Show „ZDF Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann. Der Moderator kritisiert den Trend nach Dubai auszuwandern, der momentan vor allem unter deutschen Influencern besonders beliebt zu sein scheint. Was ihre Follower zu sehen bekommen? Die Schönheit des Landes, jede Menge Reichtum und die vermeintliche Freiheit in dem Emirat. Was sie nicht zu sehen bekommen? Dubais Schattenseiten. Jan Böhmermann spricht in dem Beitrag über Ausbeutung, menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und über das kuriose Steuerkonzept. Im gleichen Zuge erwähnt er auch das Schicksal von Prinzessin Latifa, das vor allem zeigt: Freiheit gibt es in Dubai nicht für jeden. (AB)