Montag, 22. November 2010 12:09 Uhr

Neues über das Menowin-Buch: Exklusiv-Interview mit Ghostwriter

Berlin. Mit Spannung erwarten die Fanowins und das gegnerische Lager das erste Buch über DSDS-Vize Menowin Fröhlich. klatsch-tratsch.de sprach mit dem Wiener Medienexperten Alois Gmeiner, der die Berichte von Menowins österreichischen Tourbegleiter Helmut Werner und Bohlen-Experte Gerd Graf Bernadotte für das Buch als Ghostwriter zusammengetragen hat.

Herr Gmeiner, am 5. Dezember erscheint das Buch „Alles außer Fröhlich – 101 Horrortage“, über einen der wohl umstrittensten Finalisten in der Geschichten von DSDS. Der Titel klingt nach Rache und Abrechnung.
Sicher nicht von meiner Seite. Ich kenne Menowin auch nur aus dem TV. Und seit Kurzem aus den Erzählungen von Helmut Werner und Gerd Graf Bernadotte, die ja die Ehre und das Vergnügen hatten, mit Herrn Fröhlich einige Tage – nämlich genau 101 – auf Reisen zu sein. Die Fans dürfen auf die „unglaublichen Abenteuer“ gespannt sein.

Die Fanowins werfen Helmut Werner mit der Veröffentlichung des Buches Verrat vor.
Wer die Augen vor der Realität verschließt, für den ist dieses Buch natürlich reinster Frevel. Wer aber einen Blick in die Abgründe und die Dunkelheit einer Existenz wie Menowin machen möchte, der wird „sehen“!

Sie schreiben ziemlich offen über den Mann hinter der Maske Fröhlich, z.B. über seinen Drogenkonsum und Eskapaden hinter den Kulissen. Warum? Können Sie ein paar Beispiele nennen?
Wenn das „Sie“ als „Mehrzahl und damit als „wir“ gemeint ist, dann stimmt das schon. Nochmal, ich war ja nur der „Schreibsklave“ der beiden wahren Autoren. Ich habe nur das aufgeschrieben, was von den Beiden auch erzählt wurde. Keine Aussage in diesem Buch ist von mir. Ich wollte ja auch ganz bewusst keine Wertung über den mir unbekannten Menschen Menowin abgeben. Ich habe einfach versucht journalistisch wertfrei an die Sache heran zu gehen. Habe mich als Sammler von Aussagen betätigt – mehr nicht. Und über die Storys, die da gekommen sind, war ich nicht nur überrascht, sondern oft auch ehrlich schockiert.

Es kann doch bitte nicht sein, das ein junger Mann vier Chancen, die man ihm gibt, 3x auch mit allem Drum und Dran versemmelt. 1. Chance sein Auftreten bei der ersten Castingshow und sofort Liebling von Dieter Bohlen. Dann sein Pech – dass ihn die Vergangenheit einholt. Gut, da sollte einem der Knopf doch aufgehen. Zeit genug hatte er dafür ja im Knast. 2. Chance – sein neuerliches Auftreten bei DSDS. Da sage ich, Hut ab Menowin. Das ist mutig, es nochmal zu versuchen. Aber dann kommt Hammer Nummer 3 – er hat während der Show keine Lust mehr und haut einfach – mal so – für einen Woche ab.
Die Chance – er darf dennoch weiter auftreten. Und dann wird er nicht Superstar – kriegt aber einen Vertrag bei Richard Lugner über viele Tausend Euro und damit Chance 4. Was macht er daraus. Er wird größenwahnsinnig und sieht sich als neuer Musikmessias oder als neuer Michael Jackson. Ei ei ei….

Der Wiener Veranstalter Helmut Werner war mit Richard Lugner angetreten, mit Menowin innerhalb kürzester Zeit viel Geld einzufahren. Was war denn geplant und was ging denn eigentlich schief?
Menowin hatte tatsächlich die besten Verträge, die man sich vorstellen kann. Es gab laut Helmut Werner Anfragen über Anfragen für Auftritte. Er wäre jetzt nach knapp einem Jahr ein ziemlich reicher junger Mann. Denn er hatte sofort nach seinem ersten Auftritt am Ballermann, ein Angebot für einen 3 Jahres-Vertrag, in astronomischer Höhe. Aber, und das ist das Drama in der Story von Menowin, er hatte darauf – keinen Bock. Er hat alle vor den Kopf gestoßen – und schlussendlich das auch im wahrsten Sinn des Wortes wahr gemacht. Durch den Kopfstoß für seinen Manager! Kurz, er hat gedacht – Star sein ist Party machen und mehr nicht. Sorry, das geht halt nicht!

Welchen Leuten vertraut Menowin denn in künstlerischer Hinsicht ihrer Meinung nach? Läßt er sich von Fachleuten beraten?
Der einzige Fachmann ist Sido – sonst sehe ich da keine Fachleute, die ihn beraten. Und das die lang angekündigte CD immer noch nicht im Kasten ist und es keine Plattenfirma gibt – na ja, jeder kann das selbst interpretieren.

Graf Bernadotte, einer der Co-Autoren, hält Menowin für „brandgefährlich“. Für wie gefährlich halten Sie Menowin Fröhlich, warum ist er das und warum hat sich der Lugner-Clan denn mit so einem Mann eingelassen?
Ganz ehrlich – die Kohle war der Grund. Ist ja auch nichts Schlechtes, wenn man mit einem Künstler Geld verdienen will, wenn im Gegenzug der Künstler gepusht wird. Das ist der Deal. Ich halte Menowin hauptsächlich „geschäftlich“ für gefährlich, weil man scheinbar keine „Deals“ mit ihm ausmachen kann und immer Angst haben muss, ob Menowin überhaupt erscheint.

Fröhlich hat im Internet eine bemerkenswerte Anhängerschaft hinter sich vereint, die offenbar standhaft zu ihm hält, egal was er anstellt. Das ist doch bewunderswert, angesichts der Tatsache, dass er noch keinen Song offiziell zum Verkauf veröffentlicht und eine beachtenswerte kriminelle Vergangenheit hinter sich hat. Ist Menowin also ein cleverer Demagoge? Der Wolf im Schafspelz?
Solche Menschen sind immer Demagogen – Sie müssen Ihre Anhängerschaft ja bei Laune halten. Also wird versucht, immer neue Gründe für ein Nichterscheinen einer CD – für einen verpatzten oder versäumten Auftritt zu finden. Alle sind Schuld – der Wolf im Schafspelz ist unschuldig!

Was macht die Faszination für seine Fans aus? Ist es der Underdog, der ewige Loser, der dem Establisment die Stirn bietet – um es mal pathetisch auszudrücken.
Der Underdog und Loser, der es scheinbar ohne viel Zutun und vor allem ohne viel Arbeit zu Berühmtheit und Geld gebracht hat und es „denen da oben“ mal so richtig zeigt. Seht mal her: ich schaffe es aus dem Knast raus direkt ins Fernsehen. Aber das es hat halt nur ein paar Monate dauert, das sieht man nicht so gerne.

Was ist Menowins größte Schwäche? Was sind seine Stärken?
Schwäche ist in jedem Fall – Unzuverlässigkeit und kein Durchhaltevermögen, in allem was er tut. Das zeigt ja sein gesamter Lebenslauf. Er hat nie irgendetwas durchgezogen. Stärke – seine Wirkung auf viele Menschen. Das ist eine Gabe. Die sollte er nutzen.

Wofür steht denn das Produkt oder die Marke „Menowin Fröhlich“ derzeit?
Für Chaos – für verpatzte Träume – für Eigendemontage!

Warum hat Menowin bis heute noch keine einzige Platte an den Start gebracht?
Weil er keine Profis um sich hat – sondern nur Ja-Sager. Und sich kein Mensch einen Menowin Fröhlich antun will. Mich würde es sogar interessieren, SEINE Story zu hören. Auch diese aufzuschreiben – 1:1 ohne Filter – ein Schreiberling der nur hört und notiert. Weil mich einfach die unterschiedlichen Sichtweisen interessieren würden. Wie sieht sich Menowin selbst – wie sieht er seine Aktionen. Wer hat seiner Meinung nach – Schuld?

Was ist das eigentliche Problem für den Künstler Menowin?
Seine eigene Persönlichkeit – er kann scheinbar gar nicht anders!

Wie müßte er sich positionieren, um vor allem musikalischen Erfolg zu haben?
Gute Songs und beweisen, dass er Kontinuität in seine Karriere und seiner Leistung bringt. Also Durchhaltevermögen und Verträge einhalten und Abschied vom Weltstar-Traum. Aber von 0 auf 100 so wie es jetzt funktioniert hat, wird es nie mehr gehen. Dafür ist zuviel zerstört worden.

Eigentlich müßten sich die Plattenfirmen doch um Menowin reißen. Er bringt eine große Käuferschaft mit und genügend Geschichten für den Boulevard. Wo ist also das Problem?
Die Antwort habe ich schon gegeben – seine eigene Persönlichkeit.
Wer will sich denn jemanden antun, von dem man weiß, dass er seinen ehemaligen Manger angegriffen hat. Von dem man weiß, dass er Termine nicht einhält – von dem man weiß, dass er lieber Party macht – von dem man weiß, dass er sogar in der größten Castingshow Probleme gemacht hat. Kennen Sie jemanden der sich das antun will – ich kenne keinen!

Herr Gmeiner, besten Dank für das Gespräch.

Fotos: wenn.com, privat

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