14.11.2020 19:08 Uhr

Nina Queer: Nachruf auf Désirée Nick

Kabarettistin Desiree Nick und Party-Ikone Nina Queer waren fast ein halbes Leben lang „ziemlich beste Freundinnen“. Jetzt zerschnitt der Berliner Travestie-Star die zarten Bande und wird dafür heftig kritisiert. Exklusiv bei klatsch-tratsch.de nennt Nina Queer die wahren Hintergründe. Natürlich wie man sie kennt: schonungslos und ehrlich.

Foto: Privat

Fast zwei Jahrzehnte waren Kabarettistin und Schauspielerin Désirée Nick, die Lästerschwester der Nation, und Frauspielerin, Sängerin, Partykönigin und Buchautorin Nina Queer („Sie ist wieder da“) sowas wie beste Freundinnen. Beide vereinte nicht nur der Hang zu klaren Worten, nein, sie zogen auch gemeinsam um die Häuser. Der letzte gemeinsame Urlaub war Nina Queer endgültig zuviel, jetzt ist die Nick für sie gestorben. Der Grund: „Sie ist zunehmend bösartiger und negativer geworden.“

Wir mussten bei Nina nachhaken.

Nina Queer: Nachruf auf Désirée Nick

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Was hat dich dazu bewegt, nach 18 Jahren die Freundschaft zu Désirée Nick zu kündigen?

Nina Queer: Mit Désirée verbinden mich wunderbare Jahre, viele schöne Erlebnisse und unglaublich viel Spass. Dafür werde ich ihr ewig dankbar sein und ich werde die tollen Zeiten mit ihr immer in Ehren halten. Nur leider ist es so, dass ich keine 25 mehr bin. Meine Ideale haben sich verändert und ich mache auch nicht mehr alles mit. Die Corona-Zeit hat mir gezeigt, wie wichtig wirkliche Freundschaften sind und das am Ende nur die Liebe zählt. Je mehr ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir, dass Frau Nick nichts mehr in meinem Leben verloren hat. Nach der Teilnahme an „Promis unter Palmen“ verdunkelten sich ihre Gedanken. Ihr Hass auf Claudia Obert und alle, die mit ihr zu tun haben, vergifteten ihren Verstand und letztlich auch unsere Freundschaft. Nach Corona möchte ich nichts Negatives mehr in meinem Leben haben und deshalb trenne ich mich frohen Herzens und mit reinem Gewissen von jedem Ballast. Ich bin eine empfindliche Künstlerseele und will mit dem Druck dieser „Freundschaft“ nicht mehr umgehen müssen.

Nina Queer: Nachruf auf Désirée Nick

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Gibt es konkrete Beispiele?

Nina Queer: Es gibt tausende Beispiele. Sie sieht sich selber als große Intellektuelle und betrachtet Personen, die in Reality-Shows mitmachen in meinen Augen als Untermenschen, die es nicht wert scheinen, ihr unter die Augen zu treten. Dabei hüpft sie selber immer wieder vor die Kamera und ist sich für die primitivsten Produktionen nicht zu schade. Ein großer Widerspruch, wie ich finde. Einmal hat sie sich nach einer gemeinsamen TV-Aufzeichnung so schlimm mit Gina Lisa Lohfink und Willi Herren gestritten, dass sie sich hinterher nicht mehr beruhigen konnte und sich stundenlang bei mir über die beiden aufgeregt hat. Obwohl ich kurz vor einem Hörsturz stand und sehr krank war, entließ sich mich nicht auf mein Hotelzimmer, um mich auszuruhen. Erst als meine Stimme endgültig versagte, durfte ich gehen…

Désirée hat sich auch oft abschätzig über Schwule und Trans-Personen geäußert. Das hat mich immer sehr verletzt, auch wenn ich ihr da keinerlei böse Absicht unterstelle. Sie ist eine heterosexuelle Frau und wird sich nie in unsere Lage versetzen können. Dazu kommt, dass sie in die Wirren des Zweiten Weltkrieges geboren wurde und deshalb auch eine andere Generation darstellt. Angeblich hat sie sich in dieser Periode, über Monate, von gewöhnlichen Herbstlaub ernährt. Daher rührt bestimmt auch ihr Geiz und der schreckliche Neid auf alles und jeden. Sie hat eine Zeit der echten Entbehrungen miterleben müssen und wenn man so geprägt wurde, nimmt man eben mit was geht. Am Ende kann sie nichts dafür, was aber nicht bedeutet, dass ich das mittragen muss. In all den Jahren vermisste ich Empathie und Mitgefühl für andere Menschen. Es fühlte sich für mich so an, als hätte sie gar kein Herz.

Verstehst du ihre Fans, die dich dafür kritisieren, dass du ihr die Freundschaft in aller Öffentlichkeit gekündigt hast…

Nina Queer: Das verstehe ich sehr gut und ich kann damit leben. Es ist leicht jemanden zu kritisieren und im Internet zu beschimpfen. Diese Leute kennen weder mich noch Désirée Nick wirklich. Sie waren nicht dabei und haben keine Ahnung, wie schwer sie es mir manchmal gemacht hat. Was die Öffentlichkeit betrifft: Unsere ganze Beziehung fand im Rampenlicht statt. Da hat sich doch auch niemand aufgeregt.

Warum soll eine öffentliche Freundschaft
kein öffentliches Ende nehmen?

Ich bin ein Mensch, der immer alles offen benennt. Die Wahrheit tut vielen Menschen weh aber für mich ist sie der einzige Weg.

Nina Queer: Nachruf auf Désirée Nick

Foto: Privat

Désirée behauptet auf ihrer Facebook-Seite, die ganze Story mit eurem Zoff wäre nur „fake“ und von dir „inszeniert“. Was sagst du zu diesen Vorwürfen?

Nina Queer: Désirée hat eine SMS von mir veröffentlicht, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen war und eine Antwort auf ihre vorherige Sprachnachricht darstellte, die sie natürlich nicht veröffentlichte. Abgesehen davon, dass es rein eine Verletzung des Briefgeheimnisses darstellt und somit eine Straftat ist, hat sie damit gekonnt ihre und meine Fans belogen, um mich in einem schlechten Licht darzustellen. Aber auch damit gehe ich entspannt um. Wir leben nun mal in Zeiten, in denen man im Internet alles behaupten kann und es Leute gibt, die jeden Mist glauben. Dazu kommt, dass Frau Nick eine Meisterin ihres Fachs ist und wenn sie eines gut kann, dann ist es Menschen zu manipulieren. Ich weiß wovon ich spreche, ich war 18 Jahre lang ihr Opfer. Es handelt sich bei dem ganzen Scharmützel also nicht um „fake“ oder Eigen-PR. Ich meine es wirklich ernst.

Gibt es denn keinerlei Hoffnung auf eine Versöhnung?

Nina Queer: Jetzt nicht mehr. Erst dachte ich, ich könnte sie irgendwie verändern oder wenigstens zum Umdenken animieren. Nachdem ich ihr meine Freundschaft gekündigt hatte, setzte sie sämtliche bösartige Energien frei. Unterstellte mir die schlimmsten Dinge und schickte Nachrichten an meine besten Freunde, um mich schlecht zu machen und alle unter Druck zu setzen. Menschen ist Sippenhaft zu nehmen ist das Allerletzte. Das ist Mobbing wie es im Buche steht. Würden die Menschen diese schlimmen Nachrichten und Drohungen an mich und andere Personen lesen und hören, sie würden Frau Nick mit Heugabeln und brennenden Fackeln aus diesem Land jagen.

Ich wünsche ihr ein langes Leben und viel Gesundheit und will nicht weiter von ihr belästigt zu werden. Jedoch beschleicht mich das Gefühl, dass sie wie ein schrecklicher Genitalherpes ist und man sie so schnell nicht los wird. Für mich ist der Fall gelaufen und dies mein letztes Interview zu diesem Thema.